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Difu-Bericht: Große Unterschiede in puncto Nachhaltigkeit in deutschen Kommunen

Wie es in deutschen Kommunen um Nachhaltigkeit in der Stadtentwicklung steht, zeigt der neue Nationale Fortschrittsbericht zur Umsetzung der New Urban Agenda. Der Bericht wurde vom Deutschen Institut für Urbanistik im Auftrag des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) erstellt.

Berlin. Nachhaltigkeitsfragen nehmen sowohl in der Politik als auch in der Öffentlichkeit in den letzten Jahren einen immer größeren Raum ein. Mit der New Urban Agenda der Vereinten Nationen gibt es seit 2016 eine internationale Roadmap für mehr Nachhaltigkeit in der Stadtentwicklung.

Durch die New Urban Agenda hat sich die Bundesrepublik Deutschland verpflichtet, alle vier Jahre einen Fortschrittsbericht zu ihrer Umsetzung vorzulegen. So soll dokumentiert werden, in welchen Bereichen die deutschen Kommunen in Sachen Nachhaltigkeit in den vergangenen Jahren Erfolge erzielten und wo noch nachgesteuert werden kann. Zudem soll aufgezeigt werden, was die Umsetzung von Nachhaltigkeitszielen im Sinne der New Urban Agenda und der Agenda 2030 hemmt. Der erste nun vorliegende Fortschrittsbericht zeigt sehr deutlich, dass in vielen deutschen Städten – und zwar unabhängig von Größe und Lage – erste Schritte auf dem Weg zu einer nachhaltigen Transformation eingeleitet wurden. Im Fokus des Berichts stehen dabei die Themenfelder Klimawandel und Mobilität sowie Digitalisierung als Querschnittsthema.

Der Bericht und seine durch Indikatoren gestützten Datenanalysen verdeutlichen, dass die Nachhaltigkeitsbemühungen der Kommunen stark variieren. So erstellen einige Kommunen Bestandsaufnahmen zur Frage, wo die kommunale Arbeit an Ziele der New Urban Agenda anknüpfen kann. Andere Kommunen verfassen detaillierte Nachhaltigkeitsberichte, die sich auf ein umfangreiches Monitoring zu verschiedensten Indikatoren stützen.

Dieser Unterschiedlichkeit der Kommunen mit einem standardisierten Monitoring gerecht werden zu wollen, stellt eine Herausforderung dar. Daher muss der Prozess des Monitorings künftig fortlaufend weiterentwickelt und in den Kontext der Nachhaltigkeitsbemühungen von Bund und Ländern eingebettet werden. Hier zeigen sich jedoch – gerade in Bezug auf statistische Erhebungsmethoden und verfügbare Datenbestände – erhebliche Inkompatibilitäten. Mit Blick auf die Städte und Gemeinden selbst verdeutlicht der erste Fortschrittsbericht zur New Urban Agenda zudem, dass es oft fehlende Personalressourcen sind, die die Kommunen daran hindern, ihre Nachhaltigkeitsaktivitäten weiter auszubauen. Außerdem wird deutlich, dass sich die unterschiedlichen Rahmenbedingungen – demographisch, sozial, wirtschaftlich und fiskalisch – in den Kommunen unmittelbar auf die Priorisierung und Umsetzung von Nachhaltigkeitsaktivitäten auswirken.

Trotz dieser methodischen Herausforderungen kann die systematische Erfassung von Nachhaltigkeitsaktivitäten in Kommunen, wie sie die New Urban Agenda forciert, kaum unterschätzt werden. Denn im Kern legt sie einen wichtigen Grundstein für die Sensibilisierung von Verwaltung und Bevölkerung für das wichtige Thema Nachhaltigkeit.

Publikation & weitere Informationen:
difu.de/16642



Schlagworte:
DE-News, Neue Bücher und Studien, Preiswertes Wohnen, Quartiere, SDG 2030, Siedlungen, Stadt, Umweltpolitik, Wohnbau, Wohnbau-Politik


Happy Birthday, Passivhaus!

Das Passivhaus wird 30 Jahre alt – Pionierarbeit ebnet weltweit den Weg für Energieeffizienz

Das Passivhaus feiert 30. Geburtstag! Das als Experiment gestartete Pionierprojekt des Bauphysikers Prof. Wolfgang Feist kann sich einen großen Verdienst zu Gute halten: Als Klimaschutz erst bei sehr wenigen auf der Agenda stand, ebnete es den Weg für Energieeffizienz bei Gebäuden. Heute wird der Passivhaus-Standard rund um den Globus realisiert, darunter in beeindruckenden Leuchtturmprojekten. Weitere Gründe zum Feiern: Das 25jährige Bestehen des Passivhaus Instituts sowie die Jubiläumsausgabe der Internationalen Passivhaustagung.

„Ich bin natürlich froh über diese Entwicklung: vom ersten experimentellen Wohnhaus bis hin zu den weltweiten Projekten und Quartieren im Passivhaus-Standard“, erklärt Passivhaus-Pionier Prof. Wolfgang Feist. Er macht jedoch klar: „Ohne ein deutlich höheres Engagement der Regierungen geht es aber bei der besseren energetischen Ausführung von Gebäuden nur langsam voran.“ Dabei hat der Physiker mit dem Bau des weltweit ersten Passivhauses eine praktikable Lösung für hohe Energieeffizienz demonstriert.

Priorität Klimaschutz
Schon in den siebziger Jahren sei klar gewesen, so Feist im Interview, dass die Ressourcen der fossilen Energie begrenzt sind. Zudem verursache die Gewinnung und Nutzung dieser Energie zu hohe CO₂-Emissionen. Zusammen mit dem schwedischen Ingenieur Bo Adamson habe er nach Lösungen gesucht, wie sich Häuser ohne klassisches Heizsystem auch im mitteleuropäischen Klima umsetzen lassen. Die größte Motivation dabei: Klimaschutz.

Wärmeverlust stoppen
Klar war: Der typische aber unnötige Wärmeverlust in Gebäuden muss stark reduziert werden. Unter anderem durch eine gute Wärmedämmung an Wänden, beim Dach und zum Erdreich hin. Und eine zusätzliche, dritte Scheibe in den Fenstern. Ist das Gebäude zudem nahezu luftdicht gebaut und werden Wärmebrücken vermieden, dann bleiben die Innenräume mit Unterstützung passiver Wärmequellen wie der Sonneneinstrahlung ganz automatisch für lange Zeit angenehm warm. Im Sommer sind Passivhäuser angenehm kühl.

Von vielen belächelt
Schließlich ermittelte Prof. Wolfgang Feist Kennwerte für besseres Bauen: So entstand der Passivhaus-Standard. Feist legte fest, dass dieser für alle Interessenten frei verfügbar sein sollte. Das Pilotprojekt „Passivhaus“ baute Familie Feist in einer Gemeinschaft mit drei weiteren Familien, als Komplex aus vier baugleichen Reihenhäusern. Das Land Hessen unterstützte das Forschungsprojekt. Dennoch wurde es von vielen belächelt.

Forschung seit Tag 1
Auf einem Gelände, das die Stadt Darmstadt für „experimentelles Bauen“ ausgewiesen hatte, rollten im Herbst 1990 die Bagger an. Im Frühjahr 1991, vor genau 30 Jahren, feierten die Baufamilien zusammen mit der Öffentlichkeit Richtfest. Und im Herbst 1991 bezogen sie ihr neues Zuhause. Seit Tag 1 wird am weltweit ersten Passivhaus intensiv geforscht, aktuell läuft unter anderem ein Messprojekt der Internationalen Energie Agentur (IEA).

Soziale Gerechtigkeit
30 Jahre nach dem Bau des ersten Passivhauses sind Schulen, Kitas, Turnhallen, Supermärkte, Hallenbäder, Museen, Hotels sowie ganze Quartiere im Passivhaus-Standard selbstverständlich. Heute ist hinreichend bekannt, dass Passivhäuser nur sehr wenig Energie zum Heizen und Kühlen benötigen. Damit sind sie ein wichtiger Baustein für effektiven Klimaschutz. Und für soziale Gerechtigkeit. Den hohen Wohnkomfort gibt es als großes Plus dazu. Vermehrt legen Kommunen und Länder in ihren Bauvorschriften konsequente Energieeffizienz im Passivhaus-Standard fest. (Passivhaus-Beschlüsse).

Energieeffizienz ein Muss
Mit Blick auf die Klimakrise ist klar: Es muss energieeffizient gebaut werden. Gerade erst hat das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe das deutsche Klimaschutzgesetz in Teilen für verfassungswidrig erklärt: Die Regierung müsse klarer regeln, wie Emissionen nach dem Jahr 2030 effektiv gemindert werden sollen, so das Urteil.

Kipppunkte nahen
Energieeffiziente Gebäude sind grundlegend für eine flächendeckende Versorgung mit erneuer-barer Energie und damit wichtiger Teil der Lösung. „Wenn Kipppunkte erreicht werden, dann gibt es keinen Impfstoff, der das Grauen aufhält. Wir müssen jetzt handeln, um die Zukunft auf diesem Planeten lebenswert zu erhalten. Der Bausektor muss mehr zum Klimaschutz beitragen. Viele nationale Baustandards erlauben noch einen zu hohen Energieverbrauch“, mahnt Feist.

25 Jahre Passivhaus Institut
Das Potential energieeffizienten Bauens und Sanierens haben auch Hersteller und Handwerker als Chance begriffen. Die Komponenten-Datenbank des Passivhaus Instituts zählt mittlerweile über 1200 zertifizierte Bauteile. Früh hat die Technische Universität Innsbruck die Wichtigkeit für Forschung und Lehre erkannt: Bauphysiker Wolfgang Feist lehrte dort über zehn Jahre lang energieeffizientes Bauen. So wächst auch die Zahl der Fachleute. Jedes Jahr treffen sich viele von ihnen bei der Internationalen Passivhaustagung. Die findet, ebenfalls ein Jubiläum, in diesem Jahr bereits zum 25. Mal statt. Kurz vor der ersten Tagung 1996 hatte Wolfgang Feist das Passivhaus Institut gegründet. Das begeht nun sein 25jähriges Bestehen. Ein weiterer Grund zum Feiern.

Passivhäuser
Beim Passivhaus-Konzept wird der für Gebäude typische Wärmeverlust durch Wände, Fenster und Dach drastisch reduziert. Durch die fünf Prinzipien – gute Dämmung, dreifach verglaste Fenster, Vermeidung von Wärmebrücken, luftdichte Gebäudehülle sowie Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung – benötigt ein Passivhaus nur sehr wenig Energie. Passivhäuser können daher auf ein klassisches Heizsystem verzichten. Passiv“ werden die Häuser genannt, da der größte Teil des Wärmebedarfs aus „passiven“ Quellen wie Sonneneinstrahlung sowie Abwärme von Personen und technischen Geräten gedeckt wird.

In einem Passivhaus hält sich die Wärme sehr lange, da sie nur sehr langsam entweicht. Daher muss nur an sehr kalten Tagen aktiv geheizt werden. Insgesamt ist nur wenig Energie für die Bereitstellung dieser Restwärme vonnöten. Im Sommer (sowie in warmen Klimaten) ist ein Passivhaus ebenfalls im Vorteil: Dann bewirkt u.a. die gute Dämmung, dass die Hitze draußen bleibt. Eine aktive Kühlung ist daher in Wohngebäuden in der Regel nicht nötig. Durch die niedrigen Energiekosten sind die Nebenkosten kalkulierbar – eine Grundlage für bezahlbares Wohnen und sozialen Wohnungsbau. Ein Passivhaus verbraucht rund 90 Prozent weniger Heizwärme als ein bestehendes Gebäude und 75 Prozent weniger als ein durchschnittlicher Neubau.

Passivhaus und NZEB
Der Passivhaus-Standard erfüllt die Anforderungen der Europäischen Union an Nearly Zero Energy Buildings. Laut der Europäischen Gebäuderichtlinie EPBD müssen die Mitgliedstaaten die Anforderungen an so genannte Fast-Nullenergiehäuser (NZEB) in ihren nationalen Bauvorschriften festlegen. Die Richtlinie der EU ist seit Januar 2021 für öffentliche und private Gebäude in Kraft.

Pionierprojekt
Das weltweit erste Passivhaus errichteten vier private Bauherren, darunter Dr. Wolfgang Feist, vor über 28 Jahren in Darmstadt-Kranichstein. Die Reihenhäuser gelten seit dem Einzug der Familien 1991 als Pionierprojekt für den Passivhaus-Standard. Das Pionier-Passivhaus nutzt mit seiner neuen Photo-voltaikanlage nun erneuerbare Energie und erhielt das Zertifikat zum Passivhaus Plus.

Passivhaus und erneuerbare Energie
Der Passivhaus-Standard lässt sich gut mit der Erzeugung erneuerbarer Energie direkt am Gebäude kombinieren. Seit April 2015 gibt es für dieses Versorgungskonzept die neuen Gebäudeklassen „Plus“ und „Premium“.

Passivhaus Institut
Das Passivhaus Institut mit Sitz in Darmstadt ist ein unabhängiges Forschungsinstitut zur hocheffizienten Nutzung von Energie bei Gebäuden. Das von Wolfgang Feist gegründete Institut belegt eine internationale Spitzenposition bei der Forschung und Entwicklung zum energieeffizienten Bauen. Prof. Wolfgang Feist erhielt unter anderem 2001 den DBU-Umweltpreis für die Entwicklung des Passivhaus-Konzepts.

Quelle: PM des Passivhaus Institut vom 27.5.2021



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DE-News, Klimaschutz


25% der Klimagase in Europa entstehen durch Gebäude – Wissenschaftler fordern Politikwandel

Um ihrem Klimaschutzversprechen im Rahmen des Pariser Abkommens gerecht zu werden, muss die Europäische Union sicherstellen, dass alle 250 Millionen bestehenden sowie alle neuen Gebäude in der EU nahezu null Treibhausgasemissionen verursachen. In einem neuen Bericht fordern die europäischen nationalen Wissenchafts-Akademien durch ihren Zusammenschluss EASAC, weitreichende politische Maßnahmen. „Die Politik konzentriert sich seit langem darauf, energieeffiziente Gebäude zu schaffen, die einen geringeren Heiz- und Klimatisierungsbedarf haben oder erneuerbare Energie vor Ort erzeugen. Die Energie, die für den Betrieb von Gebäuden aufgewendet wird, ist jedoch nur ein Teil der Geschichte. Wir müssen den Geltungsrahmen erweitern und uns die Emissionen von Baumaterialien und -methoden ansehen – sowohl für neue Gebäude als auch für die Gebäudesanierung“, sagt William Gillett, Direktor des EASAC-Energieprogramms.

