Das Forschungsprojekt HYPV hat einen Leitfaden erarbeitet, der CO2-arme Strom- und Wärmenetze diskutiert. Er soll Energieversorgern die Planung erleichtern.
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Das Forschungsprojekt HYPV hat einen Leitfaden erarbeitet, der CO2-arme Strom- und Wärmenetze diskutiert. Er soll Energieversorgern die Planung erleichtern.
Einmütig saßen sie nebeneinander: Der Oberbürgermeister, der peruanische Bergführer, hochrangige Vertreter von Kirchen und Stiftungen und Aktivist/innen…
Den ganzen Beitrag vom 1.12.2016 lesen von Bonn im Wandel
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Bonn, Transition-Town, Umweltpolitik
Das ist das wichtigste Ergebnis der Voruntersuchung zum Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben Animal Aided Design. Einblicke in die Planungsidee und Ergebnisse der Voruntersuchung gibt eine Fachtagung am 17. Januar 2019 in Berlin. Veranstalter sind das Bundesamt für Naturschutz (BfN) sowie die Technische Universität München und die Universität Kassel.
Animal-Aided Design ist eine Planungsmethode, die helfen soll, die Bedürfnisse von Wildtieren besser in die Planung von Gebäuden und Grünflächen zu integrieren, sowohl im Städtebau als auch in der Landschaftsarchitektur. Konkret bedeutet das, dass im Wohnumfeld erwünschte Tierarten, wie Igel, Singvögel oder Schmetterlinge, bereits zu Beginn der Planung ausgewählt werden. So können ihre Ansprüche bereits zum Gegenstand der Ausschreibung von Wettbewerbsverfahren gemacht und dann in die Ausgestaltung von Hochbauten und Freiräumen konkret mit einbezogen werden. Keine Rolle spielt dabei, ob es sich um Neubauten oder Sanierungsmaßnahmen handelt.
BfN-Präsidentin Prof. Dr. Beate Jessel erklärt: Animal-Aided Design zeigt in einem interdisziplinären Ansatz von Ökologie, Zoologie, Architektur, Landschaftsarchitektur und Planung, wie konkrete Maßnahmen zum Schutz und zur Entwicklung der biologischen Vielfalt gerade im städtischen Wohnumfeld ökologisch sinnvoll und in ästhetisch ansprechender Form gelingen können. Etwa indem Nisthilfen für Mauersegler in die Fassaden von Gebäuden integriert werden, blühende und nektarreiche Pflanzungen für Schmetterlinge gestaltet und schützende Gehölze für Sperlinge und andere Vogelarten angelegt werden. Zugleich entstehen so neue Formen der Zusammenarbeit mit Akteuren nicht nur aus der Landschaftsarchitektur und Grünplanung, sondern auch der Wohnungswirtschaft und Architektur. So werden wichtige neue Zielgruppen mit großem Wirkungsbereich und Flächenverantwortung erreicht.
Prof. Dr. Wolfgang Weisser, Professor für Terrestrische Ökologie an der Technischen Universität München betont: Angesichts anhaltenden Städtewachstums ist es von entscheidender Bedeutung, Maßnahmen, die der biologischen Vielfalt zugutekommen, aktiv in städtische Planungsprozesse einzubinden. So kann ein wichtiger Beitrag geleistet werden, um städtische Natur und ihre Ökosystemleistungen in der Stadt zu erhalten.
In der aktuellen Stadtentwicklung erscheint es jedoch oft schwierig, menschliche Interessen mit den Ansprüchen stadtbewohnender Tierarten zu verbinden. Hier setzt Animal-Aided Design an, das darauf zielt, Tierbedürfnisse aktiv in die Stadt- und Freiraumplanung einzubinden.
