850 Wohneinheiten, davon 40% als kostengünstiger sozialer Wohnungsbau
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850 Wohneinheiten, davon 40% als kostengünstiger sozialer Wohnungsbau
Der Zubau von Solarstromanlagen in Niedersachsen steigt weiter kräftig an. Im Jahr 2018 konnte im Vergleich zu 2017 eine Steigerung um mehr als 72 Prozent verzeichnet werden. Während der Zubau 2017 bei 120 MW lag, wurden 2018 rund 208 Megawatt Leistung neu installiert. Damit verfügt Niedersachsen derzeit über knapp 4.000 MW installierter Leistung an Solarstrom, wie die Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachen (KEAN) feststellt.
Die sehr positiven Zubauzahlen der letzten beiden Jahre zeigen, dass Niedersachsen die Chancen des Solarstroms erkannt und die Aufholjagd gegenüber den süddeutschen Bundesländern aufgenommen hat. Neben der bundesweiten Vorreiterrolle in der Windenergie mit gut 11.000 MW installierter Leistung hat der Solarstrom das Potenzial, eine weitere wichtige Quelle bei der Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien in Niedersachsen zu werden.
„Solarstrom ist die ideale Ergänzung zu Windstrom, da diese beiden erneuerbaren Energiequellen im Jahresverlauf zu unterschiedlichen Zeiten ihren Höchststand haben“, erläutert Lothar Nolte, Geschäftsführer der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen den Effekt. „Während sich die Windräder im Herbst und Winter am schnellsten drehen, bieten die Solarmodule von Frühjahr bis Spätsommer den größten Ertrag.“
Auch Solarberatungen auf Höchststand
Die Zubauzahlen sind umso bemerkenswerter, als es in Niedersachsen kaum große Freiflächenanlagen gibt, sondern fast alle Anlagen auf Privat- und Gewerbedächern installiert werden. Das Interesse an der Nutzung von Solarstrom zeigt sich auch in dem steigenden Wunsch nach Solarberatungen. Im vergangenen Jahr haben mehr als 2.200 Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer „Solar-Checks“ wahrgenommen. Die Checks werden gemeinsam von KEAN, Verbraucherzentrale Niedersachsen und regionalen Partnern angeboten. Zudem ließen sich 124 Unternehmen zu den Möglichkeiten solarer Energieerzeugung und Nutzung beraten.
Die Gründe für das steigende Interesse an Solarstrom sind vielfältig: Zum einen sind die Modulpreise im Laufe der Jahre deutlich gesunken, so dass die Kilowattstunde auf dem Einfamilienhaus für etwa 10-12 Cent erzeugt werden kann. Das macht den Eigenverbrauch des Stroms interessant, da der eingekaufte Strom durchschnittlich bei rund 30 Cent je kWh liegt. Auf größeren Dachflächen wie etwa auf Landwirtschafts- oder Gewerbegebäuden ist die Erzeugung noch günstiger. Auch hier steht der Eigenverbrauch deutlich im Vordergrund gegenüber der Einspeisung ins Netz. „Der Wunsch nach einer möglichst hohen Eigenerzeugung, die zumindest eine gewisse Unabhängigkeit schafft, ist eine weitere wichtige Motivation der Gebäudeeigentümer“, erläutert Lothar Nolte.
Die regionale Betrachtung zeigt, dass sich der Zubau vor allem im ländlichen Raum gut entwickelt. Ganz vorne liegt hier der Landkreis Emsland mit 22 MW in 2018. Bezieht man den Zubau auf die Einwohnerzahl, so rücken die Landkreise Vechta und Nienburg an die Spitze. In den städtischen Gebieten ist der Zubau von Solarstrom-Anlagen deutlich geringer. Der Grund liegt aus Sicht der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen in den viel zu komplizierten Regelungen für Mieterstrom. „Viele Dachflächen wären bestens geeignet, aber die Nutzung des Stroms für die Mieter wird mit einem bürokratisches Bollwerk erschwert“, meint Lothar Nolte. „Hier müsste eine konsequente Vereinfachung her.“
Weitere Informationen zum Beratungsangebot Solar-Check für Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer
Weitere Informationen zum Beratungsangebot Impulsberatung für KMU – Solar für Unternehmen
3.4.2019 | Quelle: Klimaschutz und Energieagentur Niedersachsen GmbH
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In Zürich wurde am 30. November 2008 mit einer 76-Prozent-Mehrheit zugestimmt, dass der Energieverbrauch bis zum Jahr 2050 auf 2000 Watt Leistung pro Kopf gesenkt werden soll. Der Wert liegt in der Schweiz derzeit im Durchschnitt bei 6000 Watt. Die 2000-Watt-Gesellschaft ist seither in der Gemeindeordnung festgeschrieben. „Besonders ist vor allem, wie diese erreicht werden soll“, sagt die Ökonomin Angelika Zahrnt (Ehrenvorsitzende des Umweltverbandes BUND, ehemaliges Mitglied des Rates für Nachhaltige Entwicklung und Expertinnen der Postwachstumsdebatte).