Derzeit werden jährlich zwischen 1 und 1,5 % des europäischen Gebäudebestands saniert. “Um die Ziele des Pariser Abkommens zu erreichen, sollte diese Rate zwei- oder sogar dreimal so hoch sein”, betont Gillett. “Aber noch wichtiger ist, dass wir bei der Berechnung der Klimaauswirkungen von Gebäuden die massiven Emissionen der Bauindustrie und der Lieferkette mit einbeziehen müssen. Ein Gebäude zu renovieren, um den Energieverbrauch zu senken, macht wenig Sinn, wenn es keine Regulierung des CO2-Gehalts der Baustoffe und Komponenten gibt, die für die Sanierung verwendet werden, und wenn diese über weite Strecken transportiert werden.”

Bislang konzentrierte sich die EU-Politik auf das Konzept der “Fast-Null-Energie-Gebäude” mit Schwerpunkt auf der Reduzierung des Energieverbrauchs, der für den Komfort der Gebäudenutzer benötigt wird. Laut der europäischen Wissenschafts-Akademien ist diese Vorstellung überholt: “Als Indikator für die Bewertung der Klimaauswirkungen eines neuen Gebäudes oder einer Renovierung sollten jetzt die Treibhausgasemissionen über den gesamten Lebenszyklus betrachtet werden, d.h. sowohl die Emissionen, die durch die Produktion der Baustoffe und Bauarbeiten entstehen, als auch die Emissionen, die durch die Nutzung des Gebäudes in den Jahren danach entstehen. In knapp 10 Jahren schließt sich die Tür für die Begrenzung der globalen Erwärmung auf weniger als 1,5 °C. In diesem Zeitraum muß dringend die Entstehung von Treibhausgasemissionen in der Vorkette der Renovierung begrenzt werden, um nahezu emissionsfreie Gebäude zu schaffen.”

Gebäude sollten so konzipiert sein, dass sie am Ende ihrer Lebensdauer demontiert und recycelt werden können.

Der Bericht weist darauf hin, dass der größte Teil der gebauten Umwelt immer noch nach einem linearen „Take-Make-Consume-Dispose“-Ansatz konzipiert ist. Der Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft würde es nicht nur ermöglichen, den Ressourcenverbrauch und den CO2-Fußabdruck zu reduzieren, sondern auch, das Abfallproblem anzugehen. “Kreislaufwirtschaft hat viele Facetten”, erklärt Prof. Brian Norton, Co-Vorsitzender der EASAC-Arbeitsgruppe, die den Bericht erstellt hat. “Viele Baumaterialien können wiederverwendet, recycelt und zurückgewonnen werden. Zunächst einmal sollten Gebäude und ihre Komponenten so konstruiert werden, dass sie am Ende ihrer Nutzung leicht demontiert werden können.”

Die energetische Sanierung bestehender Gebäude muss im Mittelpunkt der EU-Strategie stehen, argumentieren die Wissenschaftler. “Es ist wichtig, die Wiederverwendung bestehender Gebäude in Betracht zu ziehen, anstatt bestehende Gebäude durch neue zu ersetzen”, sagt Prof. Norton. “In einer Gebäudehülle steckt eine Menge CO2, vor allem in Beton und Stahl. Mit den heutigen Technologien und digitalisierten Prozessen ist das Renovieren viel einfacher und nachhaltiger geworden. Wir müssen die derzeitige Praxis stoppen, Strukturen abzureißen, um sie von Grund auf neu zu bauen.” Der Bericht argumentiert auch, dass die Gesetzgebung einen Grenzwert für den CO2-Gehalt pro m² Bodenfläche festlegen muss, der in ein Gebäude eingebracht werden darf, wenn es gebaut oder renoviert wird.

Klimaneutralität bis 2050 erfordert die Sanierung von mehr als 90.000 Wohnungen – pro Woche!

Im vergangenen Jahr stellte die Europäische Kommission ihre Strategie “Renovation Wave” vor, um die energetische Sanierung von Gebäuden in der EU voranzutreiben. Sie beabsichtigt, die Richtlinie zur Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden als einen der Eckpfeiler dieser Strategie zu überarbeiten. “Zwar gibt es seit 2002 eine Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden, die 2010 neu gefasst und 2018 überarbeitet wurde. Doch die Ergebnisse waren bisher wenig überzeugend”, sagt Dr. Gillett.

Die Herausforderung ist riesig. “Schätzungsweise 75 % der Gebäude, in denen die Europäer leben, haben eine schlechte Energiebilanz. Um sie zu sanieren, wären 146 Millionen Renovierungen in nur 30 Jahren erforderlich. Die derzeitigen Anstrengungen der Mitgliedsstaaten reichen nicht aus”, erklärt Prof. Norton. “Um Klimaneutralität zu erreichen, müssten wir in der gesamten EU mehr als 90.000 Häuser pro Woche renovieren – an sich schon eine enorme Herausforderung.”

Gebäude sind eine Emissionsquelle, auf die Kommunen einen großen Einfluss haben

Während die europäischen Wissenschaft-Akademien ihre politischen Empfehlungen in erster Linie an die Europäische Union richten, machen sie auch deutlich, dass Städte eine große Rolle spielen. “Gemeinderäte und Stadtplaner haben einen enormen Einfluss auf die Beschaffungsspezifikationen. Sie können die Renovierung und den Bau von Stadtvierteln mit nahezu null Treibhausgasemissionen, integrierten Energie- und Verkehrssystemen und angemessenen Grünflächen anregen. Sie können die Modernisierung bestehender Fernwärme- und Fernkältesysteme erleichtern oder neue Systeme mit optimierter Nutzung erneuerbarer Energien, einschließlich Photovoltaik, Wärmepumpen, Solar- und Erdwärme, Abwärme und natürlicher Kühlung, errichten. Und sie sind besonders gut aufgestellt, um die Renovierung von Sozialwohnungen voranzutreiben und die Grundsanierung von Privatwohnungen zu subventionieren, wo dies zur Reduzierung der Energiearmut notwendig ist”, sagt Prof. Norton.

Die Botschaften von EASAC an die politischen Entscheidungsträge

Ausstieg aus fossilen Brennstoffen bis 2030, Erhöhung der integrierten Versorgung von Gebäuden, Industrie und Verkehr mit CO2-freiem Strom und Wärme sowie beschleunigter Einsatz von Kohlenstoffabscheidung und -speicherung.

  1. Bereitstellung von Zuschüssen und Anreizen, um private Finanzierungen für energetische Gebäudesanierungen auszulösen, anzukurbeln und das Risiko zu verringern.
  2. Regulierung der Höhe des Gehalts von Treibhausgas-Emissionen in Baumaterialien und -komponenten und Förderung von Material-Recycling, Wiederverwendung von Gebäudekomponenten und Renovierungen anstelle von Abriss.
  3. Neuausrichtung der Bauvorschriften, Zertifizierungssysteme und Anreize für neue und renovierte Gebäude mit nahezu null Treibhausgasemissionen.
  4. Förderung von Gesundheit und Wohlbefinden, um die Renovierungsraten zu verdoppeln/verdreifachen, die die Luftqualität verbessern, den Zugang zu Tageslicht erhöhen, Zugluft und Überhitzung vermeiden und die THG-Emissionen reduzieren.
  5. Engagement von Behörden und Städte ein, Unterstützung bei der Verpflichtung zur Dekarbonisierung von Gebäuden und zur Reduzierung der Energiearmut.
  6. Ausbau und Modernisierung der Bauindustrie, um mit Kreislaufmodellen zu arbeiten, mit 3 Millionen zusätzlichen Arbeitsplätzen (einschließlich hochqualifizierter Arbeitsplätze), um neue und renovierte Gebäude mit nahezu null THG-Emissionen zu liefern.
  7. Verbesserung des Zugangs für Bauherren und Fachleute zu zertifizierten Daten über den THG-Emissions-Gehalt von Baumaterialien und -komponenten sowie über die Energie- und THG-Emissionseffizienz von neuen und renovierten Gebäuden.
  8. Aktualisierung der EU-Gesetzgebung (Gebäuderichtlinie, Erneuerbare-Energien-Richtlinie, Effizienz-Richtlinie, Emissionshandel, Taxonomie) unter Verwendung eines integrierten Ansatzes zum Ausstieg aus fossilen Brennstoffen, zur Erhöhung der Versorgung mit erneuerbaren Energien und zur Reduzierung der kumulativen THG-Emissionen von Gebäuden.

Über den wissenschaftlichen Beirat der Europäischen Akademien (EASAC)
Die Nationalen Wissenschafts-Akademien der Länder der Europäischen Union haben sich 2001 im European Academies‘ Science Advisory Council (EASAC) zusammengeschlossen. EASAC, als Beratungskomitee der europäischen Wissenschaftsakademien, erarbeitet Stellungnahmen, Berichte und populärwissenschaftliche Schriften zu aktuellen gesellschaftsrelevanten Themen in den Bereichen Energie, Umwelt und Biowissenschaften und richtet diese an die Institutionen der EU.
http://easac.eu



Schlagworte:
Bestand, CO2-neutral, DE-News, European Green Deal, Forschung, Klimaschutz, News-Blog Europa (ohne DE), SDG 2030, Umweltpolitik, Wohnbau-Politik, Wärmedämmung


G7-Erklärung: Wettrennen zur Klimaneutralität nimmt Fahrt auf

G7-Umweltminister:innen mit weitreichender Erklärung: 1,5 Grad-Limit rückt in den Mittelpunkt des Handelns – auch bei internationaler Klimafinanzierung soll es noch vor Weltklimagipfel Fortschritte geben

Bonn/Berlin (21. Mai 2021). Die G7-Umweltminister:innen haben heute eine weitreichende Erklärung zur Umsetzung von Klimazielen vereinbart: Sie stellt das Ziel in den Mittelpunkt, das 1,5 Grad-Limit in erreichbarer Nähe zu halten. „Das Wettrennen auf dem Weg zur Treibhausgasneutralität beschleunigt sich”, sagt Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch. “Sehr erfreulich ist, dass die Ankündigung von Zielen mit konkreten Beschlüssen zum Stopp der internationalen Kohlefinanzierung und die Ankündigung zusätzlicher Klimafinanzierung untermauert wird. Wichtig ist, dass sich beim G7-Gipfel auch die Regierungschefs und -chefinnen hinter diese Ankündigungen stellen.“

In der Erklärung heißt es, dass es bereits ab Ende dieses Jahres keine internationale Kohlefinanzierung mehr geben soll. Das ist insbesondere für Japan, den nach China zweitgrößten internationalen Kohlefinanzierer, ein gewaltiger Schwenk. Als nächster Schritt soll die internationale Finanzierung aller fossiler Energien aufgekündigt werden. Alle G7-Länder haben sich zudem verpflichtet, in den 2030ern aus Kohle, Öl und Gas im Stromsektor auszusteigen. Die multilateralen Entwicklungsbanken werden aufgefordert, den 1,5 Grad-Pfad in ihren Politiken umzusetzen. Zugleich stellen die G7-Staaten in Aussicht, zusätzliche internationale Klimafinanzierung für Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel deutlich vor dem Klimagipfel in Glasgow auf den Tisch zu legen.

Quelle: Germanwatch-PM vom 21. Mai 2021



Schlagworte:
Erneuerbare, International, Klimaschutz, Umweltpolitik


OB-Barometer 2021: Klimaschutz und Mobilität sind für Städte immer wichtiger

Für die Oberbürgermeisterinnen und Oberbürgermeister der deutschen Städte bleiben Klimaschutz und Mobilität trotz Pandemie die wichtigsten Themen. Eine deutliche Trendänderung zeigt das OB-Barometer 2021 des Deutschen Instituts für Urbanistik (Difu) beim Thema Innenstadtentwicklung, das stark an Bedeutung gewinnt.

Berlin. Das diesjährige OB-Barometer des Deutschen Instituts für Urbanistik (Difu) steht im Zeichen der Coronapandemie. So überrascht es nicht, dass die Stadtspitzen auf die Frage nach den momentan wichtigsten Themen für Städte die Bewältigung der Krise und ihrer Folgen mit 69 Prozent am häufigsten nannten. Einen erneuten Bedeutungszuwachs verzeichneten die Themen „Klima, Energie, Nachhaltigkeit“ mit 45 Prozent. Sieht man von der Sondersituation Corona ab, so stände „Klima“ aktuell sogar auf Platz 1. Bei diesem Politikfeld zeigte sich bereits 2020 ein starker Bedeutungszuwachs, 2021 schätzten die Stadtspitzen es sogar nochmals wichtiger als im Januar/Februar 2020 ein. Aber auch bei der Frage nach den wichtigsten Themen für die Zukunft nannten 53 Prozent der OBs „Klima, Energie, Nachhaltigkeit“ vor Mobilität (50 Prozent) und Digitalisierung (37 Prozent).

Dass Klimaschutz und Mobilität momentan und mit Blick auf die Zukunft als so wichtig eingeschätzt werden, unterstreicht den großen Stellenwert, den die Stadtspitzen Umweltfragen einräumen. „Die spannende Frage, ob Corona das Thema Klimaschutz in den Hintergrund drängt oder für eine zusätzliche Sensibilisierung sorgt, scheint in den deutschen Städten entschieden. Die Oberbürgermeisterinnen und Oberbürgermeister wollen ihre Stadt klimagerecht und mit einer angepassten Mobilität in die Zukunft entwickeln“, kommentiert Difu-Institutsleiter Prof. Dr. Carsten Kühl die Ergebnisse des aktuellen OB-Barometer 2021.