Dr. Thomas E. Hauck vom Fachgebiet für Freiraumplanung an der Universität Kassel führt hierzu an: Animal-Aided Design rückt die Ansprüche einzelner Arten in den Fokus und zielt darauf ab, deren Bedürfnisse in die Entwurfsplanung zu integrieren. So können ganz neue urbane Naturbilder entstehen und Naturerfahrungen in der Stadt ermöglicht werden. Die Kenntnisse über den Lebenszyklus einer Art und über die Bedürfnisse der Tiere in allen Lebensphasen sind der Schlüssel für erfolgreiches Gestalten mit Tieren. Um eine Population der gewünschten Tierart mit einer hohen Wahrscheinlichkeit dauerhaft zu unterstützen oder anzusiedeln, müssen die Planerinnen und Planer über die spezifischen Bedürfnisse des Tieres in all seinen Lebensphasen Bescheid wissen und diese Kenntnisse dann in die Entwurfsplanung einbeziehen.
Im Rahmen der Fachtagung Animal-Aided Design im Wohnumfeld werden die Ergebnisse der Voruntersuchung vorgestellt und mit Akteuren aus Planung, Naturschutz und Wohnungswirtschaft diskutiert. Präsentiert werden die Ergebnisse der bundesweiten Umfrage unter Wohnungsbauunternehmen zur Rolle von Wildtieren im Wohnumfeld, die Entwürfe von zehn Beispielprojekten und die Erfahrungen der an der Studie beteiligten Wohnungsbauunternehmen. Darüber hinaus werden die Hindernisse und Potentiale zur Artenförderung im Wohnumfeld bei Neubau, Sanierung und in der Pflege der Gebäude und Freiflächen diskutiert. Vorgestellt und diskutiert werden die Erfahrungen mit Artenförderung in der alltäglichen Praxis von Stadtentwicklung und Naturschutz und erfolgreiche internationale Ansätze und Beispiele.
Hintergrund
Seit Anfang 2017 wird die Voruntersuchung zum Entwicklungs- und Erprobungsvorhaben Animal-Aided Design Einbeziehung von Tierbedürfnissen in die Planung und Gestaltung von Freiräumen als Kooperationsprojekt der Technischen Universität München und der Universität Kassel vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) gefördert. Der Fokus der Betrachtung liegt auf den gebäudebezogenen Freiflächen im Wohnungsbau. Im Rahmen des Forschungsprojektes sollte geprüft werden, für welche Tierarten, für welche Projekte des Wohnungsbaus und in welchen Phasen der Objektplanung eine Anwendung von AAD in der Stadt generell erfolgsversprechend ist.
Quelle: Pressemitteilung Bundesamt für Naturschutz, 16.01.2019
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Begrünung / Klimaanpassung, Naturnahe Freiraumgestaltung, Quartiere, Wild-/Tierfreundliches Bauen
Das Clouth-Quartier, ein Projekt der Kölner Stadtentwicklungsgesellschaft moderne stadt GmbH, wurde in der Kategorie „Soziale Quartiersentwicklung“ mit einem „polis AWARD“ in Silber (2. Preis) ausgezeichnet.
Beworben hatten sich rund 100 Kommunen, Entwicklungsgesellschaften, Architekten, Bauträger und Initiativen wie Baugruppen. Prämiert wurden aktuelle Projekte aus Deutschland, zusammengefasst in den Kategorien Urbanes Flächenrecycling, Reaktivierte Zentren, Soziale Quartiersentwicklung und Lebenswerter Freiraum. Außerdem wurden herausragende Arbeiten von Studierenden mit dem „polis AWARD Campus“ geehrt.
Der hochkarätig besetzten Jury unter Leitung von Reiner Nagel, Vorstandsvorsitzender der Bundesstiftung Baukultur, gehören 13 Vertreter von Verbänden, Entwicklern, Architekten, Immobilienunternehmen und Städten an. „Die Entwicklung des Clouth-Quartier gibt eine zukunftsweisende Antwort darauf wie die Entstehung von Wohnraum einer hohen Nachfrage entgegenkommen kann. Die Jury lobt die Vielseitigkeit, die in dem neuen Quartier entsteht: Private und öffentlich geförderte Wohnformen stehen im Einklang mit sozialen Einrichtungen Kreativwirtschaft und Sharing-Angeboten. Die Jury spricht sich anerkennend über die gelungene Einbindung des Quartiers in das ohnehin soziokulturell sehr bunte Stadtviertel Köln-Nippes aus und ist davon überzeugt, dass die Diversität des Quartiers vor allem durch die gelungene Kooperation der unterschiedlichen Akteure erreicht wurde“ heißt es in der Erklärung der Preisrichter.
