17:10 min., Vortrag von Andrew Waugh im März 2020
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17:10 min., Vortrag von Andrew Waugh im März 2020
Über 80 Prozent der Deutschen ist Klimaschutz wichtig – dies soll sich jedoch nicht in höheren Mietkosten widerspiegeln. Um die Akzeptanz von energetischen Sanierungen zu erhöhen, hat die Deutsche Wohnen ein Modell erarbeitet, wie Klimaschutz und soziale Verträglichkeit zusammenfinden können. Das „Konzept für einen sozialverträglichen Klimaschutz im Gebäudesektor“ zielt darauf ab, die Sanierungsrate im Gebäudebestand deutlich zu erhöhen, um so die nationalen Klimaschutzziele zu erreichen. Gleichzeitig wird ein milliardenschweres Konjunkturpaket angestoßen.
Für 89 Prozent aller Deutschen ist der Umwelt- und Klimaschutz wichtig oder sogar sehr wichtig. Doch er darf sich nicht in zu hohen Kosten für die Miete auswirken. Maximal fünfzig Euro sind 87 Prozent bereit, zusätzlich monatlich zu zahlen. Das hat eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Kantar TNS im Auftrag der Deutsche Wohnen ergeben. Und genau hier setzt das heute veröffentlichte Konzept des künftigen Berliner DAX-Unternehmens an. „Deutschland kann seine Klimaziele nur erreichen, wenn die ca. 40 Millionen Wohnungen energetisch ertüchtigt werden. Die tatsächlich umgesetzten Sanierungen bleiben bisher jedoch deutlich hinter den Möglichkeiten zurück. Wir brauchen dringend eine Sanierungsoffensive“, erklärt Michael Zahn, Vorstandsvorsitzender der Deutsche Wohnen SE. Doch oftmals scheitern energetische Sanierungen an der Besorgnis von Mietern, die höhere finanzielle Belastungen fürchten. Die Folge: Sanierungen stocken und bleiben auf einem niedrigen Niveau.
„Klimaschutz und Mieterschutz dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden“, sagt Michael Zahn. Genau hier setzt das Konzept an, das die Deutsche Wohnen entwickelt hat. Es sieht vor, dass Mieter bei den Kosten für energetische Sanierungen durch den Energie- und Klimafonds (EKF), den die Bundesregierung als Sondervermögen seit 2011 über die CO2-Besteuerung aufbaut, entlastet werden. Staat, Vermieter und Mieter würden auf diese Weise Klimaschutz gemeinsam leisten.
Hierbei handelt es sich also um eine gesamtgesellschaftliche Lösung, die auch die Mehrheit der Deutschen grundsätzlich befürworten würde. Auf die Frage in der repräsentativen Kantar-Bevölkerungsumfrage, wer die Kosten von energetischen Sanierungen übernehmen sollte, benennen 70 Prozent der Befragten „Mieter, Vermieter und Staat gemeinsam“.
Das Konzept der Deutsche Wohnen greift diese Perspektive nun auf und knüpft an das Vorhaben der Bundesregierung an, Deutschland bis 2050 weitgehend klimaneutral zu machen. Dabei kommt dem Gebäudebestand eine wesentliche Rolle zu, da hier rund ein Drittel des nationalen CO2-Ausstoßes verursacht wird. Vor diesem Hintergrund ist eine Erhöhung der Sanierungsquote von momentan lediglich einem Prozent auf mindestens 2,5 Prozent im Jahr dringend erforderlich. Dies entspricht ungefähr 600.000 Wohneinheiten, die jedes Jahr zusätzlich saniert werden müssten. Auf diese Weise ließen sich bis 2050 jedes Jahr 100 Millionen Tonnen CO2 zusätzlich einsparen.