Eine deutliche Trendänderung offenbart das OB-Barometer 2021 beim Thema „Innenstadtentwicklung“. Hier sehen die Stadtspitzen aktuell und für die Zukunft einen starken Bedeutungszuwachs: Das Thema gewann in den letzten Jahren durch den zunehmenden Onlinehandel Aufmerksamkeit. Die Corona-Pandemie hat diesen Trend massiv verstärkt: Immer mehr Ladenlokale schließen, mehr Büros bleiben leer, seit viele Menschen aus dem Homeoffice arbeiten, und auch die Kulturszene musste in den digitalen Raum ausweichen – viele Innenstädte verlieren an Aufenthaltsqualität. Die Innenstädte stehen vor einem gewaltigen Umbruch, der die Kommunen vor große Herausforderungen stellt. Helmut Dedy, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, sagt: „Wir brauchen mehr Vielfalt, über den Handel hinaus. Deshalb arbeiten die Städte an neuen Konzepten für Innenstädte und Stadtteilzentren: Wir wollen mehr Platz für Begegnung, Grün, Kultur, Sport, Handwerk und Wohnen. Damit das gelingt, brauchen wir ein Förderprogramm Innenstadt des Bundes.“

Die Digitalisierung gehört weiter zu den TOP-Themen, hat jedoch keinen erneuten Bedeutungsgewinn auf kommunaler Ebene erfahren. Dies liegt vermutlich an den Anforderungen und bereits gemachten Erfahrungen und Veränderungen während der Coronapandemie. Die Themen Smart City, Wohnungsbau und Finanzen sind weiterhin unter den wichtigsten aktuellen Handlungsfeldern zu finden. Der Finanzlage der Kommunen wird dabei keine stärkere Dringlichkeit beigemessen, was daran liegen könnte, dass die Städte diese aufgrund fiskalischer Kompensationsmaßnahmen des Bundes und der Länder etwa so einschätzen wie in den beiden Vorjahren. „Aus den Ergebnissen der Befragung wird aber auch deutlich, dass die Einschätzung der Finanzlage eine Momentaufnahme ist und für die Kommunen in Zukunft nicht automatisch so sein wird. Die Oberbürgermeisterinnen und Oberbürgermeister nennen den Verlust von Steuereinnahmen als zweitgrößte Herausforderung in der Coronakrise. Und die Finanzpolitik ist der Politikbereich, bei dem die Kommunen am zweithäufigsten bessere Rahmenbedingungen von Bund und Ländern einfordern“, so Projektleiterin Dr. Beate Hollbach-Grömig.
Das Thema Coronamaßnahmen und Coronafolgen wird nach Einschätzung der Stadtspitzen in der Kommunalpolitik bald wieder an Brisanz verlieren: Mehr als zwei Drittel der Stadtspitzen nennen das Thema als momentan wichtiges Handlungsfeld, unter den wichtigen Themen für die Zukunft liegt „Corona“ jedoch nur noch auf dem vorletzten Platz.
Nur wenig verändert haben sich laut OB-Barometer 2021 die Wünsche der Oberbürgermeisterinnen und Oberbürgermeister im Hinblick auf die Handlungsfelder, in denen sie bessere Rahmenbedingungen durch Länder, Bund oder EU wünschen: An Bedeutung gewonnen hat hier der Wunsch nach Unterstützung im Handlungsfeld Digitalisierung (71 Prozent). Dies ist vermutlich überwiegend auf die in der Krise deutlich gewordenen Engpässe zurückzuführen – beispielsweise in der Datenübermittlung von Gesundheitsämtern, der Möglichkeit von Verwaltungsbeschäftigten, im Homeoffice zu arbeiten, oder in der digitalen Infrastrukturausstattung von Schulen. Auf den nächsten Plätzen folgen die Handlungsfelder Finanzen, Wohnungspolitik und Verkehr, in denen sich die Gewichtungen nur gering verschoben haben. Im Vergleich zu den Vorjahren ist eine Kontinuität in den „großen Linien“ der Kommunalpolitik festzustellen – und den gewünschten Verbesserungen der Rahmenbedingungen für die Arbeit vor Ort.
Detaillierte Ergebnisse, Grafiken, Charts, Fotos zum OB-Barometer 2021 sowie zu den Vorjahresauswertungen stehen auf der Difu-Website bereit:
Quelle: DIFU-PM vom 19.5.2021



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Beschaffung, DE-News, Erneuerbare, Klimaschutz, Kommunen, Mobilität, Stadt


Fraunhofer ISE-Kurzstudie: Vermehrter Zubau von großen PV-Aufdachanlagen mit kleinen Neigungswinkeln

In einer jüngst verfassten Kurzstudie erstellten Wissenschaftler der Abteilung Energiesystemanalyse am Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE eine Auswertung des Marktstammdatenregisters (MaStR) und der EEG-Anlagenstammdaten für die Photovoltaik (PV). Wichtige Erkenntnisse der Analysen waren, dass mit 38 Prozent der neuinstallierten Leistung der Leistungszubau in Deutschland zunehmend im Segment Aufdachanlagen größer 100 kW stattfindet, 22 Prozent der neugebauten PV-Anlagen in West, Ost oder Ost-West-Richtung errichtet werden und 19 Prozent dieser Anlagen Neigungswinkel kleiner 20 Grad haben.

Relative Anteile der verschiedenen Ausrichtungen am Anlagenzubau. Quelle: Eigene Berechnung auf Basis MaStR-Daten registriert ab 31.01.2019 (Stand 03.03.2020).


Das Marktstammdatenregister (MaStR) ist das Register für den deutschen Strom- und Gasmarkt. In ihm müssen seit Januar 2021 alle an das Netz der allgemeinen Versorgung angeschlossenen Stromerzeugungseinheiten eingetragen sein. Dies gilt auch für die stetig wachsende Zahl von Photovoltaikanlagen in Deutschland. Zusätzlich zu den Stammdaten Leistung und Standort einer PV-Anlage, die bereits im Erneuerbare-Energien-Gesetz-Register (EEG-Anlagenstammdaten) vermerkt wurden, erfasst das Marktstammdatenregister weitere Informationen wie zum Beispiel Ausrichtung, Neigung und Leistungsbegrenzung.
Diese Parameter wurden nun von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Fraunhofer ISE analysiert. Die Auswertung erstreckt sich über die Zeitspanne vom Jahr 2000 bis heute und zeigt die zeitliche Entwicklung in Bezug auf Anzahl, Leistung, Standort nach Bundesländern, Ausrichtung, Neigung sowie Leistungsbegrenzung auf. Dabei wurden unterschiedliche Auswertungskriterien in Betracht gezogen, die es ermöglichen, Aussagen zu folgenden Aspekten zu treffen: Anlagenzubau, Leistungszubau nach Anlagenklassen, Anlagenzubau nach Bundesländern, Anlagenausrichtung und Neigungswinkel.
Das Fraunhofer ISE wertet diese zentralen Parameter in regelmäßigen Abständen aus und macht die Ergebnisse öffentlich verfügbar. Zudem bietet das Institut auf Anfrage weiterführende Auswertungen dieser Datenbasis an.

82 Prozent der zugebauten Anlagen sind kleiner als 10 kW

Die Auswertung des Anlagenzubau nach Anlagenklassen zeigt im Wesentlichen, dass die Größenordnung <10 kW seit 2014 konstant bei einem Anteil von durchschnittlich 82 Prozent geblieben ist. Aufdachanlagen über 10 und bis zu 100 kW hatten eine Blütezeit zwischen 2004 und 2011, wo ihr Anteil bei Neuinstallationen – bezogen auf die Anlagenzahl – bei durchschnittlich 43 Prozent lag.

Wachsender Teil der zugebauten Leistung geht auf große Aufdachanlagen zurück

Bei der Untersuchung des Leistungszubau nach Anlagenklassen wird deutlich, dass sich der hohe Anteil der Anlagenklasse <10 kW bezüglich der Anlagenanzahl nur bedingt in einem hohen Leistungszubau widerspiegelt. Der Anteil der Anlagenklasse liegt seit 2014 recht konstant bei durchschnittlich 19 Prozent. Ein Anlagensegment, dessen relativer Anteil am Leistungszuwachs stark zugenommen hat, ist die Anlagenklasse der Aufdachanlagen von 100 bis 750 kW. Von 17 Prozent im Jahr 2012 hat sich ihr Anteil auf 38 Prozent im Jahr 2019 mehr als verdoppelt. Hingegen nimmt die Bedeutung von Freiflächenanlagen von 45 Prozent im Jahr 2012 auf 20 Prozent im Jahr 2019 ab.

Mehr als die Hälfte der PV-Anlagen wird nicht mehr in Bayern und Baden-Württemberg gebaut

Auf die beiden Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg entfielen zwischen 2000 und 2009 durchschnittlich 59,6 Prozent des Zubaus von Anlagen in Deutschland, dieser Anteil ging zwischen 2010 und 2019 auf durchschnittlich 44,5 Prozent zurück. In den gleichen Zeiträumen steigerte Nordrhein-Westfalen seinen durchschnittlichen Beitrag von 14,1 auf 18,3 Prozent, Niedersachsens Anteil stieg von 6,5 auf 9,2 Prozent und Brandenburgs Anteil erhöhte sich von 0,7 auf 2,2 Prozent. Alle restlichen Bundesländer verzeichneten ebenfalls Zuwächse, allerdings in geringerem Maße. Trotz des Rückgangs ihres Anteils verbleiben Bayern und Baden-Württemberg in 2019 mit 24,4 Prozent und 18,6 Prozent auf Platz eins und zwei beim Zubau von Anlagen. Hierauf folgen Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Hessen mit 17,9 Prozent, 9,2 Prozent und 6,1 Prozent.

73 Prozent der neu installierten PV-Anlagen sind in ihrer Leistung begrenzt

Nur rund ein Viertel der zugebauten Anlagen im Jahr 2019 besitzen keine Leistungsbegrenzung. 66 Prozent der neuinstallierten Anlagen dürfen gemäß EEG nur maximal 70 Prozent ihrer Leistung ins Netz einspeisen, weil sie über kein fernsteuerbares Einspeisemanagement verfügen. Dieser Anteil ist seit 2014 jährlich um durchschnittlich 4 Prozentpunkte pro Jahr gewachsen. Die restlichen leistungsbegrenzten Anlagen haben sogar noch höhere Begrenzungen auf 60 bis 50 Prozent infolge der Kombination mit einer Batteriespeicheranlage.

Zunehmender Anteil von PV-Anlagen mit Ausrichtung nach Osten und Westen

Während der Anteil von PV-Anlagen mit Südausrichtung von 61 Prozent im Jahr 2000 auf 42 Prozent im Jahr 2019 zurückgegangen ist, stieg in fast gleichem Maße der Anteil von Anlagen mit Ost- und Westausrichtung: Ost von 1 Prozent im Jahr 2000 auf 7 Prozent im Jahr 2019, West von 3 Prozent im Jahr 2000 auf 9 Prozent im Jahr 2019, Ost-West von 1 Prozent im Jahr 2000 auf 6 Prozent im Jahr 2019.

Anlagen werden zunehmend mit geringerem Neigungswinkel aufgebaut.
Der Anteil der zugebauten PV-Anlagen (Dach- und Freiflächenanlagen) mit weniger als 20 Grad Neigungswinkel betrug zwischen den Jahren 2000 und 2009 durchschnittlich 10 Prozent. Anschließend, zwischen 2010 und 2019, stieg der Anteil er auf durchschnittlich 19 Prozent an. Anlagen mit 20 bis 40 Grad Neigung machen zwischen 2000 und 2009 einen Anteil von durchschnittlich 63 Prozent aus, zwischen 2010 und 2019 fiel dieser auf 54 Prozent.

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Quelle: PM Fraunhofer ISE vom 19. Mai 2021



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Bestand, DE-News, Erneuerbare, Klimaschutz, Neue Bücher und Studien, PV, Plusenergiehaus-/siedlung, Quartiere, Siedlungen


Leitfaden für die Gestaltung unserer Lebensräume: Kodex für Baukultur veröffentlicht

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Baukultur wird zum anerkannten Ziel in der Immobilienbranche: Mit Unterstützung aus der Immobilien- und Wohnungswirtschaft initiierten und entwickelten das Institut für Corporate Governance in der deutschen Immobilienwirtschaft (ICG) und die Bundesstiftung Baukultur den Kodex für Baukultur, eine freiwillige Selbstverpflichtung für die verantwortungsvolle Aufgabenwahrnehmung von Unternehmen der Immobilienwirtschaft.

Die Immobilienwirtschaft trägt in ihrer Aufgabe als Projektentwickler, Planer, Bauherr, Eigentümer etc. in besonderem Maße Verantwortung für die Gestaltung unserer Lebensräume. Gleichzeitung bilden baukulturelle Werte und gesellschaftliche Akzeptanz die Basis für wirtschaftlichen Erfolg. Der Kodex für Baukultur unterstützt nun die Unternehmen der Immobilienwirtschaft dabei, aus eigener Initiative und im Rahmen einer Selbstkontrolle gesellschaftliche Verantwortung für die Konsequenzen immobilienwirtschaftlichen Handelns und für die gebauten Ergebnisse zu übernehmen. Dass Baukultur einen Mehrwert für die Immobilienwirtschaft bietet, ist mittlerweile in den Köpfen angekommen – wird allerdings nicht immer umgesetzt. In der Umfrage des Beteiligungsprozesses zum Kodex geben zum Beispiel 98% der befragten Unternehmen an, dass die Wertschätzung historischer Bestände als relevant oder mindestens bedingt relevant gesehen wird – nur die Hälfte der Befragten setzt dies allerdings in der Praxis auch stringent um.

Baukultur ist stets eng mit Prozessqualität verknüpft, weshalb den Initiatoren des Kodex für Baukultur die Einbeziehung der Akteure der Immobilienwirtschaft in den Erstellungsprozess ein zentrales Anliegen war. Da aufgrund der Corona-Pandemie eine persönliche Diskussion der Inhalte nicht möglich war, wurden Unternehmen der Immobilien-und Wohnungswirtschaft im Sommer 2020 aufgefordert, mittels einer Online-Befragung Feedback zum Entwurf des Kodex für Baukultur zu übermitteln und wurden so eingebunden. Die wissenschaftliche Begleitung erfolgte durch die IREBS der Universität Regensburg.