Die Züricher Stadtoberen erklären, dass sich die 2000-Watt-Gesellschaft nicht allein durch technischen Fortschritt und energieeffizientere Geräte machen lasse. Der Fortschritt führe nämlich zugleich zu dem bekannten Rebound-Effekt – die Effizienzsteigerung motiviert Verbraucher aufgrund von Kostensenkungen oft zu einem Mehr an Konsum. Häufig werden dann weitere und größere Geräte genutzt und die Einsparungen so teilweise wieder aufgehoben. Auch eine Umstellung auf Erneuerbare Energien helfe allein nicht. Es brauche, so die Stadt Zürich, „Suffizienz. Das heißt: weniger Energie, Material und Fläche verbrauchen und Ressourcen sparsamer nutzen“. Als eine der wenigen Städte weltweit verankert Zürich somit in seiner Politik die Frage, was das rechte Maß ist.
Links:
www.stadt-zuerich.ch/…2000-watt_society.html
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2000-Watt-Gesellschaft, Erneuerbare, Klimaschutz, News-Blog Europa (ohne DE), News-Blog Schweiz, Quartiere, Siedlungen, Suffizienz

Mit Fördermitteln des Bundesförderprogramms „Unternehmen Revier“ hat die Faktor X-Agentur der Entwicklungsgesellschaft ein internetbasiertes Tool zur einfachen Berechnung der Ressourceneffizienz des eigenen Bauvorhabens entwickelt. Das Tool wurde nun letzten Test unterzogen und wird ab September online verfügbar sein.
Bei der Faktor X-Bauweise wird der gesamte Lebenszyklus von Gebäuden betrachtet, woraus sich viele neue Möglichkeiten zum Einsparen von Rohstoffen und so zum klima- und ressourcensparenden Bauen ergeben. Bisher erfolgte die Berechnung der Ressourceneffizienz von Gebäuden anhand einer Tabellenkalkulation im Rahmen der Bauberatung der Faktor X-Agentur. Dies soll nun durch das neue Online-Tool noch einfacher werden und über das Internet für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Das datenbankbasierte Tool wurde mit Fördermitteln des Bundesförderprogramms „Unternehmen Revier“ realisiert.
Auf Einladung der Fakor X-Agentur wurde das fast fertig Onlinetool einem letzten Test unterzogen. Fünfzehn Tester aus der Wissenschaft, Verwaltung und der Baupraxis prüften die Nutzerführung und berechneten Testgebäude. Das Konzept wurde von allen Testern gelobt. Einige wenige Verbesserungsvorschläge fließen noch in die Programmierung ein, bevor das Onlinetool im September freigeschaltet wird und dann zur Verfügung steht.
Initiator Klaus Dosch, Leiter der Faktor X Agentur der Entwicklungsgesellschaft indeland ist begeistert: „Wir stellen hier ein Tool für klima- und ressourcenschonendes Bauen auf die Beine, was es in ganz Europa so noch nicht gibt. Auch bauinteressierte Nichtfachleute werden durch unser Tool so unterstützt, dass sie sehr einfach die Ressourceneffizienz ihres Bauvorhabens berechnen können. Wir haben eine Anbindung an die Baustoffdatenbank des Bundesinstituts für Bau- Stadt- und Raumforschung BBSR realisiert. Zum ersten Mal machen wir den Lebenszyklus Bau für Laien verständlich.“
Die Verbesserung der Ressourceneffizienz beim Bau von Siedlungen ist wesentlicher Teil der Strategie des Masterplans indeland 2030 der Entwicklungsgesellschaft indeland GmbH. Eine Reihe von Strategien führen zur Erreichung dieser Ziele und wurden in den Faktor X-Siedlungen in Eschweiler und Inden erprobt. Das indeland nimmt mit der Entwicklung von Strategien und Projekten für zukunftsfähiges Bauen und Wohnen längst eine Leuchtturmfunktion weit über die Region hinaus ein. Gemeinsam mit der bereits im Mai eröffneten Ausstellung soll das Tool zur Veranschaulichung und Verbreitung der Faktor X-Strategien beitragen.
