Gartenstadt Dresden Hellerau


© Foto: Eva M. Battis / Nils M. Schinker

01109 Dresden: Hellerau gilt als eines der frühen Zeugnisse der Moderne. Mit Experimentiergeist bündelte sie die verschiedenen lebensreformerischen Strömungen der Aufbruchstimmung des frühen 20. Jahrhunderts. Hellerau gilt als „Kinderstube” des Werkbundes und ist eine Manifestation seiner Ideen. Fertigstellung: 1955

Die Grundidee der Gartenstadt geht aus der Publikation “ Tomorrow – A Peaceful Path to Real Reform“ (1989) des Briten Ebenezer Howard hervor. Ziel war es den schlechten innerstädtischen Wohnbedingungen eine geplante Stadtentwicklung entgegenzusetzen. Diese stadtnahen Siedlungen sollten durch großzügige Grünanlagen und eine Einheit von Wohnen, Arbeiten und Kultur die Vorteile der ländlichen Regionen mit dem Leben in der Großstadt kombinieren. Die Gartenstadt Hellerau ist in Deutschland das erste gebaute Ensemble nach klassisch englischem Vorbild (Letchworth, Hampstead Garden).

Größe: 336 Wohnhäuser sind nach den Ideen der Gartenstadt zwischen 1909 und 1913 entstanden. Der Stadtteil hat allerdings insgesamt ca. 900 WE für rund 2.000 Einwohner.

Fotogalerie 2018 - 2007


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Fotogalerie von 1995 (rund 37 Fotos, extern):
www.stadtgrenze.de/…hellerau.htm
Das nach einem Entwurf von Heinrich Tessenow im Jahr 1911 gebaute Festspielhaus Hellerau gilt als Vorläufer des Bauhaus-Stils und ist damit von architekturgeschichtlicher Bedeutung.

Holzbau
Eine weitere Besonderheit ist in der Strasse “Am Sonnenhang” zu finden: hier befinden sich unterschiedliche Holzhaustypen, die zwischen 1921 und 1939 entworfen und errichtet wurden. Darunter befindet sich der Prototyp eines Fertighauses des Architekten Bruno Paul, das sog. “DE-WE-Plattenhaus 1018”, dass mit Konstruktionen aus Sperrholzplatten 1925 errichtet wurde. Außerdem die sog. “Hellerauer Schatulle”, das mit einer Wohnfläche von 50 m² kleinste Holzhaus des Architekten Wilhelm Kreis.

Hellerau gilt als Pioniertat im nachhaltigen und umweltbewussten Bauen, angefangen mit der gemeinnützigen Trägerschaft über die innovative Gestaltung der Grundrisse und Ausstattung der Häuser bis hin zur kostenbewussten und teilindustrialisierten Bauweise. Den durch Typisierung und Standardisierung geleiteten Rationalisierungsgrundsätzen der Architekten wird geschichtlicher Wert im Streben nach Vereinfachung und Vereinheitlichung im Siedlungsbauwesen zugeschrieben (Hermann Muthesius, 1920).

Veröffentlichungen
Nils M. Schinker (2013): “Die Gartenstadt Hellerau 1909-1945: Stadtbaukunst. Kleinwohnungsbau. Sozial- und Bodenreform”. Promotion an der TU Dresden
www.hellerau-buergerverein.de/…die-gartenstadt-hellerau-1909-1945

Eva M. Battis / Nils M. Schinker (2018): Gestaltungsfibel Gartenstadt Hellerau.
www.hellerau-buergerverein.de/…gestaltungsfibel-fuer-die-gartenstadt-hellerau

Links
Festspielhaus Hellerau: www.hellerau.org
www.hellerau-buergerverein.de
Gartenstadt-Gesellschaft Hellerau AG: www.ggh-ag.de/…gartenstadt-hellerau
Erweiterung der Gartenstadt: https://wolframbaltin.de/projekte1.html
www.stesad.de/gartenstadterweiterung_dresden_hellerau.html
www.bauwelt.de/…Laboratorium-einer-neuen-Menschheit-Gartenstadt-Hellerau-Dresden…
www.welt.de/…Es-gibt-ein-Leben-nach-der-Waldschloesschenbruecke.html

Netzwerkes Europäische Gartenstadt
www.european-garden-city.net



Zuletzt aktualisiert: 3. Dezember 2020

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