Prof. Dr. Sven Bienert, Vorstand Institut für Corporate Governance in der deutschen Immobilienwirtschaft /IREBS Institut der Universität Regensburg, spricht sich für diesen Kodex aus, denn: „In Zeiten steigender Bodenpreise und immer höherer Baudichten wird das Thema einer „Guten Baukultur“ immer wichtiger. Auch in der immer wichtiger werdenden Nach- und Umnutzung – beispielsweise von Kirchen die verstärkt auf den Markt kommen – wird die Immobilienwirtschaft diese Form der sozialen Verantwortung in Zukunft verstärkt beschäftigen.“

„Unser Ziel ist es, die Immobilienwirtschaft zukunftsfähig zu machen,“ so Karin Barthelmes-Wehr, Geschäftsführerin des ICG. „Hierzu gehört, dass wir die Akteure der Branche ermutigen, sich mit allen Anforderungen von ESG (Environment Social Governance) auseinanderzusetzen und hierbei neue Allianzen zu schmieden. Hierfür bietet der von uns vorgelegte Kodex für Baukultur eine sehr gute Grundlage im Bereich Planung, Entwicklung und Bau.“

Reiner Nagel, Vorstandsvorsitzender der Bundesstiftung Baukultur, betont: „Der Kodex für Baukultur stellt nun die Verantwortung des immobilienwirtschaftlichen Handelns für die räumlich auf uns wirkende, gebaute Umwelt und die daraus resultierenden Konsequenzen in den Fokus, womit Unternehmen in ihrer baukulturellen Kompetenz wachsen. Im Ergebnis profitiert durch den jetzt vorliegenden Kodex für Baukultur die Qualität der gebauten Umwelt.“

Den vollständigen »Kodex fürBaukultur« und eine Dokumentation des Beteiligungsprozesses finden Sie auf unserer Webseite. Er enthält folgende Forderungen (gekürzt).

Haltung und Werte:
• Ganzheitliche Baukultur
• Umsichtiges Handeln bei Neubau und Bestandsentwicklung
• Wertschätzung bereits bestehender Baukultur

Visionen und Ziele:
• Bestände nutzen
• Ressourcen schonen
• Vielfalt und Mischung fördern

Prozesse und Mittel:
• Lebenszyklusbetrachtung
• Qualitätssicherung
• Kooperative Zusammenarbeit

Zu den Unterstützern der Kodex für Baukultur zählen bereits:
• Art Invest
• Wertgrund
• Landmarken AG
• COPRO Projektentwicklung GmbH
• PRIMUS developments GmbH

Quelle: PM der Bundesstiftung Baukultur vom 17.5.2021



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DE-News, Kommunen, Wohnbau-Politik, Ästhetik / Architektur / Baukultur


Nach Beschluss in Spanien und WHO-Forderung: Deutsche Umwelthilfe verlangt Tempo 30 innerorts noch 2021

  • Andere Länder machen es vor: Spanien beschließt Tempo 30 in Städten; in französischen Städten mit Tempo 30 gibt es 70 Prozent weniger tödliche Unfälle
  • Bundesregierung scheitert an „Vision Zero“ und ignoriert Tempo 30 als Sofortmaßnahme in Eckpunktepapier für neues Verkehrssicherheitsprogramm
  • Aktuelle Woche der Straßenverkehrssicherheit der Vereinten Nationen identifiziert Herabsetzung der Regelgeschwindigkeit innerorts auf 30 km/h als zentrale Maßnahme zum Schutz von Menschenleben

Berlin, 19.5.2021: Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) erneuert ihre Forderung nach einer reduzierten Regelgeschwindigkeit von 30 km/h innerorts als Sofortmaßnahme zur Vermeidung von Verkehrstoten und Schwerverletzten. Vergangene Woche hat Spanien mit sofortiger Wirkung die Höchstgeschwindigkeit auf Hauptstraßen auf 30 km/h herabgesetzt. Aktuell läuft die Woche der Straßenverkehrssicherheit der Vereinten Nationen unter dem Motto #love30. Dabei hatte sich auch die Weltgesundheitsorganisation WHO für weltweit Tempo 30 in Städten und Dörfern ausgesprochen.

Dazu Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH: „Immer mehr Länder gehen voran und beweisen, dass Tempo 30 innerorts nicht nur die Zahl und Schwere der Verkehrsunfälle reduziert, sondern auch die Lärmbelastung senkt, die Luftqualität verbessert und die Lebensqualität erhöht. In unserem Nachbarland Frankreich gilt Tempo 30 schon seit 2020 in 200 Städten und hat dort zu 70 Prozent weniger tödlichen Unfällen geführt. Unsere Forderung nach Tempo 30 innerorts, die nun auch von der Weltgesundheitsorganisation unterstützt wird, ist konsequent und sollte noch 2021 in Deutschland umgesetzt werden. Dass Herr Scheuer keine sinnvollen Maßnahmen beschließt, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen, ist mittlerweile bekannt. Zumindest von den Grünen erwarten wir hier jedoch eine klare Positionierung: Kein Koalitionsvertrag ohne Tempo 30 in unseren Städten!“

Die schnelle Umsetzung von Tempo 30 ist besonders dringend, da die Bundesregierung mit dem im Koalitionsvertrag verankerten Ziel der „Vision Zero“ krachend gescheitert ist. Bis 2020 sollte eigentlich die Zahl an Unfalltoten um 40 Prozent reduziert werden. Mit den Maßnahmen der Bundesregierung gab es nur magere 25 Prozent weniger Unfalltote seit 2010. Seit Ende 2020 muss Deutschland zudem gänzlich ohne aktuelles Verkehrssicherheitsprogramm auskommen, weil das alte Programm ausgelaufen ist. Dennoch blendet das Eckpunktepapier der Bundesregierung, das als Grundlage für das neue Verkehrssicherheitsprogramm 2021-2030 dient, eine Absenkung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit als Lösungsansatz vollkommen aus.

Link
Für ein Tempolimit Jetzt! abstimmen: www.duh.de/tempolimit-jetzt

Quelle: DUH-PM vom 19.5.2021



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Bike-/Velo-City, DE-News, Klimaschutz, Mobilität, News-Blog Europa (ohne DE), Suffizienz, Transition-Town, Umweltpolitik


“Walden 48” ist der Gewinner des HolzbauPlus 2020 Wettbewerbs in der Kategorie “Wohnungsbau Mehrfamilienhaus Neubau”

Dieses Baugruppenprojekt mit 43 Wohneinheiten, einige davon als Maisonetten, wurde als Holz-Hybrid-Bau realisiert und zeigt beispielhaft die Qualitäten des Holzbaus im verdichteten urbanen Kontext. BAUHERR: Walden 48 GbR, c/o Mauer Bauprojektmanagement PROJEKT: Walden 48, 10249 Berlin ARCHITEKT: ARGE Scharabi | Raupach KONSTRUKTION: Schotten Massivholzkonstruktion (CLT) und Holztafelbauweise DÄMMUNG: Holzfaser und andere Weitere Infos zum Projekt Walden 48 www.holzbauplus-wettbewerb.info/index.php?id=13875&objektid=201 zu den weiteren Preisträgern www.holzbauplus-wettbewerb.info

Erklärfilm: Energetische Stadtsanierung

Potenziale auf Quartiersebene nutzen!

Das KfW-Programm „Energetische Stadtsanierung“ fördert mit dem Programmteil 432 integrierte energetische Quartierskonzepte und Sanierungsmanagements. Mit den Programmteilen 201 und 202 werden gebäudeübergreifende und infrastrukturelle Versorgungssysteme investiv unterstützt. Das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat stellt die Fördermittel für den energetischen Sanierungsprozess vom Einzelgebäude hin zum Quartier aus dem Energie- und Klimafonds (EKF) bereit. Weiter Informationen: www.energetische-stadtsanierung.info

30 Jahre-DASL-Sonderpreis für das Französische Viertel in Tübingen

Der Sonderpreis zum Thema „Städtebau revisited: Preise – Praxis – Perspektiven“ wurde dem Projekt Städtebaulicher Entwicklungsbereich Stuttgarter Straße, Französisches Viertel in Tübingen zuerkannt. Der parallel zum Städtebaupreis ausgelobte Sonderpreis dient der Akzentuierung besonders dringlicher Handlungsfelder im Städtebau und in der Stadtplanung. Er wurde am 23.4.2021 aus Anlass des 40-jährigen Jubiläums des Deutschen Städtebaupreises an Beiträge verliehen, die zwischen 1980 und 2010 mit Preisen und Auszeichnungen bereits gewürdigt wurden. Die Jurierung des Sonderpreises war sehr komplex, musste doch eine Spanne von 30 Jahren, also einer Generation, der damals als herausragend betrachteten Leistungen deutschen Städtebaus abgebildet werden und im Rückblick belastbare, robuste, objektive Kriterien herangezogen werden, die die Komplexität von 30 Jahre Städtebaugeschichte, 30 Jahre städtebauliche Leitbilder ausreichend abbilden konnten. Weiterlesen

Deutscher Städtebaupreis 2020 geht nachBerlin

Der in zweijährigem Turnus von der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung (DASL) mit maßgeblicher Unterstützung der Wüstenrot Stiftung verliehene Städtebaupreis geht in der Auslobung DSP 2020 an das Projekt Quartier am ehemaligen Blumengroßmark in Berlin. Zum Städtebaupreis wurden mit 81 Bewerbungen besonders viele Projekte eingereicht. Das Spektrum war sehr breit: stadtstrukturell-geographisch, thematisch, baulich-räumlich. Vom Rathausneubau im städtebaulichen Kontext einer kleinen Kommune bis zum großen Konversionsprojekt einer Metropolregion sah sich die interdisziplinär zusammengesetzte Jury (Stadtplanung, Architektur, Freiraumplanung, Denkmalpflege, Wirtschaft, Soziologie) in vielen Fällen vor eine sehr schwierige Entscheidung gestellt.

„Das Quartier am ehemaligen Blumengroßmarkt in Berlin Kreuzberg ist exemplarisch für einen ko-kreativen Stadtumbau, der das gemeinsame Leben und Arbeiten in den Mittelpunkt stellt und langfristig nachhaltige Entwicklungsstrategien im Quartier verfolgt. Das Projekt setzt Orientierung und Maßstäbe für die sozial orientierte, von vielfältigen Akteuren getragene Stadtentwicklung und ist im Sinne des Deutschen Städtebaupreises besonders beispielgebend. […]“ betont die Juryvorsitzende Prof. Dr. Christina Simon-Philipp, HFT Stuttgart.

Der Sonderpreis zum Thema „Städtebau revisited: Preise – Praxis – Perspektiven“ wurde dem Projekt Städtebaulicher Entwicklungsbereich Stuttgarter Straße, Französisches Viertel in Tübingen zuerkannt. Der parallel zum Städtebaupreis ausgelobte Sonderpreis dient der Akzentuierung besonders dringlicher Handlungsfelder im Städtebau und in der Stadtplanung. Er wurde aus Anlass des 40-jährigen Jubiläums des Deutschen Städtebaupreises an Beiträge verliehen, die zwischen 1980 und 2010 mit Preisen und Auszeichnungen bereits gewürdigt wurden. Die Jurierung des Sonderpreises war sehr komplex, musste doch eine Spanne von 30 Jahren, also einer Generation, der damals als herausragend betrachteten Leistungen deutschen Städtebaus abgebildet werden und im Rückblick belastbare, robuste, objektive Kriterien herangezogen werden, die die Komplexität von 30 Jahre Städtebaugeschichte, 30 Jahre städtebauliche Leitbilder ausreichend abbilden konnten.

„Das robuste städtebauliche Konzept und die Qualitäten des öffentlichen Raums sind das Markenzeichen des Quartiers, das eine große Lebendigkeit ausstrahlt. Man hat beim Flanieren durch den Stadtteil die Gewissheit, dass er mit zunehmendem Alter noch an Zuspruch und Vitalität gewinnen wird“, so das Juryurteil für das Projekt. Dreißig Jahre nach dem Wettbewerb für das Französische Viertel in Tübingen [Städtebaupreisträger aus der Einreichung 2001] erweist sich die Idee der Parzellierung als Erfolgsrezept mit hoher Alltagstauglichkeit und Beispielhaftigkeit für einen partizipativ orientierten Städtebau in Deutschland.

Der mit insgesamt 25.000 € dotierte Deutsche Städtebaupreis hat die Förderung einer zukunftsweisenden Planungs- und Stadtbaukultur zum Ziel. Er wird ausgelobt von der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung (DASL) und von der Wüstenrot Stiftung gefördert.

Es werden in der Bundesrepublik Deutschland realisierte städtebauliche Projekte prämiert, die sich durch nachhaltige und innovative Beiträge zur Stadtbaukultur sowie zur räumlichen Entwicklung im städtischen und ländlichen Kontext auszeichnen. Dabei sollen die Projekte in herausragender Weise den aktuellen Anforderungen an zeitgemäße Lebensformen ebenso Rechnung tragen wie den Herausforderungen an die Gestaltung des öffentlichen Raumes, dem sparsamen Ressourcenverbrauch sowie den Verpflichtungen gegenüber der Orts- und Stadtbildpflege.

In ihrer Sitzung im Februar 2021 vergab die Jury unter Vorsitz von Prof. Dr. Christina Simon-Philipp neben Städtebaupreis und den Sonderpreis noch sechs Auszeichnungen sowie sieben Belobigungen. Der Städtebaupreis ist mit 15.000 € und der Sonderpreis mit 5.000 € dotiert. Die Auszeichnungen erhalten 1.000 € und als vierte Kategorie werden Belobigungen ausgesprochen.