Mit dem Konzept möchte die Deutsche Wohnen einen breiten politischen und gesellschaftlichen Diskurs anstoßen. Mit der Unternehmerallianz Stiftung 2°, deren Förderunternehmen die Deutsche Wohnen ist, vereint sie dabei der Leitgedanke des klimafreundlichen und sozialverträglichen Wirtschaftens. „Die Herausforderung Klimaschutz braucht gesamtgesellschaftliche Antworten – Unternehmen, Politik und auch die Bürgerinnen und Bürger sind gefragt. Daher freut es mich, dass die Deutsche Wohnen ihr Konzept als wichtigen Debattenbeitrag zur klimapolitischen Rolle des Gebäudesektors vorlegt. Ich freue mich auf die Diskussionen dazu. Denn klar ist: Wir müssen die Sanierungsrate enorm steigern, um unsere Klimaziele zu erreichen. Und wir müssen dies sozialverträglich tun, um die Menschen mitzunehmen. Das Konzept der Deutsche Wohnen zeigt hierfür Wege auf und verdeutlicht dabei, wie Klimaschutz als Konjunkturprogramm wirken kann“, sagt Sabine Nallinger, Vorständin Stiftung 2° – Deutsche Unternehmer für Klimaschutz.
Nach Berechnungen der Deutsche Wohnen würden Handwerksbetriebe und andere am Bau beteiligte Gewerke von zusätzlichen Aufträgen in Höhe von 22 Milliarden Euro pro Jahr profitieren.
Die erforderlichen Gelder sind bereits vorhanden. Es müssen keine zusätzlichen Haushaltsmittel durch den Staat bereitgestellt werden. Denn der EKF speist sich im Wesentlichen aus den Erlösen aus dem Zertifikathandel im Rahmen der CO2-Bepreisung. Die Einführung des nationalen Emissionshandels für den Wärmemarkt ab 2021 bietet die Gelegenheit, den EKF zum zentralen Förderinstrument im Gebäudebereich aufzuwerten. Wärmeversorger müssen ab dann CO2-Zertifikate erwerben und werden die dadurch entstehenden Kosten an die Endverbraucher weitergeben. Wer als Verbraucher also mehr heizt, muss mehr fürs Klima zahlen. Über das vorgeschlagene Förderkonzept fließen diese Mittel in den Gebäudesektor zurück und werden für Maßnahmen, die dem Klimaschutz und der Energiewende zugutekommen, genutzt.
Das Konzept der Deutsche Wohnen – der Förderung energetischer Modernisierungen in Gebäuden durch den EKF – führt dazu, dass Mieter in den ersten Jahren sogar von einer geringeren Gesamtmiete profitieren. So würde zum Beispiel eine Berliner Familie, die in einer 90-Quadratmeter-Altbauwohnung wohnt, über den Förderzeitraum rund 4.300 Euro einsparen. Zusätzlich halbieren sich die Energiekosten der Wohnung nahezu. Somit könnte das wichtigste Hemmnis, nämlich die Kostenbelastung für die Bewohner, pragmatisch gelöst werden.
Das Ergebnis wäre ein Meilenstein auf dem Weg zum klimaneutralen Gebäudebestand, von dem alle profitieren: Die Mieter und Selbstnutzer werden entlastet, Vermieter erfahren eine höhere Akzeptanz bei Modernisierungsvorhaben und Deutschland kann seinen versprochenen Beitrag zum Klimaschutz leisten.
Weitere Informationen zum Konzept:
www.deutsche-wohnen.com/klimakonzept
Quelle: PM der DW vom 15.06.2020
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Dezentral erzeugter Strom aus erneuerbaren Energien kann bilanziell und perspektivisch den Bedarf an elektrischer Energie in Bayern decken. Das ist das Ergebnis einer gemeinsam angelegten Studie der Netzbetreiber Bayernwerk Netz GmbH (Bayernwerk), LEW Verteilnetz GmbH (LVN) und Main-Donau Netzgesellschaft. Die Bayerischen Stromnetzbetreiber haben analysiert, welche Entwicklungspfade hinsichtlich der regenerativen Stromerzeugung für Bayern möglich sind und ob Klimaneutralität im Stromsektor erreicht werden kann. Wissenschaftlich begleitet wurden die Netzbetreiber dabei von der Forschungsstelle für Energiewirtschaft e.V.