„Wir freuen uns über die Auszeichnung. Dies bestätigt uns auf unserem Weg, das Clouth-Quartier aus einem abgeschotteten ehemaligen Industrieareal zu einem vitalen Quartier zu entwickeln. Der Preis zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind und spornt uns an, in dieser Hinsicht weitere Ideen zu entwickeln“, erläuterte Andreas Röhrig, Geschäftsführer der Stadtentwicklungsgesellschaft moderne stadt GmbH, die das Quartier seit über fünf Jahren entwickelt.
Das Clouth-Quartier entstand auf dem 14,5 Hektar großen Gelände der ehemaligen Clouth-Gummiwerke im Stadtteil Nippes. Die Stadt erwarb das Areal 2012 und übereignete es an die moderne stadt GmbH. Dort entstehen neben Eigentumswohnungen, frei finanzierten und öffentlich geförderten Mietwohnungen auch vergünstigte Genossenschafts- und Werkswohnungen sowie themenbezogene Baugruppenprojekte. Etwa 30 Prozent der Einheiten werden als geförderte Wohnungen realisiert. „Ein wesentlicher Fokus in der Gesamtentwicklung des Clouth-Quartiers liegt auf bezahlbarem Wohnen“, so Thomas Scheitza, ebenfalls Geschäftsführer der moderne stadt GmbH. Bis zur Fertigstellung des Quartiers, voraussichtlich Ende 2021, werden 1.200 Wohnungen sowie 500 Arbeitsplätze auf dem ehemaligen Industrieareal entstehen.
Soziale Mischung, vielfältige Wohnformen, gemeinnützige Angebote
Der Bauphase gingen umfassende Qualifizierungsverfahren wie Ideenwettbewerbe für die Gebäude und Freiflächen sowie die Auswahl der Baugruppen voraus. Dies gewährleistete eine hohe Akzeptanz des Quartiers bei Neubürgern und bestehenden Nachbarn. Dies gilt insbesondere für die Grün- und Freiflächen, die der Förderung des nachbarschaftlichen Miteinanders dienen. Zudem wurde Wert darauf gelegt, das Quartier in die bestehenden soziokulturellen Strukturen des Stadtviertels Köln-Nippes zu integrieren: über Jahrzehnte war das Industriegelände nur für Firmenangehörige zugänglich. Nun wurde es geöffnet: Neue Rad- und Fußgängerwege verbinden Bestandsquartiere im Westen mit dem Clouth-Gelände, dem Johannes-Giesberts-Park und der Straßenbahn-Haltestelle im Osten. Außerdem werden im Clouth-Quartier freie Künstler und Unternehmen der Kreativwirtschaft angesiedelt werden.
Ferner wurde ein Schwerpunkt auf die Schaffung sozialer Einrichtungen gelegt. So sollen gemeinnützige Organisationen wie zwei Kitas, eine Spielewerkstatt sowie eine Jugendfilmschule ein Zuhause finden. Die Ansiedlung weiterer Bildungseinrichtungen ist geplant. Innovative Dienstleister wie zwei Mobilitätshubs, an denen unter anderem Mietfahrräder und Car-Sharing zur Verfügung stehen, ergänzen die nachhaltige Ausrichtung.
An die Sieger sowie an die Zweit- und Drittplatzierten der fünf Kategorien wurden am Abend des 25. April im Rahmen der Messe „polis convention“ in Düsseldorf die Preise überreicht. Zudem werden Nominierte und Siegerprojekte auf einem eigenen Messestand dem Fachpublikum präsentiert. Im vergangenen Jahr wurde die Fachmesse mit 180 Ausstellern von rund 3.000 Teilnehmern besucht.