Die geplante feierliche Preisverleihung konnte aufgrund der COVID-Pandemie nicht in großer Runde stattfinden. Daher wurden die Nominierungen der 15 Projekte in einem Live-Stream mit rund 800 Zuschauern am 23. April 2021 aus der Akademie der Künste am Pariser Platz in Berlin übertragen. Das Fachsymposium, das dem Auslobungsthema des Sonderpreises 2020 „Städtebau revisited: Preise – Praxis – Perspektiven“ gewidmet war und die Preisverleihung werden mit Dokumentationsfilmen der ausgezeichneten Projekte auf der Seite www.staedtebaupreis.de präsentiert.
Anne Katrin Bohle, Staatssekretärin im Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat, betonte in ihrer Begrüßungsrede:

„Mit dem Deutschen Städtebaupreis werden seit 40 Jahren gestalterisch und stadtstrukturell besondere und zukunftsweisende städtebauliche Projekte ausgezeichnet. Sie erfahren nicht nur national eine herausragende öffentliche Aufmerksamkeit, sondern werden auch international besonders beachtet. Das BMI unterstützt modernes und nachhaltiges Bauen in hoher gestalterischer Qualität. Dabei ist es für uns unabdingbar, dass sich das „Projekt“, also ein Einzelgebäude oder ein Ensemble von Bauwerken in innovative und integrierte Strategien der Stadtentwicklung einfügt, denn die qualitätsvolle Gestaltung der gebauten Umwelt ist ein entscheidender Baustein für die Lebensqualität in unseren Städten und Gemeinden. Baukultur steht nicht nur für das Ergebnis, also ein ästhetisches, gutes Gebäude, sondern umfasst den gesamten komplexen Prozess von der Beteiligung und Mitsprache über das Planen, Bauen, Nutzen bis hin zum Instandhalten. In diesem Sinne begrüßen wir es sehr, dass die Deutsche Akademie für Städtebau und Landesplanung gemeinsam mit der Wüstenrot Stiftung gute Städtebauprojekte honoriert und in Anwendung der Prinzipien der Neuen Leipzig-Charta die Transformation der europäischen Städte zu gemeinwohlorientierten, nachhaltigen Lebensräumen voranbringt.“

Die DASL-Präsidentin Prof. Dr. (Univ.-Florenz) Elisabeth Merk ging weiter auf die Funktion des Deutschen Städtebaupreises ein und dankte der Wüstenrot Stiftung für ihre Unterstützung, ohne die die Auslobung des Preises nicht möglich wäre:

„Seit nun mehr 40 Jahren zeichnet der Deutsche Städtebaupreis Projekte aus, die gesellschaftliche und soziale Themen mit hervorragenden gestalterischen Lösungen in Architektur und Städtebau zum Tragen bringen. Die Kontinuität für nachhaltigen Städtebau einzutreten und so anderen Mut zu machen für Qualität einzutreten, prägt den Deutschen Städtebaupreis seit seinen Anfängen. Besonderen Dank gilt allen voran der Wüstenrot Stiftung, die den Preis finanziell und konzeptionell möglich macht, sowie allen engagierten Mitmachern und ganz persönlich auch Herrn Prof. Dr. Werner Durth, der als Impulsgeber den Preis in all den Jahren durch seine Kenntnis und Leidenschaft geprägt hat.“

Der Geschäftsführer der Wüstenrot Stiftung, Prof. Philip Kurz, begründet das Engagement der Stiftung für den Deutschen Städtebaupreis:

„Wir stehen aktuell vor großen Herausforderungen in der Gestaltung unserer Städte. Die Pandemie mit ihren Folgen hat noch einmal verdeutlicht, wie wichtig es ist, dass wir die richtigen Weichen für die Zukunft stellen – für die Lebensqualität der Menschen, für das Miteinander in unserer Gesellschaft, für ökonomische Vielfalt und für die Qualität unserer gebauten Umwelt. Der Deutsche Städtebaupreis würdigt die Gestaltung der Projekte ebenso wie ihren Beitrag für eine lebendige, vielfältige Zukunft unserer Städte. Mit unserer Unterstützung wollen wir die mit dem Deutschen Städtebaupreis verbundenen Chancen stärken und die Baukultur – die Qualität unserer gebauten Umwelt – in Deutschland fördern.“
Die Ergebnisse des Wettbewerbes und Details der Preisträger, der ausgezeichneten und belobigten Projekte sowie die vollständigen Jurybeurteilungen sind unter www.staedtebaupreis.de zu finden.

Darüber erscheint eine Dokumentation des Deutschen Städtebaupreises 2020 in der Reihe „STADT BAUEN“ im Wasmuth Verlag, voraussichtlich im Spätherbst 2021.

Der Jury zum Deutschen Städtebaupreis 2020 gehörten an:
• Juryvorsitzende Prof. Dr. Christina Simon-Philipp, Hochschule für Technik Stuttgart
• Prof. Undine Giseke, Technische Universität Berlin
• Prof. Dr. Markus Harzenetter, Landesamtes für Denkmalpflege Hessen, Wiesbaden
• Dr. Stefan Krämer, Wüstenrot Stiftung, Ludwigsburg
• Prof. Dr. (Univ. Florenz) Elisabeth Merk, Präsidentin DASL, München
• Dipl.-Ing. Jórunn Ragnarsdóttir, LRO Lederer Ragnarsdóttir Oei, Stuttgart
• Dipl.-Ing. Verena Schmidt, Teleinternetcafe Architektur und Urbanismus, Berlin
• Ständiger Gast für den Wissenschaftlichen Beirat Prof. Dr.-Ing. Werner Durth, Darmstadt

Die Ergebnisse im Einzelnen
Es wurden 139 Projekte, davon 58 im Sonderpreis von der Jury begutachtet und bewertet. Besonders bemerkenswert im Jubiläumsjahr 2020 war die ausgesprochen hohe Qualität der eingereichten Beiträge. Nach der Eingrenzung „der engeren Wahl“ auf 35 Projekte wurden diese zwischen Anfang Dezember 2020 und Ende Januar 2021 vor Ort von jeweils einem Jurymitglied besucht. Die verantwortlichen Akteure der Projekte wurden per Zoom oder draußen interviewt. Trotz der erschwerten Bedingungen durch die Pandemie konnte die Jury die Projekte sehr gut kennenlernen.
Aus der “engeren Wahl“ sprach die Jury für jeweils ein Projekt den Städtebau- bzw. den Sonderpreis aus, sechs Projekte (davon zwei im Sonderpreis) erhielten eine Auszeichnung und acht Projekten wurde eine Belobigung zuerkannt.
Deutscher Städtebaupreis 2020

Preisträger
Berlin| Quartier am ehemaligen Blumengroßmarkt

Auszeichnung
Bremen | Waller Sand
Heilbronn | Stadtquartier Neckarbogen – Erster Baustein einer neuen Stadtlandschaft
Regenburg | Jüdisches Gemeindezentrum mit Synagoge
Tirschenreuth | Ort des Lernens – Revitalisierung der historischen Fronfeste

Belobigungen
Anklam | Hansestadt Anklam- Rückkehr zur vertikalen Stadt
Burg | Stadt Landschaft Burg
Frankfurt am Main | Riederwald-Siedlung, Friedrich-List-Straße
Maitenbeth | Rathaus Maitenbeth
München | Stadtquartier an der Leopoldstraße

Sonderpreis 2020 “Städtebau revisited: Preise – Praxis – Perspektiven”

Preisträger
Tübingen, 2001| Städtebaulicher Entwicklungsbereich Stuttgarter Straße, Französisches Viertel

Auszeichnung
Hochheim am Main, 1983 | Planungsberatung und Initiativplanungen zur Regeneration der Altstadt sowie bisher verwirklichte Erneuerungsmaßnahmen
Köln, 1982 | Ersatzwohnungsbau und Blocksanierung auf dem Areal der ehemaligen Schokofabrik Stollwerck im Sanierungsgebiet Severinsviertel

Belobigungen
München, 2008 | Jüdisches Zentrum
Ulm, 2006 | Neue Mitte Ulm – Stadtumbau im Bürgerdiskurs

Link
https://staedtebaupreis.de/

Quelle: DASL-PM vom 23.4.2021



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Auszeichnungen, DE-News, Filme < 4 Min, Kasernenumnutzung, News-Blog Baden-Württemberg, News-Blog Berlin, Nutzungsmischung, Quartiere, Urbane Produktion


BMU/UBA-Bundespreis UMWELT & BAUEN 2021

Der von Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) und Umweltbundesamt (UBA) initiierte Bundespreis UMWELT & BAUEN unter der Schirmherrschaft von Bundesministerin Svenja Schulze würdigt Projekte, die die Idee eines neuen Bauhauses im Sinne von ganzheitlich nachhaltigen Gebäuden bereits heute realisieren. 2021 wird der Preis zum zweiten Mal verliehen, diesmal in vier Kategorien. Bewerben können sich alle Akteurinnen und Akteure des Baubereichs. Teilnahmeschluss ist der 25. Mai 2021. Verliehen wird der Preis am 7. September durch den Parlamentarischen Staatssekretär Florian Pronold und den UBA-Präsidenten Dirk Messner.

Die Diskussion um Klima-, Umwelt- und Gesundheitsauswirkungen von Gebäuden und deren Bau sind längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Themen wie Primärenergiebedarf, graue Energie oder gesundes Bauen sind nicht länger nur Expertinnen und Experten ein Begriff, sondern finden auch bei immer mehr privaten und öffentlichen Bauherrinnen und Bauherren Beachtung. Und das zu Recht – denn der Bausektor verbraucht enorme Rohstoff- und Energieressourcen und Bauprodukte können Umwelt und Gesundheit belasten. Zukunftsfähige Lösungen existieren bereits heute und werden auch schon umgesetzt. Der Bundespreis UMWELT & BAUEN zeichnet daher Leuchtturmprojekte in Sachen nachhaltigem Bauen aus und trägt dazu bei, die Vision der EU-Kommission für ein “Neues Europäisches Bauhaus” mit Leben zu füllen.

Über den Bundespreis

Auch in diesem Jahr wird der Bundespreis in den Kategorien “Wohngebäude”, “Nicht-Wohngebäude” und “Quartiere” verliehen. Neu ist eine vierte Kategorie “Klimagerechte Sanierung”. Neben diesen Wettbewerbskategorien kann die Jury Sonderpreise für besonders innovative Ansätze unter den eingereichten Projekten vergeben.

Teilnahmebedingungen

Aufgrund der thematischen Breite sind alle Akteurinnen und Akteure des Baubereichs eingeladen, sich zu bewerben: Von Bauherren und Bauträgern über Büros für Architektur, Gebäudetechnik-, Stadt- oder Landschaftsplanung bis hin zu Herstellern oder Forschungseinrichtungen. Die Ausschreibung richtet sich an in Deutschland bereits realisierte Bauwerke oder Quartiere in fortgeschrittener Planung; Mehrfachbewerbungen in verschiedenen Kategorien sind möglich (gilt auch für Sanierungsprojekte!).

Was die Gewinner erwartet

Den Preisträgern winkt öffentliche Wahrnehmung auf mehreren Ebenen. Die feierliche Preisverleihung erfolgt am 7. September 2021 im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit in Berlin, wo die prämierten Projekte der Fachwelt und den Medien vorgestellt werden. Auch auf den Websites des UBA und des Bundesumweltministeriums werden die ausgezeichneten Projekte dargestellt. Zu den preisgekrönten Nachhaltigkeitsbeispielen lässt das UBA Filme erstellen, welche die Gewinner an-schließend für ihre eigene Öffentlichkeitsarbeit nutzen können. Des Weiteren werden alle prämierten Projekte in einem Buch dokumentiert.

Weiteres
Näheres zu den Teilnahmebedingungen des Bundespreises Umwelt & Bauen sowie die Gewinner des Vorjahres finden Sie auf der Website des Bundespreises: www.umweltbundesamt.de/bundespreis-umwelt-bauen.

Bewerbungsfrist: 25. Mai 2021

Quelle: BMU



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Wettbewerbe & Preise


Studie “Urbane Produktion für eine Produktive Stadt”

Produktion in der Stadt ist kein neues Phänomen. So gehört eine Urbane Produktion – in ihren unterschiedlichen Ausprägungen und Entwicklungspfaden – zu den konstitutiven Merkmalen einer Stadt. Mit dem Begriff der Produktiven Stadt eröffnet sich die Möglichkeit, mithilfe eines strategischen Ansatzes die zentralen Aspekte der sich wandelnden sozioökonomischen Basis der Städte (Entfaltung neuer Produktions- und Arbeitsformen) mit den Zielen einer kompakten und funktionsgemischten Stadt zu verknüpfen.

In einem Forschungsvorhaben des iaw wurden die konzeptionellen Grundlagen der Urbanen Produktion und der Produktiven Stadt mit Blick auf die Situation in Bremen aufbereitet und in ihrem Wirkungsgefüge analysiert. Die Studie unterbreitet Vorschläge zur Beschreibung und Erfassung einer stadtaffinen und -verträglichen Urbanen Produktion sowie deren Einbettung in ein stadtentwicklungspolitisches Leitbild einer Produktiven Stadt. Anhand von sieben Referenzstädten (Wien, Zürich, Stuttgart, Hamburg, Frankfurt am Main, Wuppertal, Bochum) wurden entsprechende Aktivitäten herausgefiltert sowie deren Übertragbarkeit auf die Stadt Bremen überprüft. In der Stadt Bremen wurden acht Standorte und Quartiere (u. a. Tabakquartier, Kellogg-Areal) hinsichtlich ihrer Potenziale für die Umsetzung einer Produktiven Stadt untersucht.

Arbeitnehmerkammer Bremen (Hg.), Autoren: Nischwitz, Guido; Chojnowski, Patrick; von Bestenbostel, Martin (2021): Urbane Produktion für eine Produktive Stadt Bremen. Eine Chance für mehr Beschäftigung?” Reihe Arbeit und Wirtschaft in Bremen 34/2021, Bremen. 202 Seiten

Download-Link (pdf ca. 7 MB)
https://iaw.uni-bremen.de/f/71635f3091.pdf



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DE-News, Forschung, Nachhaltiges Wirtschaften, Neue Bücher und Studien, News-Blog Bremen, Nutzungsmischung, Quartiere, Stadt, Urbane Produktion


DIW zum European Green Deal: für Industrie ist regulatorischer Rahmen wichtiger als Fördergelder

Europäischer Green Deal bietet Chancen für Investitionen in emissionsintensive Grundstoffindustrie – Klarer politischer Rahmen muss sicherstellen, dass Investitionen auch wirtschaftlich sind und angestoßen werden – Einführung von CO2-Differenzverträgen und Reform des EU-Emissionshandels unerlässlich

Die klimaneutrale Transformation der Industrie gelingt nur, wenn sie sich für Unternehmen auch rechnet. WissenschaftlerInnen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) haben am Beispiel des emissionsintensiven Grundstoffsektors ausgearbeitet, welcher regulatorische Rahmen geschaffen werden muss, damit die Transformation zielgenau gelingt. Essenziell dafür sind wirksame CO2-Preise, die etwa über eine Ergänzung des Emissionshandels um einen Klimabeitrag und CO2-Differenzverträge erzielt werden können. Zudem würde etwa die Ankündigung eines Verkaufsverbots CO2-intensiv hergestellter Grundstoffe wie Stahl, Zement oder Plastik dafür sorgen, dass klimaneutrale Produktionsprozesse auch umgesetzt werden. Zudem muss der Staat Farbe bekennen und verbindliche Ziele für den Anteil klimaneutraler Produktion im Klimaschutzgesetz definieren.