Die aktuelle Untersuchung knüpft an die Vorgängerstudie aus dem Jahr 2015 an und beschreibt die zukünftige Entwicklung der regenerativen Stromerzeugung in Bayern. In vier Szenarien liegen in hoher regionaler Auflösung die Prognosen für Wind und Photovoltaikanlagen auf Gebäuden sowie Freiflächen vor. Die beiden Szenarien „Vernetzung“ und „Regionale Erzeugung“ richten den Blick bis in das Jahr 2060 und gehen von einer vollständigen Klimaneutralität der Stromerzeugung in Bayern aus. Dies erfordert einen erheblichen Zubau an Photovoltaik- und Windkraftanlagen. Eine CO2-neutrale Stromversorgung lässt sich hingegen nicht erreichen, wenn der Zubautrend der letzten drei Jahre lediglich fortgeschrieben (Szenario Trend) oder der aktuelle bundespolitische Rahmen (Szenario Politik) zugrunde gelegt wird.
„Wir brauchen noch mehr Dynamik beim Ausbau der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien, wenn wir die Idee einer klimaneutralen Energieversorgung erreichen wollen“, sagt Egon Westphal, technischer Vorstand des Bayernwerks. „Den Verteilnetzen kommt dabei eine zentrale Rolle zu. Sie werden auch in Zukunft das stabile Rückgrat einer dezentralen Energieversorgung sein. Darauf können sich die Menschen in Bayern verlassen“, so Dr. Egon Westphal.
Neben der weiteren Integration der erneuerbaren Anlagen in das Stromnetz wird auch die absehbar zunehmende Beanspruchung der Stromnetze im Zuge neuer Anwendungen wie der Elektromobilität eine zentrale Aufgabe bleiben. Durch Netzausbau, den Einsatz innovativer Technologien sowie der Digitalisierung und Flexibilisierung in Erzeugung, Verbrauch und Speicherung sehen die Verteilnetzbetreiber sich für diese Aufgaben gut gerüstet. „Wir können den notwendigen Netzausbau zusätzlich optimieren, wenn wir auf Flexibilitätsoptionen in Erzeugung, Verbrauch und Speicherung netzdienlich zugreifen können“, erklärte Dr. Egon Westphal. Zudem werden die Verteilnetzbetreiber ihre Zusammenarbeit weiter intensivieren, um auch in Zukunft einen sicheren und effizienten Betrieb der Stromnetze sicherstellen zu können.
Einen besonderen Stellenwert mit Blick auf die klimapolitischen Ziele haben die beiden Szenarien „Vernetzung“ und „Regionale Erzeugung“. Das Vernetzungsszenario setzt dabei einen starken bundesweiten Stromaustausch über Leitungen voraus – im Hinblick auf Kostenoptimierung unter heutigen Bedingungen das ökonomischste Szenario. Im Szenario „Regionale Erzeugung“ wird hingegen Ökostrom bevorzugt vor Ort in Bayern erzeugt. In beiden Szenarien werden 2030 bereits rund 60 TWh grüner Strom erzeugt, 2060 sind es rund 85 TWh. Schreibt man den aktuellen Stromverbrauch fort, ließe sich mit dieser Menge 2030 rechnerisch rund 80 Prozent des Stromverbrauchs decken. 2060 produzieren die bayerischen Ökostromanlagen dann deutlich mehr Strom als verbraucht wird. Perspektivisch steht damit genügend regenerativer Strom für die Elektrifizierung neuer Anwendungen wie Elektromobilität, Ausbau von Wärmepumpen oder Power-to-X Maßnahmen zur Verfügung.
Ein wichtiger Baustein ist in beiden Szenarien der starke Zubau von Photovoltaikanlagen: Die installierte PV-Leistung auf Gebäuden erhöht sich von aktuell 9.500 MW auf 21.100 MW im Jahr 2030 bzw. 32.400 MW im Jahr 2060. Im Vernetzungsszenario verzeichnen zudem die Freiflächenanlagen einen deutlichen Zuwachs, von aktuell 3.000 MW auf 10.000 MW (2030) bzw. 25.200 MW (2060). Während im Regionalszenario der Zubau an Freiflächenanlagen etwas verhaltener ausfällt, kommt hier der Windkraft eine wichtigere Rolle zu. Das Szenario beschreibt einen Zubau der Windkraft von aktuell 2.800 MW auf 5.700 MW (2030) bzw. 9.300 MW (2060).