In der sdg21-Webdatenbank sind fünf Faktor X-Siedlungen verzeichnet:
www.faktor-x.siedlungen.eu
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Eine nachhaltige Entwicklung Deutschlands ist ohne ein ressourceneffizientes Bauwesen nicht denkbar. Die neue Expertenempfehlung VDI-EE 4802 Blatt 1 erläutert praxisnah die Anwendung des Konzepts der Ressourceneffizienz im Lebenszyklus von Gebäuden. Dazu schlüsselt sie die Aufgaben und Handlungsspielräume der einzelnen Akteure im Bauprozess auf. Anhand von Beispielen für eine gesteigerte Material-, Energie- und Flächeneffizienz unterstützt die Expertenempfehlung beim gesamten Planungsprozess hin zum ressourceneffizienten Gebäude.
Modernes Bauen muss nachhaltig sein, und die vielen verschiedenen Aspekte im Blick haben: die Nutzung ebenso wie die Kosten, den Ressourcenverbrauch und die kulturellen Hintergründe. Die Energie, die für neue Gebäude und Anlagen aufgewendet wird, muss genau geplant sein, und auch der spätere Energiebedarf muss so kalkuliert werden, dass er mit möglichst geringem Einsatz zu decken ist. Nicht zuletzt sollten auch die Bauprozesse selbst ressourcenschonend ablaufen. In Deutschland existiert dafür das Ressourceneffizienzprogramm (ProgRess).
Ziel der Expertenempfehlung VDI-EE 4802 Blatt 1 ist es, die am Bau Beteiligten in die Lage zu versetzen, ihre Bauprojekte ressourceneffizient zu gestalten, und insbesondere den Einsatz fossiler Energierohstoffe und den Ausstoß von Treibhausgasen zu minimieren. Es soll ein optimaler, zeitgemäßer Kompromiss aus Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit erreicht werden.
Ressourceneffizienz ist planbar und messbar. Der VDI hat dafür die Richtlinienreihe VDI 4800 herausgegeben, in der sich Grundlagen und Methodik, Strategien und Bewertungsverfahren finden. Die neue VDI-Expertenempfehlung VDI-EE 4802 Blatt 1 konkretisiert die Inhalte der Richtlinie und hilft bei ihrer Anwendung in der Praxis. Die Expertenempfehlung richtet sich an Verantwortliche im Bereich Bau- und Immobilienwirtschaft, Politik und Verwaltung.
VDI-EE 4802 Blatt 1 gibt Hinweise zur Bestimmung der Ressourceneffizienz, die sich aus der Ermittlung der quantitativen Nutzung von Ressourcen ergibt. In diesem Blatt wird die räumlichen Ebene eines Bauwerks betrachtet, primär bei Wohn- und Nichtwohngebäuden, sowie temporären Bauten. Weitere Blätter der Expertenempfehlung werden sich mit Ressourceneffizienz in Quartieren bzw. Städten befassen.
Herausgeber der VDI-Expertenempfehlung VDI-EE 4802 Blatt 1 „Ressourceneffizienz im Bauwesen – Gebäude“ ist die VDI-Gesellschaft Bauen und Gebäudetechnik (GBG). Die Expertenempfehlung ist im März 2021 erschienen und kann zum Preis ab EUR 110,90 beim Beuth Verlag bestellt werden. Onlinebestellungen sind unter www.vdi.de/4802 oder www.beuth.de möglich. VDI-Mitglieder erhalten 10 Prozent Preisvorteil auf alle VDI-Richtlinien. VDI-Richtlinien können in vielen öffentlichen Auslegestellen kostenfrei eingesehen werden.
Fachliche Ansprechpartnerin:
Dr. Frederike Wittkopp
VDI-Gesellschaft Bauen und Gebäudetechnik (GBG)
Telefon: +49 211 6214-466
E-Mail: wittkopp@vdi.de
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DE-News, Faktor X / ResScore, Ressourceneffizienz