„Konjunkturpakete zum Wiederaufbau nach der Corona-Krise bieten eine Chance zur Umsetzung des europäischen Green Deals“, sagt Karsten Neuhoff, Studienautor und Leiter der Abteilung Klimapolitik am DIW Berlin. „Eine Förderung der Investitionen allein reicht aber nicht aus. Damit Unternehmen tatsächlich in klimaneutralen Technologien investieren, sind klare regulatorische Rahmenbedingungen notwendig.“

„Konjunkturpakete zum Wiederaufbau nach der Corona-Krise bieten eine Chance zur Umsetzung des europäischen Green Deals“ Karsten Neuhoff

Zusammenspiel verschiedener Instrumente nötig

Als zentral führen die DIW-WissenschaftlerInnen etwa eine Reform des EU-Emissionshandels mit dem Ziel an, dass sich die CO2-Kosten der konventionellen Grundstoffproduktion auch in der Wertschöpfungskette niederschlagen. Dies könnte etwa über einen Klimabeitrag realisiert werden – einer Abgabe, die für jede Tonne produzierten oder importierten Grundstoff anfällt.

Ein zusätzliches wirkungsvolles Instrument sind demnach CO2-Differenzverträge. Sie sichern Investitionen in klimafreundliche Produktions- und Recyclingprozesse gegen Risiken unsicherer CO2-Preise ab.  „Das sichert Investoren einen festen Erlös pro Tonne eingespartem CO2 und reduziert Risiken und Kosten bei der Finanzierung“, erklärt Studienautor Jörn Richstein. „So können Projekte schon bei deutlich geringeren CO2-Preisen realisiert werden.“ Ebenfalls effektiv sind vergleichbare Differenzverträge für erneuerbare Energien – sie tragen dazu bei, dass die energieintensive Grundstoffindustrie sauberen Strom zu wettbewerbsfähigen Preisen beziehen kann.

Sicherstellen, dass Industrie klimaneutrale Optionen umsetzt

Zudem muss sichergestellt werden, dass die Industrie klimaneutrale Optionen auch wirklich umsetzt: Dazu könnte laut Studienautorin Franziska Schütze etwa ein nachhaltiges Finanzwesen beitragen. „Effektiv wären zudem Stresstests, die Unternehmen mit Blick auf ihre Klimaneutralität durchleuchten“, so Schütze. Neben Verkaufsverboten emissionsintensiv gefertigter Grundstoffe wären auch öffentliche Ausschreibungen unter nachhaltigen Kriterien sowie bessere Bedingungen für Kreislaufwirtschaft und Recyclingprozesse und die notwendige Infrastruktur unerlässlich.

„Ein Zusammenspiel dieser und weiterer Maßnahmen würde dazu beitragen, dass die grüne Transformation und damit auch Klimaneutralität bis 2050 erreicht wird“, resümiert Studienautorin Olga Chiappinelli. „Nun liegt es an der Politik, diese Instrumente auch anzustoßen, um in der Wirtschaft Vertrauen zu schaffen, und klare Zielvorgaben für ihre Umsetzung festzulegen.“ Damit die erforderlichen Maßnahmen rechtzeitig und koordiniert umgesetzt werden, müssten im deutschen Klimaschutzgesetz und auch auf Europäischer Ebene Ziele für den Anteil CO2-neutraler Produktion verankert werden.

Quelle: PM des DIW vom 11.3.2021



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European Green Deal, Klimaschutz, News-Blog Europa (ohne DE), Umweltpolitik


Nachhaltigkeitsrat startet „Berichtsrahmen nachhaltige Kommune“

„Kommunen sind entscheidende Treiber für die nachhaltige Entwicklung unserer Gesellschaft“, erklärt Dr. Werner Schnappauf, Vorsitzender des Rates für Nachhaltige Entwicklung (RNE). „Alle 17 Nachhaltigkeitsziele stehen in direktem oder indirektem Zusammenhang mit den Aufgaben einer Kommune. Der neue Berichtsrahmen nachhaltige Kommune, der BNK, kann eine große Hilfe für weitere Fortschritte im Bereich Nachhaltigkeit sein“, so Schnappauf.

Von kommunaler Seite besteht seit langem ein großes Interesse an einem Hilfsmittel für eine gute Nachhaltigkeitsberichterstattung. Viele Kommunen haben bereits Nachhaltigkeitsstrategien erarbeitet, beispielsweise im Rahmen des Projekts „Globale Nachhaltige Kommune“ der Servicestelle Kommune in der Einen Welt (SKEW) von Engagement Global. Es fehlte aber bisher ein Instrument, um die Umsetzung der Strategien zu evaluieren und bei Bedarf nachzusteuern. Die im Dialog „Nachhaltige Stadt“ vertretenen Oberbürgermeisterinnen und Oberbürgermeister haben daher den RNE im Jahr 2019 um die Entwicklung eines Berichtssystems gebeten, das auf dem Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) für Unternehmen aufbauen kann. Der Nachhaltigkeitsrat hat daraufhin gemeinsam mit den im Dialog „Nachhaltige Stadt“ vertretenen Oberbürgermeisterinnen und Oberbürgermeistern, den Regionalen Netzstellen Nachhaltigkeitsstrategien (RENN) sowie einer Vielzahl von weiteren Stakeholdern einen „Berichtsrahmen nachhaltige Kommune“ (BNK) erarbeitet.

„Aufgrund meiner langjährigen Erfahrung als Landrat ist mir besonders wichtig, dass der BNK ein Angebot für alle Kommunen darstellt und somit auch Landkreisen zur Verfügung steht. Wir freuen uns, dass der RNE seit letztem Jahr auch mit den Landkreisen eng kooperiert“, so Schnappauf.

„Als Kommunen setzen wir die Transformation zur Nachhaltigkeit um“ betont Markus Lewe, Ratsmitglied, Oberbürgermeister der Stadt Münster und Vizepräsident des Deutschen Städtetags, im Vorwort der BNK-Handreichung. „Insgesamt steht im BNK die Prozessorientierung im Vordergrund. Es geht nicht darum, Ergebnisse zu bewerten oder Kommunen miteinander zu vergleichen. Es geht um das gemeinsame Vorankommen und die vielen Schritte auf dem Weg hin zu mehr Nachhaltigkeit“, so Lewe.

Der BNK wird ab März 2021 in gemeinsamen Projekten mit der SKEW und vielen RENN-Partnern erprobt. Die Stadt Aschaffenburg wird dabei die erste von voraussichtlich 20 Pilotkommunen aus ganz Deutschland sein, die einen eigenen Nachhaltigkeitsbericht auf Basis des BNK erstellt. Den Auftakt für den Aschaffenburger Nachhaltigkeitsbericht bildete die gestrige Stadtratssitzung. „Die Stadt Aschaffenburg sieht sich als Kommune in der Verantwortung, all ihre Aufgaben im Sinne der Nachhaltigkeit wahrzunehmen und damit Vorbild zu sein. Diese Verantwortung wird in der Verwaltung und im Rat als Querschnittsaufgabe angesehen, an der auch alle Bürgerinnen und Bürger mitwirken, und hat in Aschaffenburg lange Tradition“, so Jürgen Herzing, Oberbürgermeister der Stadt Aschaffenburg und Mitglied im Dialog „Nachhaltige Stadt“ des RNE.

Die Erfahrungen aus den 20 Pilotkommunen sollen in die Weiterentwicklung des Berichtsrahmens einfließen. Die Veröffentlichung „Berichtsrahmen nachhaltige Kommune“ finden Sie ab sofort hier.

Quelle: PM des Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) vom 4.3.2021



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DE-News, SDG 2030, Stadt, Umweltpolitik


DIN-Empfehlungen für die Planung von ressourceneffizienten Gebäuden

Eine nachhaltige Entwicklung Deutschlands ist ohne ein ressourceneffizientes Bauwesen nicht denkbar. Die neue Expertenempfehlung VDI-EE 4802 Blatt 1 erläutert praxisnah die Anwendung des Konzepts der Ressourceneffizienz im Lebenszyklus von Gebäuden. Dazu schlüsselt sie die Aufgaben und Handlungsspielräume der einzelnen Akteure im Bauprozess auf. Anhand von Beispielen für eine gesteigerte Material-, Energie- und Flächeneffizienz unterstützt die Expertenempfehlung beim gesamten Planungsprozess hin zum ressourceneffizienten Gebäude.


Modernes Bauen muss nachhaltig sein, und die vielen verschiedenen Aspekte im Blick haben: die Nutzung ebenso wie die Kosten, den Ressourcenverbrauch und die kulturellen Hintergründe. Die Energie, die für neue Gebäude und Anlagen aufgewendet wird, muss genau geplant sein, und auch der spätere Energiebedarf muss so kalkuliert werden, dass er mit möglichst geringem Einsatz zu decken ist. Nicht zuletzt sollten auch die Bauprozesse selbst ressourcenschonend ablaufen. In Deutschland existiert dafür das Ressourceneffizienzprogramm (ProgRess).

Ziel der Expertenempfehlung VDI-EE 4802 Blatt 1 ist es, die am Bau Beteiligten in die Lage zu versetzen, ihre Bauprojekte ressourceneffizient zu gestalten, und insbesondere den Einsatz fossiler Energierohstoffe und den Ausstoß von Treibhausgasen zu minimieren. Es soll ein optimaler, zeitgemäßer Kompromiss aus Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit erreicht werden.

Ressourceneffizienz ist planbar und messbar. Der VDI hat dafür die Richtlinienreihe VDI 4800 herausgegeben, in der sich Grundlagen und Methodik, Strategien und Bewertungsverfahren finden. Die neue VDI-Expertenempfehlung VDI-EE 4802 Blatt 1 konkretisiert die Inhalte der Richtlinie und hilft bei ihrer Anwendung in der Praxis. Die Expertenempfehlung richtet sich an Verantwortliche im Bereich Bau- und Immobilienwirtschaft, Politik und Verwaltung.

VDI-EE 4802 Blatt 1 gibt Hinweise zur Bestimmung der Ressourceneffizienz, die sich aus der Ermittlung der quantitativen Nutzung von Ressourcen ergibt. In diesem Blatt wird die räumlichen Ebene eines Bauwerks betrachtet, primär bei Wohn- und Nichtwohngebäuden, sowie temporären Bauten. Weitere Blätter der Expertenempfehlung werden sich mit Ressourceneffizienz in Quartieren bzw. Städten befassen.

Herausgeber der VDI-Expertenempfehlung VDI-EE 4802 Blatt 1 „Ressourceneffizienz im Bauwesen – Gebäude“ ist die VDI-Gesellschaft Bauen und Gebäudetechnik (GBG). Die Expertenempfehlung ist im März 2021 erschienen und kann zum Preis ab EUR 110,90 beim Beuth Verlag bestellt werden. Onlinebestellungen sind unter www.vdi.de/4802 oder www.beuth.de möglich. VDI-Mitglieder erhalten 10 Prozent Preisvorteil auf alle VDI-Richtlinien. VDI-Richtlinien können in vielen öffentlichen Auslegestellen kostenfrei eingesehen werden.

Fachliche Ansprechpartnerin:
Dr. Frederike Wittkopp
VDI-Gesellschaft Bauen und Gebäudetechnik (GBG)
Telefon: +49 211 6214-466
E-Mail: wittkopp@vdi.de



Schlagworte:
DE-News, Faktor X, Ressourceneffizienz


„Internationaler Tag der Wälder“ am 21. März

Der Wald – was für eine Leistung!

© Abb.: FNR

Sturm, Dürre und Insektenplagen haben in den zurückliegenden drei Jahren den Wald in Deutschland sehr geschädigt. Da ist der „Internationale Tag der Wälder“ am 21. März ein guter Zeitpunkt, sich der vielfältigen Leistungen des Waldes bewusst zu werden.