Im Regionalszenario erfolgt der stärkste Zubau von Windkraftanlagen mit +1.500 MW in Unterfranken. Es müssen aber auch Standorte in den südlichen Regierungsbezirken (Niederbayern: +1.200 MW und Schwaben: +1.100 MW) erschlossen werden, um die Klimaschutzziele zu erreichen. In den anderen Regierungsbezirken beträgt der Zubau zwischen 550 und 650 MW. Im Gegensatz zur Windkraft verteilt sich der Zubau von Freiflächenanlagen gleichmäßiger auf alle Regierungsbezirke. Mit 2.300 MW der größte Zubau entfällt auf den größten Regierungsbezirk, Oberbayern.
Im Bayernwerk-Netz heute schon zu mehr als 60 Prozent Erneuerbare
In das Bayernwerk-Netz speisen knapp 300.000 Anlagen Strom aus erneuerbaren Energien ein, zumeist aus Photovoltaik. Im Summe haben diese Anlagen eine Leistung von nahezu 9.000 Megawatt. So transportiert das Bayernwerk in seinen Netzen heute schon zu mehr als 60 Prozent regenerative Energie. Die wichtigsten Energieträger sind dabei die Photovoltaik, Wasserkraft, sowie Biomasse. Wind spielt eine untergeordnete Rolle.
Quelle: PM der Bayernwerk et al. vom 28.11.2019
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100% EEs, Bürgerenergie, CO2-neutral, DE-News, Erneuerbare, Forschung, Klimaschutz, Medien, Mieterstrom, Nachhaltiges Wirtschaften, Neue Bücher und Studien, News-Blog Bayern, PV, Plusenergiehaus-/siedlung, Umweltpolitik, eMobilität, Ökobilanz, Ökologie
Forstleute, Waldbesitzer und Naturfreunde sind in großer Sorge darüber, was seit Anfang 2018 in unseren Wäldern passiert: Durch zunächst Schneebruch und Winterstürme und die anschließende Dürre sowie Borkenkäferbefall ist es zu einem dramatischen Baumsterben gekommen. Und ein Ende ist nicht absehbar! Der Wald ist seit fast zwei Jahren im extremen Klimastress und die Forstleute befinden sich im permanenten Katastrophenmodus. Weit über 100 Millionen Altbäume sind bereits abgestorben. Dazu kommen mehrere Millionen vertrocknete Jungpflanzen. Diese wurden in den vergangenen Jahren gepflanzt, um den Wald noch vielfältiger und stabiler zu machen. Aber auch Naturverjüngung ist betroffen. Der Bund Deutscher Forstleute fordert, dass in Bund und Ländern sofort alle Anstrengungen forciert und gebündelt werden. Für ein strategisches Maßnahmenpaket schlägt der BDF dazu den „Carlowitz-Plan“ vor. Dessen Maßnahmen sollen den Wald in all seinen Funktionen und als wichtige systemrelevante Lebensgrundlage und Erbe für uns Menschen erhalten!
Neben der Baumart Fichte, die bisher hauptsächlich unter der Dürre zu leiden hat, zeigt nun offenbar mit der Rotbuche auch die wichtigste Laubbaumart und „Mutter des Waldes“ in unseren Wäldern deutliche und regional sogar bestandesweite Absterbeerscheinungen. „Das ist besonders dramatisch! Auf die Rotbuche, unsere natürliche Hauptbaumart, hatten wir Forstleute beim notwendigen Waldumbau hin zu klimastabilen Wäldern in den vergangenen Jahrzehnten hauptsächlich gesetzt“, so der BDF Bundesvorsitzende Ulrich Dohle. Hinzu kommt, dass durch Pilzerkrankungen an der Ulme und der Esche bereits zwei wichtige Baumarten in vielen Wäldern so gut wie verloren gegangen sind. Bei der Baumart Ahorn zeichnet sich eine ähnliche Entwicklung ab. Mit entsprechenden negativen Folgen für die Artenvielfalt und die forstlichen Handlungsoptionen für die Zukunft.