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Auszeichnungen, DE-News, Köln, News-Blog NRW, Quartiere, Soziales / Kultur, Wettbewerbe & Preise, Wohnbau
Im Vorfeld des UN-Weltsiedlungsgipfels Habitat III weist der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) auf die großen Herausforderungen der zunehmenden Urbanisierung hin. Im Gutachten „Der Umzug der Menschheit: Die transformative Kraft der Städte“ betont der WBGU, dass sich in den nächsten Dekaden der Urbanisierung ein kurzes Gelegenheitsfenster öffne, „um die Weichen in Richtung Nachhaltigkeit zu stellen“ – siehe Drucksache 18/9590. In diesem Zusammenhang empfiehlt der Beirat eine Verkürzung des Habitat-Konferenzen-Rhythmus von 20 auf vier Jahre. Die jetzt anstehende Habitat-Konferenz findet vom 17. bis zum 20. Oktober in Ecuador statt. Auch solle das Thema „Urbanisierung und Transformation“ ein ständiger Tagesordnungspunkt der G20 werden.
„Das Gutachten beeindruckt angesichts seiner argumentativen Fülle und vielfältigen Beispiele zu den Urbanisierungsphänomenen und der Beschreibung der Auswirkungen. Der Deutsche Städtetag fühlt sich – nicht zuletzt durch seine Beiträge zum Gelingen der HABITAT-III-Konferenz in Quito im Oktober 2016 – in vollständiger Übereinstimmung mit dem Gutachten, was die zentrale Rolle der Städte angeht, die anstehenden Transformationsanforderungen zu bewältigen und ihre Chancen zu nutzen. Die Herausforderungen an städtische Transformationen kommen deutlich zum Ausdruck: Die Aufforderung zu einer nachhaltigen, global kodierten Stadtentwicklungspolitik ist ein Auftrag an die Weltgemeinschaft und nationale Politiken, Städte handlungsfähig zu machen und an die städtischen Gesellschaften, diese Handlungsfähigkeit zum Nutzen der urbanen Bevölkerung einzusetzen.“
Oberbürgermeisterin Dr. Eva Lohse
Präsidentin des Deutschen Städtetages
Der WBGU stellt in seinem Gutachten eine Transformationsstrategie zur nachhaltigen und „am Menschen orientierten Gestaltung“ der Urbanisierung vor. Städten kommt darin eine besondere Schlüsselrolle zu, denn „der Umzug der Menschheit könnte der wirkungsmächtigste Prozess sozialen Wandels im 21. Jahrhunderts werden“.
Die Wucht der derzeitigen Urbanisierungsdynamik und ihre Auswirkungen sind so groß, dass sich weltweit Städte, Stadtgesellschaften, Regierungen und Internationale Organisationen diesem Trend stellen müssen. Ein „Weiter so wie bisher“, würde ohne gestaltende Urbanisierungspolitik zu einer nicht-nachhaltigen Welt-Städte-Gesellschaft führen. Nur wenn Städte und Stadtgesellschaften ausreichend handlungsfähig werden, können sie ihre Kraft für eine nachhaltige Entwicklung entfalten: In den Städten wird sich entscheiden, ob die Große Transformation zur Nachhaltigkeit gelingt. In diesem Buch werden die Erfolgsbedingungen dafür diskutiert.
Im Gutachten werden fünf transformative, miteinander verknüpfte Handlungsfelder identifiziert:
Hinsichtlich des Klimaschutzes müssten beispielsweise bis 2070 fossile CO₂-Emissionsquellen ersetzt werden, schreibt der WBGU. Ebenso müsse eine „Abkehr von einem Großteil der gängigen Infrastrukturmuster“ erfolgen, um die Temperaturerhöhung auf deutlich weniger als zwei Grad Celsius zu reduzieren.
Dieser Link führt zu den Downloads der Gutachten
www.wbgu.de/hg2016
Quelle: Mitteilung WGBU, 29.09.2016
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