„Wiederaufbau von Wäldern – ein Weg zu Erholung und Wohlbefinden“, so lautet das Motto der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) zum diesjährigen „Internationalen Tag der Wälder“. Die Welternährungsorganisation lenkt damit die Aufmerksamkeit auf zwei Dinge:

  1. Es besteht Handlungsbedarf bei der Wiederbewaldung. Nicht umsonst wurde dieser Tag auch als Startpunkt der UN-Dekade zur Wiederherstellung von Ökosystemen (2021-2030) gewählt. Die notwendigen Maßnahmen sind dabei regional unterschiedlich. In Deutschland haben Sturmschäden, Dürre und Käferbefall in jüngster Vergangenheit zu einem Rekordsterben bei Bäumen geführt. In manchen Gebieten sind ganze Wälder dürr. Laut aktuellem Waldzustandsbericht tragen nur noch 20 Prozent der Waldbäume eine gesunde Krone. Doch der Wiederaufbau ist im vollen Gange. Die Bundesregierung unterstützt über das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) mit umfassenden Finanzhilfen die Wiederbewaldung und die nachhaltige Waldbewirtschaftung. 277 000 Hektar werden in den nächsten Jahren wiederaufgeforstet. Wichtige Projekte zur breiten Palette an Waldthemen werden durch das Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe des BMEL sowie mit dem Waldklimafonds angeschoben, den das BMEL gemeinsam mit dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) trägt.
  2. Mit acht Kernbotschaften zeigt die FAO auf, wie das Wohlbefinden der Menschen eng verbunden ist mit dem Zustand der Wälder – nicht nur durch den Klimawandel.
    Denn der Wald liefert uns ein Füllhorn an Ökosystemleistungen:
  • Lebens- und Arbeitsraum Wald: Das betrifft nicht nur indigene Völker, die im oder mit dem Wald leben und die direkt von der Zerstörung der Wälder betroffen sind. Auch in einem Industrieland wie Deutschland leben Menschen vom Wald und seinen Produkten: Im Wirtschaftscluster Wald und Holz sind hierzulande über eine Million Menschen beschäftigt.
  • Erholungsraum Wald: Deutschland ist mit einem Waldflächenanteil von 32 Prozent ein Waldland. Den Deutschen wird traditionell eine enge Verbundenheit mit dem Wald nachgesagt. Statistisch drückt sich das mit über zwei Milliarden Waldbesuchen jährlich aus. Dabei gehen über zwei Drittel der Deutschen regelmäßig in den Wald. Im Schnitt hält sich jeder Besucher mindestens 20 Minuten in der „Grünen Lunge“ auf. Erholung steht an erster Stelle der Gründe für einen Waldbesuch.
  • Klimaschützer Wald: Mit dem Klimawandel wird uns die Bedeutung der Speicherfähigkeit von Kohlenstoff in der Biomasse der Wälder vor Augen geführt. Durch die Photosynthese entziehen Bäume der Atmosphäre das Treibhausgas Kohlendioxid (CO2). Damit wirken Wälder dem Klimawandel entgegen. Über 4,5 Milliarden Tonnen CO2 sind im Wald gebunden. Pro Hektar summiert sich das bei unseren heimischen Wäldern auf umgerechnet 114 Tonnen Kohlenstoff.
  • Biologische Vielfalt: Mehr als 10.000 Tier- und Pflanzenarten leben in Deutschlands Wäldern, die damit ein Hotspot der biologischen Vielfalt sind. In unseren Wäldern gibt es fast 200 Baum- und Straucharten, mehr als 1.000 krautige Pflanzenarten, fast 700 verschiedene Moose und mehr als 1.000 verschiedene Flechten- sowie ungezählte Pilzarten. Und vom Rothirsch bis zur Zwergspitzmaus leben in Deutschlands Wäldern 140 verschiedene Wirbeltierarten.
  • Viele weitere Ökosystemleistungen des Waldes wie etwa die Sauerstoffproduktion, die Luftkühlung und die Luftfilterung finden meist zu wenig Beachtung. Dabei sind Wald, Wasser, Boden und Atmosphäre untrennbar miteinander verbunden. Der Waldkörper bildet das Bindeglied zwischen den Elementen: So nehmen Wälder mit ihrer Verdunstungsrate erheblichen Einfluss auf den atmosphärischen wie den bodengebundenen Wasserkreislauf. Das Oberflächenwasser halten sie mit ihrer rauen Struktur zurück und bieten zusammen mit ihrem gigantischen Wurzelwerk einen formidablen Erosionsschutz. In den Bergwäldern bildet dieses Geflecht sogar den wichtigsten Lawinenschutz. Und obendrein sind Wälder Bodenbildner – mit einem Zentimeter in 100 Jahren erscheint es uns vielleicht langsam. Im erdgeschichtlichen Maßstab ist es allerdings rasant.

Eine Übersicht der Ökosystemleistungen bietet die Infografik.

 



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DE-News, Holzbau, Klimaschutz, Umweltpolitik, Ökobilanz


Bund unterstützt Entwicklung des “Büchel”-Quartiers in Aachen mit 5,5 Millionen Euro

  • Große Freude in Aachen: Eines der zentralen Stadtentwicklungsprojekte erhält Zuschlag für besondere Bundesförderung.
  • Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen: „Das ist eine super Botschaft für unsere Stadt!“
  • Das Altstadtquartier Büchel gehört zu einem von bundesweit 24 Projekten, die nun mit insgesamt 75 Millionen Euro unterstützt werden.
    98 Städte und Gemeinden hatten sich beworben.

Eine höchst erfreuliche Nachricht hat heute Morgen (17. März 2021) die Stadt Aachen erreicht: Bundesminister Horst Seehofer hat die diesjährige Auswahl der „Nationalen Projekte des Städtebaus“ bekanntgegeben und angekündigt, die Entwicklung des Altstadtquartiers Büchel mit bis zu 5,5 Millionen Euro zu fördern. Aachen ist damit eine von vier Kommunen in NRW, die den Zuschlag bekommen haben. Mit der Höhe der Fördersumme steht die Stadt bundesweit an dritter Stelle.

Tolle Botschaft aus Berlin: Der Bund will die Entwicklung des Büchels in Aachens Innenstadt mit bis zu 5,5 Millionen Euro fördern. Foto: Stadt Aachen / Andreas Herrmann

OBin Keupen: „Wir spüren die Aufbruchstimmung!“
„Das ist eine super Botschaft für unsere Stadt!“, freut sich Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen in einer ersten Reaktion. „Wir spüren in Aachen längst die Aufbruchstimmung rund um den Büchel. Der Abriss des Parkhauses steht bevor, die Planungswerkstatt war ein großer Erfolg, viele wegweisende politische Entscheidungen wurden getroffen, weitere stehen an. Vor allem sind viele Stadtmacherinnen und Stadtmacher mit im Boot und wollen ganz konkret dabei sein. Sie wollen mitmachen, mitgestalten, mit planen, mit bauen. Dass dieses hohe Engagement aller Beteiligten hier vor Ort nun auch auf Bundesebene solch ein Echo ausgelöst hat, bestärkt uns darin, den Weg ‚Stadt machen am Büchel‘ weiter zu beschreiten.“

Stadtbaurätin Burgdorff: „Aachen kann Bundesliga!“
Die städtische Beigeordnete für Stadtentwicklung, Bau und Mobilität, Frauke Burgdorff, ergänzt: „Ich freue mich außerordentlich, dass Aachen, wenn es zusammenhält, auch Bundesliga kann! Die Aachener Politik hat sich geschlossen hinter das Projekt gestellt und Rückendeckung bei Land und Bund geleistet. Danke dafür! Genauso herzlich bedanken möchte ich mich aber auch bei denjenigen, die hier vor Ort die inhaltliche Arbeit geleistet haben, beim städtischen Projektleiter Nils Jansen ebenso wie bei Christoph Guth und Antje Eickhoff, die von Seiten der städtischen Entwicklungsgesellschaft SEGA hervorragende Arbeit geleistet haben.“

Stadt machen am Büchel
Am Büchel soll ein besonderes Stück Stadt auf Augenhöhe entstehen. Es wird gemeinsam mit vielen engagierten Menschen und Institutionen entwickelt. Mit diesem Ansatz hat es auch die Anforderungen der Ausschreibung passgenau getroffen. So heißt es denn auch in der Projektübersicht des Bundesministeriums: „Wissen, Wohnen, Wiese“ sind die Schlagworte, unter denen im Herzen der Aachener Altstadt in einem kooperativen und beispielgebenden Entwicklungsprozess ein nutzungsgemischtes, urbanes Quartier entstehen soll, das von der Stadtgesellschaft gewollt und getragen wird.

Basis der Entwicklung ist das Sondierungsverfahren „Stadt machen am Büchel“, das die Stadt Aachen im Frühjahr 2020 ins Leben gerufen hat. Stadtbaurätin Burgdorff fasst zusammen: „Ein Parkhaus blockiert seit Jahrzehnten die Entwicklung der Altstadt. Wir reißen es ab und bauen ein neues urbanes Quartier. Die Stadtgesellschaft selbst entwickelt Programm, Städtebau und Investitionsstrategie. Dieses Projekt bietet die einmalige Chance, Antworten auf die Frage zu finden, wie eine große Wunde in der alten Stadt mit zeitgenössischen baukulturellen Antworten geheilt werden kann.“

Die nächsten Schritte
Nach der heutigen grundsätzlichen Zusage des Bundes, das Projekt zu fördern, erfolgt in Phase 2 die Erarbeitung der detaillierten Zuwendungsanträge. In diesem fortlaufenden Prozess wird nun – und auf Grundlage anstehender wegweisender Entscheidungen der Aachener Kommunalpolitik – herausgearbeitet, wie der Büchel der Zukunft mit den Fördermillionen Gestalt annimmt.

Nationale Projekte des Städtebaus
Nationale Projekte des Städtebaus sind national und international wahrnehmbare, größere städtebauliche Projekte mit deutlichen Impulsen für die jeweilige Gemeinde oder Stadt, die Region und die Stadtentwicklungspolitik in Deutschland insgesamt. Sie zeichnen sich durch einen besonderen Qualitätsanspruch hinsichtlich des städtebaulichen Ansatzes, der baukulturellen Aspekte und der Beteiligungsprozesse aus, leisten einen Beitrag zur Realisierung der baupolitischen Ziele des Bundes und weisen Innovationspotenzial auf. Nationale Projekte des Städtebaus sind Projekte, mit denen in der Regel Aufgaben und Probleme von erheblicher finanzieller Dimension gelöst werden. Im Vordergrund stehen die großen Herausforderungen, vor denen Städte und Gemeinden in Deutschland derzeit stehen (z.B. Bestandserhalt, Konversionen, nachhaltige Quartiersentwicklung).

Insgesamt werden 24 Projekte für zukunftsweisende Stadtentwicklung mit insgesamt rund 75 Millionen Euro vom Bund gefördert. Auf die Förderung hatten sich 98 Städte und Gemeinden aus ganz Deutschland beworben.

Weitere Infos
Wissenswertes zum Büchel finden Sie im Internet unter
www.buechel-aachen.de

Ab Aprill 2021 beginnen die Abrissarbeiten am Parkhaus Büchel. Alle Infos hierzu sind im Rahmen einer Online-Veranstaltung vorgestellt worden. Der Stream ist weiterhin auf dem YouTube-Kanal der Stadt Aachen abrufbar:
https://youtu.be/KQqFq6v_edA.

Im Rahmen einer kooperativen Planungswerkstatt sind zu den großen Themenkomplexen “Wissen, Wohnen, Wiese” von drei Expert*innen-Teams drei spannende Entwürfe mit je einem Schwerpunkt für den Büchel entstanden. Die Abschlusspräsentation der Planungswerkstatt, die im Januar 2021 digital stattgefunden hat, ist ebenfalls als Stream weiterhin abrufbar:
https://youtu.be/AWSb5Gx3gKA.

Quelle: PM der Stadt Aachen vom 17.03.2021



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DE-News, Fördergelder, Neues Baugebiet, News-Blog NRW, Nutzungsmischung, Partizipation, Quartiere, Stadt, Transition-Town


BVES-Branchenzahlen 2021: 300.000 Hauspeicher in Deutschland

  • Dynamisches Wachstum der Branche setzt sich fort.
  • Insbesondere Gebäudebereich als Wachstumstreiber.
  • Regulatorischer Rahmen jedoch weiterhin unpassend für breiten Markteinsatz von Energiespeichern.

Die jährlich vom BVES veröffentlichten Branchenzahlen zeigen im Rückblick auf das Jahr 2020 und in der Prognose für 2021 eine grundsätzlich positive Entwicklung auf. Über alle Technologien und Segmente ist der Umsatz der Energiespeicherbranche im Jahr 2020 um über 10 Prozent auf EUR 7,1 Mrd. gewachsen.

Wachstumstreiber sind die Trends zu Systemintegration, flexibler Sektorenkopplung und Elektromobilität insbesondere in den Bereichen Haushalt und Gewerbe. Allein 300.000 Heimspeicher sind mittlerweile in den Haushalten installiert und sorgen für eine sichere Eigenversorgung mit grüner Energie in den Sektoren Strom, Wärme und Mobilität. 300.000 Hausspeicher stehen für eine Bereithaltung von 2,3 GWh grünem Strom, ausreichend für die jährlichen Wäschegänge von über 20.000 Haushalten oder um über 170-mal mit dem E-Auto um die Erde zu fahren.

Urban Windelen, Bundesgeschäftsführer BVES: „Ein Zubau von über 100.000 allein an Hausspeichern in einem Jahr ist ein tolles Ergebnis. Und gleichzeitig ein deutliches Signal, dass die Bürger in Haushalt, Gewerbe und Industrie zunehmend auf Speichertechnologien setzen wollen, um ihre Energieversorgung sicher, grün und kosteneffizient zu gestalten. Dieses Signal sollte endlich auch die Politik hören und der deutschen hochinnovativen Speicherbranche passende Rahmenbedingen für ihre Produkte geben. Allein auf den Netzausbau zu setzen und die Menschen in ein veraltetes Energiesystem zu quetschen, wird für eine erfolgreiche Energiewende nicht ausreichen.“

Während das Haushaltssegment überproportional auch im Corona-Jahr 2020 wachsen konnte, musste die Sparte Industrie- und Gewerbespeicher pandemiebedingt einen Rückgang von etwa 20 Prozent hinnehmen. Auch dem internationalen Trend zum verstärkten Einsatz von Großspeichern in der Systeminfrastruktur entzieht sich Deutschland weiterhin. Dieses Marktsegment stagniert auf niedrigem Niveau. Der Trend zu Wasserstofflösungen findet in Deutschland ein schwieriges Umfeld vor, so dass Marktanwendungen im industriellen Maßstab sich (noch) nicht durchsetzen können. Eine gute Entwicklung zeigen dagegen thermische Speichersysteme, die insbesondere in der Industrie zunehmend Anwendung finden und zur Dekarbonisierung beitragen.

Insgesamt erwartet die Branche für 2021 im Industriesegment eine deutliche Erholung des Speichermarktes. Treiber sind hier speziell die flexible Sektorenkopplung in Richtung Wärme, der Trend zur Elektromobilität mit cleveren Ladelösungen inklusive Speicher sowie Eigenversorgungslösungen mit grünem Strom bis zu grünem Wasserstoff.

„Ohne Energiespeicher fehlt der Energiewende was. Das wird zunehmend offenbar. Technisch kann die Branche so ziemlich alles. Verschiedene Technologien für alle Sektoren und alle Anwendungen sind fertig und einsatzbereit. Jetzt müssen nur endlich die regulatorischen Bremsen gelöst werden. Insbesondere wenn wir die heimische technische Exzellenz und hohe Wertschöpfung der Branche in Deutschland und Europa sichern und unterstützen wollen.“, so Urban Windelen.

Die BVES Branchenzahlen 2021 sind über diesen Link erhältlich.