„Während wir Forstleute seit fast zwei Jahren mit der Beseitigung der bisher eingetretenen Schäden beschäftigt sind -und ein Ende ist nicht absehbar- bleibt die wichtige Zukunftsaufgabe, die Wälder klimastabil zu entwickeln, vielfach auf der Strecke. Wir sind einfach zu wenige geworden, um die Lage noch zu beherrschen!“, macht Dohle auf den massiven Personalschwund im Wald in den vergangenen zwanzig Jahren aufmerksam, bei dem etwa 50% der Forstbeschäftigten abgebaut worden sind.
Bundeswaldministerin Julia Klöckner hatte vor wenigen Tagen die Ergebnisse der Studie der ETH Zürich aufgegriffen und ein massives Aufforstungsprogramm angekündigt. Der BDF fordert, diese Verlautbarung zeitnah in konkretes Regierungshandeln umzusetzen. Dazu müssen die erforderlichen finanziellen und personellen Ressourcen bereitgestellt werden.
„Das Gemeinwohl und die Daseinsvorsorge vor allem in den öffentlichen Wäldern müssen wieder deutlich in den Vordergrund rücken!“, konkretisiert Dohle die Forderungen. „Die starke erwerbswirtschaftliche Ausrichtung in den vergangenen zwei Jahrzehnten war eine politische Fehlentwicklung, die nun schnellstmöglich korrigiert werden muss!“ Bayern hat diesen Paradigmenwechsel für seinen Staatswald bereits eingeleitet. Andere Bundesländer müssen nun folgen!
Der Wald ist nicht nur Opfer des Klimawandels sondern er wird auch dringend gebraucht, um den Klimawandel abzumildern. Denn er ist als lebendiger Speicher von Sonnenenergie eine bedeutende CO2-Senke.
Der Umgang mit dem Waldsterben in den achtziger Jahren hat gezeigt, dass verantwortungsvolle und zielgerichtete Umweltpolitik dazu beitragen kann, prognostizierte Schäden abzuwehren. Wenngleich die Ursachen und Wirkungen in der aktuellen Klimadebatte wesentlich komplexer sind, so kann man aus der Vergangenheit durchaus lernen.
Der Bund Deutscher Forstleute fordert daher in dieser Zeit des Klimanotstandes für den Wald die Einberufung eines Nationalen Waldgipfels! Als Grundlage für einen gesellschaftlichen Diskurs über den Wald durch Politik, Fachleute und waldinteressierte Gruppen erarbeitet der BDF aktuell den „Carlowitz-Plan“. Der Plan trägt den Namen von Hans Carl von Carlowitz (1713), der den Begriff der Nachhaltigkeit in der Forstwirtschaft erstmals geprägt hat. Die Nachhaltigkeit ist seither identitätsstiftendes Wesensmerkmal allen forstlichen Handelns!
Ulrich Dohle fasst es wie folgt zusammen: „Das sind keine einzelnen ungewöhnlichen Wetterereignisse mehr. Das ist der Klimawandel. Für den Wald habe ich daher heute den Klimanotstand ausgerufen. Es sind alle Anstrengungen zu unternehmen, um unsere Wälder als prägendes grünes Drittel unseres Landes und systemrelevante Lebensgrundlage zu erhalten! Nur so werden wir dem Prinzip der Nachhaltigkeit gerecht!“
Quelle: PM des BDF – Bund Deutscher Forstleute vom 15. Juli 2019
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WIESBADEN – Immer mehr Unternehmen, aber auch private Haushalte nutzen die Energie der Sonne zur Stromerzeugung: Im März 2022 waren auf Dächern und Grundstücken 2,2 Millionen Photovoltaikanlagen mit einer Nennleistung von insgesamt 58 400 Megawatt installiert. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, nahm damit die Zahl der Anlagen gegenüber dem Vorjahresmonat um 10,1 % zu, die installierte Leistung stieg binnen Jahresfrist um 9,7 %. Im Januar 2018, als die Zahl erstmalig erhoben wurde, waren es gut 1,7 Millionen Anlagen mit einer Nennleistung von 42 300 Megawatt gewesen. Seitdem stieg die Zahl der Anlagen um knapp 34,0 %, während sich die installierte Leistung um 38,3 % erhöhte.
