Thomas-Müntzer-Siedlung


04249 Leipzig-Knauthain: 665 WE, Stadtplanung: Joachim Eble Architektur, dezentralen Siedlungseinheiten; Solarorientierung (90% der WE sind SSW oder SSO orientiert) und integriert in das Freiraumkonzept von sogenannten Landschaftskammern; Ressourcensparende Baulandnutzung mit minimiertem Erschließungsaufwand im Bereich der Wohnbebauung; Ökologische Flächennutzung mit hoher Natur- und Freilandqualität auf den siedlungsnahen Ausgleichsflächen.

GFZ 0,7 bis 0,8; Freiräume werden zu ökologischen Funktions- und Erfahrungsräumen gebündelt und als Aus-gleichsflächen aktiviert wie Windschutz, Kaltluftentstehung, Miertergärten, Versickerungsflächen etc.; Siedlungsorganismus als Regenrückhalte- und Versickerungssystem; Niedrigenergiestandard; Einbindung solarer Wärme in das Fernwärmesystem; Abwasser- Trennsystem; Druckleitung für Fäkalwasser; Oberflächenwasser versorgt das siedlungsinterne Wasserkonzept.

Adresse Knautnaundorfer Straße
Lage südlicher Stadtrand, südlich des ehem. Dorfes Knauthain, im Übergang zum Landschaftsraum (am Rand ehemaliger Braunkohlen-Tagebaue)
Projekt
Bauzeit Planung 1997 (# 2) (bereits realisierte Teile vermutlich 1999- 2001)
Architekt Joachim Eble Architektur
Gartenarchitekt
Bauherr teilweise: dfh-Siedlungsbau Sachsen-Thüringen GmbH
dfh = das familiengerechte Heim; die dfh ist eine seit 40 Jahren tätige gemeinnützige Siedlungs- und Wohnungsbaugesellschaft, die. sich bundesweit vorwiegend um den Eigenheimbau für größere Familien kümmert
Größe geplant ca. 25 Hektar, realisiert ca. 8 Hektar
Wohneinheiten 665 WE (# 1; geplant, nur teilweise realisiert)
Wohnungstyp überwiegend Reihenhäuser, z.T. Einzelhäuser
Anmerkungen Bauabschnitt z.T. fertig, z.T. erschlossen und teilbebaut; Bauten der dfh teilweise in organisierter Gruppenselbsthilfe (# : Bauschild)

Fotogalerie 2004


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Städtebau, Architektur
Städtebau Vorstädtische Eigenheimsiedlung “auf der grünen Wiese”
Architektur überwiegend konventionelle Reihenhausbebauung, zweigeschossig mit Satteldach (ausgebaut/ ausbaufähig) oder Pultdach mit zurückgesetztem Staffelgeschoss; z.T. Reduzierung der Fensteröffnungen auf der Nordseite
Materialien Bau z.T. Ytong-Gasbetonstein (# : Bauschild); überwiegend Putzbauten
Öko z.T. Solaranlagen auf Satteldächern
Freiraum
Vorgarten kleine Vorgärten, konventionell
Garten privat, klein
Spielplatz z.T. mit Rückhaltemulde kombiniert (im nordwestlichen Bauabschnitt)
Stellplätze den Häusern zugeordnet; auch kleine Sammelstellplätze; Pflaster mit Fuge
Regenwasser offene Regenwasserrinne entlang der Wege und Straßen, gepflastert;
Rückhaltemulden teilweise in Freiraum integriert (als Spielplatz nutzbar)
großes, von der Ingenieurtechnik dominiertes Regenrückhaltebecken (Bewertung: nicht integrationsfähig)
Straße Sammelstraße asphaltiert/ getrennter Fußweg, Erschließung gepflastert/ Mischfläche; Wege gepflastert; (Wertung: Erschließungsflächen z.T. überdimensioniert)
Hinweis In der Zeit der DDR entstanden große Hochhaussiedlungen (“Plattenbauten”, 1960- 1990), während die um 1870- 1910 entstandenen Innenstadtwohngebiete verfielen. 14 Jahre nach der Deutschen Einheit, hat die ökonomische Krise zu einer starken Abwanderung aus Leipzig geführt, und damit verfallen jetzt leerstehende Innenstadtwohngebiete (z.B. das Gebiet östlich der Innenstadt), und in den Hochhaussiedlungen werden in großem Stil Häuser abgerissen (vor allem in Grünau, westliches Stadtgebiet).
Quelle: Hartl, Johann/Lee, Eun-Heui: Ökosiedlungen in Deutschland. Ein Reiseführer zu realisierten, ökologisch-orientierten Wohnsiedlungen in Deutschland 1980- 2002. Berlin/Seoul, 2003. Deutsche CD-Ausgabe, Ottobrunn 2004


Zuletzt aktualisiert: 24. Dezember 2020

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