Mit den Photovoltaikanlagen konnten im 1. Quartal 2022 rund 8,8 Milliarden Kilowattstunden Strom aus Sonnenlicht ins Netz eingespeist werden. Das waren 34,7 % mehr als im 1. Quartal 2021. Damals hatten Photovoltaikanlagen 6,6 Milliarden Kilowattstunden eingespeist. Gegenüber dem 1. Quartal 2018, als 5,4 Milliarden Kilowattstunden eingespeist wurden, ist die Netzeinspeisung um 64,3 % gestiegen.
Auch der Anteil der Photovoltaik an der gesamten Stromerzeugung ist gestiegen: Im 1. Quartal 2022 lag der Anteil der Photovoltaik bei 6,3 % der gesamten Stromerzeugung in Deutschland. Im 1. Quartal des Vorjahres hatte der Sonnenstrom noch einen Anteil von 4,7 %, im 1. Quartal 2018 hatte er bei 3,5 % gelegen.
Solarstrom ist Einnahmequelle für wachsende Zahl von Haushalten
Für viele private Haushalte ist Solarstrom nicht nur Energie-, sondern auch Einnahmequelle. 2020 hatten etwa 1,4 Millionen private Haushalte – das waren 3,6 % aller privaten Haushalte – Einnahmen aus der Einspeisung von Solarstrom ins Netz. Das waren fast 30 % mehr als 2014, dem ersten Jahr der Erhebung dieser Angabe. Die Einnahmen dieser Haushalte aus dem Stromverkauf lagen zuletzt bei durchschnittlich 174 Euro im Monat und damit in etwa gleich hoch wie im Vorjahr (177 Euro). Gegenüber 2014 mit 285 Euro gingen die durchschnittlichen Einnahmen um 39 % zurück. Eine Ursache für diesen Rückgang dürfte die nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sinkende Einspeisevergütung für neu installierte Photovoltaikanlagen sein. Derzeit liegt die Vergütung bei weniger als 7 Cent pro Kilowattstunde.
Betriebe in Deutschland erwirtschafteten 3,5 Milliarden Euro mit Photovoltaik
Die wachsende Verbreitung der Photovoltaik schlägt sich auch in den Umsatzzahlen der Betriebe nieder, die Produkte und Dienstleistungen zur Nutzung der Sonnenenergie anbieten. So stieg der Umsatz mit Photovoltaikanlagen und Komponenten binnen fünf Jahren von gut 2,5 Milliarden Euro im Jahr 2016 auf gut 3,5 Milliarden Euro im Jahr 2020. Das war ein Zuwachs um 39 %.
Methodische Hinweise:
Die Ergebnisse zu den Einnahmen der privaten Haushalte stammen aus den Laufenden Wirtschaftsrechnungen (LWR). Haushalte mit einem regelmäßigen monatlichen Nettoeinkommen von 18 000 Euro und mehr bleiben in den LWR unberücksichtigt, da diese nicht beziehungsweise in zu geringer Zahl an der Erhebung teilnehmen. In die LWR werden nach den gesetzlichen Vorgaben Haushalte von Selbstständigen (Gewerbetreibende und selbstständige Landwirte und Landwirtinnen sowie freiberuflich Tätige) nicht einbezogen.
Die Daten über den Umsatz mit der Produktion von Gütern, Technologien und Dienstleistungen zur Nutzung erneuerbarer Energien stammen aus der Erhebung „Güter und Leistungen für den Umweltschutz“, bei der Betriebe des Produzierenden Gewerbes sowie des Dienstleistungsbereiches in Deutschland Angaben zu umweltschutzbezogenen Umsätzen und Beschäftigten gemeldet haben.
Weitere Informationen:
Daten zur installierten Leistung von Photovoltaikanlagen im EU-Vergleich finden Sie in unserem Internetartikel.
Weitere Ergebnisse zu den Einnahmen privater Haushalte finden Sie auf der Themenseite.
Quelle: PM vom 21. Juni 2022 von destatis.de
Schlagworte:
DE-News, Erneuerbare, PV, Plusenergiehaus-/siedlung