Anlass der Veröffentlichung bietet die internationale Konferenz ENERGY STORAGE SYSTEMS 2021, organisiert vom BVES in Kooperation mit Energy Storage Europe und EUROSOLAR e.V. Im Rahmen der zweitägigen Onlinekonferenz ENERGY STORAGE SYSTEMS 2021 finden parallel Diskussionsrunden und Workshops zu aktuellen Trends der Speicherbranche statt.

Quelle: PM des Bundesverband Energiespeicher vom

 



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DE-News, Energiespeicher, Erneuerbare, PV, Plusenergiehaus-/siedlung, Stromspeicher


Video (2021; 38 min.) KuRT-Online-Tutorial (Faktor X-Bewertungs-Tool)

38:24 min., vom 11.03.2021 Anne Albrecht, Bauberaterin bei der Faktor X Agentur, zeigt Ihnen in diesem Tutorial einmal detailliert die Eingabe eines Beispielhauses in massiver Bauweise in das Klima- und Ressourcenschutztool (KuRT) von Anfang bis Ende.

Kalamitätsholz konstruktiv nutzen

Holzbau Deutschland wirbt für einen ressourcenschonenden Umgang mit Holz

© Holzbau Deutschland / Zeuch

„Der Rohstoff Holz ist kostbar. Daher gilt es, ihn verantwortungsvoll und ressourcenschonend einzusetzen“, mahnt Peter Aicher, Vorsitzender von Holzbau Deutschland. Auch wenn Holz durch Umwelteinflüsse oder den Borkenkäfer gezeichnet sei, stelle es dadurch keinen minderwertigen Rohstoff dar, sondern verfüge über nahezu identische Eigenschaften wie herkömmliches Bauholz. „Besitzt das sogenannte ‚Kalamitätsholz‘ konstruktiv die gleiche Qualität hinsichtlich der Tragfähigkeit wie herkömmliches Schnittholz, kann es ohne Einschränkungen verbaut werden“, erläutert Aicher. Zudem behalte das Holz, unabhängig von äußeren Beeinträchtigungen, seine wichtige Funktion als CO2-Senke.


„Wird das Holz als Baustoff genutzt, bleibt der im Holz gebundene Kohlenstoff dort langfristig gespeichert und entlastet dadurch die Umwelt deutlich.“

Ziel muss ein ökonomisch wie ökologisch sinnvoller und effizienter Umgang mit der heimischen Ressource sein. Im Sinne der Nachhaltigkeit und des Klimaschutzes sollten die regionalen Holzvorräte daher optimal genutzt werden.

Kalamitätsholz ist hochwertig und uneingeschränkt verwendbar 

Ein Borkenkäferbefall ist für die Verwendung des Holzes als Baumaterial in den allermeisten Fällen irrelevant. Der Borkenkäfer legt seine Gänge im Bast, also dem Bereich zwischen Rinde (Borke) und Stamm an, jedoch nicht im tragenden Holzkörper selbst. Hinzu kommt, dass das Schnittholz bei der Weiterverarbeitung technisch getrocknet wird. Spätestens in diesem Prozess werden verbleibende Populationen von Schadinsekten zuverlässig abgetötet, sodass zu Schnittholz verarbeitetes Käferholz garantiert käferfrei ist. Jedes Stück Schnittholz muss – unabhängig von seiner Herkunft – die Kriterien der DIN-Norm 4074 erfüllen, um als tragendes Holz in einem Gebäude zum Einsatz kommen zu dürfen. In einigen Fällen verfärbt sich das Holz nach einem Borkenkäferbefall etwas bläulich. Es kann dann im nicht sichtbaren Bereich eingesetzt werden.

Umweltfaktoren und die Auswirkungen des Klimawandels haben die massenhafte Ausbreitung des Borkenkäfers im vergangenen Jahr weiter begünstigt. In den meisten Fällen ist die rasche Abholzung der betroffenen Bäume die einzige Alternative, um die weitere Ausbreitung des Schädlings zu stoppen. Die Stämme werden umgehend aus dem Wald entfernt und gelagert. Daraus resultiert ein Überangebot an sogenanntem ‚Käferholz‘. Die zeitnahe Weiterverarbeitung des Kalamitätsholzes zu Schnittholz ist ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz.

Holzbau Deutschland appelliert an die öffentliche Hand ebenso wie an Architekten und Bauherren verstärkt regionales Kalamitätsholz zu nutzen bzw. dies auch in Ausschreibungen festzulegen. Der Einsatz von heimischem Kalamitätsholz unterstützt nicht nur die regionale Wertschöpfung, sondern ist zugleich ein Zeichen der Verbundenheit mit regionalen WaldbesitzerInnen.

Quelle: Holzbau Deutschland-PM vom 5.3.2021



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Baustoffe / Konstruktion, Beschaffung, DE-News, Holzbau, Klimaschutz, NaWaRohs, Nachhaltiges Wirtschaften, Quartiere, Ressourceneffizienz, Siedlungen, Stadt, Wohnbau


Jan Kamensky-Animation für die @platzfuerwien-Initiative

Animation von Jan Kamensky (2020) Die Animation wurde für die Wiener Initiative @platzfuerwien erstellt, um sie in ihrem Engagement für eine umweltfreundliche und menschenfreundliche Stadt zu unterstützen. Link: www.platzfuer.wien Weitere Animationen anderer Städte von Jan Kamensky, Hamburg: https://vimeo.com/user2672828

Patrick-Henry-Village erhält höchste Fördersumme im Städtebau-Programm

Land und Bund geben 3,9 Millionen Euro nach Heidelberg / Auch Geld für Sporthalle auf Hospital

Heidelberg erhält für zwei Bauprojekte auf den Konversionsflächen eine massive Förderung aus der Städtebauförderung 2021. Die Entwicklung von Patrick-Henry-Village (PHV) zu einem neuen Stadtteil hat sogar die höchste Fördersumme im kompletten Programm erhalten. 3,5 Millionen Euro fließen hierfür nach Heidelberg. Zudem wird der Umbau der Sporthalle auf dem ehemaligen US-Hospital in Rohrbach mit 400.000 Euro gefördert. Das hat das baden-württembergische Wirtschaftsministerium am Mittwoch, 3. Februar, bekanntgegeben.

„Wir freuen uns sehr über diese Förderung und bedanken uns bei Land und Bund für den großen Rückhalt. Wir sind überzeugt, dass Heidelberg mit der Entwicklung von Patrick-Henry-Village ein Modellprojekt für die klimafreundliche und lebenswerte Stadt der Zukunft abliefern wird – genau dafür steht der dynamische Masterplan von Stadt und Internationaler Bauausstellung, den wir in den kommenden Jahren umsetzen. Es ist ein wichtiges Signal, dass Land und Bund uns hier unterstützen“, erklärt Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner.

Das baden-württembergische Wirtschaftsministerium lobte in einer Pressemitteilung insbesondere die Pläne zur Wohnbebauung auf PHV: „Allein auf der Konversionsfläche Patrick-Henry-Village in Heidelberg sollen Wohnungen für rund 9.000 bis 10.000 Einwohnerinnen und Einwohner entstehen. Dabei wird auf ein vielfältiges Angebot für alle Bevölkerungsgruppen Wert gelegt.“ Heidelberg erfüllt damit einen Wesenskern der Städtebauförderung, den Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut so beschreibt: „Ziel ist es, bezahlbare Wohnungen für alle Alters- und Bevölkerungsgruppen zu schaffen, die barrierefrei und energetisch auf dem aktuellen Stand sind. Nach dem Grundsatz Innenentwicklung vor Außenentwicklung liegt der Fokus darauf, innerörtlich nachzuverdichten und dabei historisch wertvolle Bausubstanz zu erhalten.“

Geschäftsführender IBA-Direktor Prof. Michael Braum macht es konkret: „Dass Bund und Land die PHVision so großzügig fördern zeigt, dass auch außenstehende Expertise an unseren ambitionierten Ansatz glaubt: die Integration von Themen wie Nachnutzung des Bestandes, zukunftsfähige Mobilitätsangebote und multitalentierte Freiräume machen den Städtebau von morgen innovativ, nachhaltig und attraktiv zugleich. Diese Pionierförderung für den Süden des PHV ergänzt die angelaufenen Aktivitäten der Stadt und der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben kongenial.“

„Diese Förderzusage dürfen wir als Signal verstehen, dass wir mit dem Konzept des Dynamischen Masterplans genau die richtigen Antworten auf die aktuellen und drängenden Fragen des Städtebaus geben – insbesondere was das Zusammenwirken von Wohnen, Arbeiten, Bildung, Freizeit, Sport und Kultur angeht. Das Projekt genießt bei uns absolute Priorität und wird auch international bereits wahrgenommen“, sagt Erster Bürgermeister Jürgen Odszuck. Für Hans-Jürgen Heiß, Bürgermeister für Konversion und Finanzen, sind die Summen aus der Städtebauförderung ebenfalls eine Bestätigung: „Wir haben seit Jahren mehrere Konversionsflächen parallel in der Entwicklung und haben dabei bewiesen, dass wir verlässliche Partner sind. Die Summen aus der Städtebauförderung entlasten den städtischen Haushalt und ermöglichen in der Entwicklung hervorragende Qualitäten“, erklärt Heiß.

Patrick-Henry-Village – Heidelbergs 16. Stadtteil

Vielfalt in den Wohngebäuden, nachhaltige Mobilitätskonzepte und „grüne Finger“ für einen lebenswerten und ökologisch hochwertigen öffentlichen Raum kennzeichnen die Planungen für PHV. (Visualisierung: KCAP Architects)

Das über 100 Hektar große Entwicklungsareal westlich der Autobahn 5 war bis zum Abzug der US-Armee im Jahr 2014 eine Wohnsiedlung für militärisches und ziviles Personal. Die Stadt Heidelberg möchte PHV in den kommenden Jahren zu ihrem 16. Stadtteil entwickeln. Rund 10.000 Menschen sollen hier wohnen und rund 5.000 ihren Arbeitsplatz haben. Grundlage der Entwicklung ist der dynamische Masterplan. Er wurde gemeinsam durch die Stadt Heidelberg und die Internationale Bauausstellung (IBA) Heidelberg unter Einbeziehung international renommierter Städtebauer und verschiedener Fachplaner, verbunden mit einer Beteiligung der Bürgerschaft, erarbeitet und anschließend vom Heidelberger Gemeinderat beschlossen.

„Vitaler, heterogener, grüner“ ist der Leitgedanke des neuen Stadtteils. Er wird mit zukunftsfähigen Wohn- und Arbeitstypologien, innovativen Freiraum- und Mobilitätskonzepten, einer klimaneutralen Energieversorgung sowie dem intelligenten und gesellschaftlich verantwortlichen Einsatz digitaler Technologien Antworten auf drängende Zukunftsfragen geben. Hierfür wurden fünf Quartierstypen mit unterschiedlichen Identitäten entwickelt, die oftmals Neu- und Bestandsbauten der US-amerikanischen Wohnsiedlung mischen. Ein zentraler Park mit einem See zum Wassermanagement im Zentrum, Vielfalt in der Architektur und bei der Nutzung von Gebäuden, die Produktion von Nahrungsmitteln und Energie direkt im Quartier – das sind nur einige Aspekte des ganzheitlichen Ansatzes. Dank Quartiersgaragen in Randlage sind der öffentliche Raum und die Quartiere fußgängerfreundlich und stellplatzfrei geplant.

US-Hospital – Quartier für die Mitte der Gesellschaft

Auf dem Gelände des ehemaligen Hospitals der US-Armee in Rohrbach entsteht in den kommenden Jahren ein zukunftsweisendes emissionsarmes Quartier für die Mitte der Gesellschaft. Die ehemalige Sporthalle – für die nun im Rahmen der Städtebauförderung 400.000 Euro fließen – könnte in eine attraktive Beachhalle umgebaut werden. Ein entsprechendes Konzept für eine energieneutrale Freilufthalle wurde bereits erstellt. Im nächsten Schritt werden die voraussichtlichen Kosten für einen Umbau ermittelt, ehe der Gemeinderat über die künftige Nutzung der Halle entscheiden wird. Das 1903 als Exerzierhalle errichtete Gebäude war später durch die US-Amerikaner zu einer Sporthalle umgebaut worden. Es steht unter Denkmalschutz.

Die städtische Wohnungsbaugesellschaft GGH entwickelt auf dem Gesamtareal bis 2025 ein Wohngebiet mit rund 600 Wohnungen, das sowohl dem demografischen und gesellschaftlichen Wandel Rechnung trägt, den sozialen Zusammenhalt fördert als auch eine funktionale Durchmischung von Wohn- und Arbeitsstätten bietet. Das Quartier setzt in den Bereichen Wohnen, Energie, Verkehr und Städtebau auf zukunftsweisende Bausteine, die teilweise deutschlandweit einmalig sind. Das Wohnzielgruppenkonzept sieht für 40 Prozent der Wohnungen im Quartier vor, dass die Bewohner nur 30 Prozent ihres verfügbaren Einkommens für die Warmmiete bezahlen müssen.



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Bike-/Velo-City, DE-News, Fördergelder, News-Blog Baden-Württemberg, Nutzungsmischung


Video-Podcast (40 min., 2020) Eine Bewohnerin der autofreien Siedlung berichtet

40 min., Interview vom 15. Oktober 2020 von Katja Diehl (She Drives Mobility) mit der Bewohnerin Levke, die in der Autofreien Siedlung “Saarlandstraße” in Hamburg aufgewachsen ist. Hier gibt es weitere Infos und Fotos der Autofreien Wohnsiedlung: https://sdg21.eu/db/autofreie-siedlung-saarlandstrasse Weitere Infos über Autofreie Siedlungen: www.autofreie.siedlungen.eu

Ab Februar 2021 in Bayern: Holzbau für alle Gebäudeklassen

Am 1. Februar 2021 trat die Novelle der Bayerischen Bauordnung in Kraft. Der Baustoff Holz kann künftig in allen Gebäudeklassen verwendet werden. Die gesetzlichen Änderungen machen das Bauen in Bayern einfacher und schneller, flächensparender und kostengünstiger.

Weitere Informationen: www.bauenmitholz.de/bayerischen-bauordnung-bauen-in-bayern-wird-einfacher-und-schneller/150/81844/



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Holzbau, News-Blog Bayern, Wohnbau-Politik


BR-Reportage (44 Min., 2021) “Mit Holzbau aus der Klimakrise?”

Online bis 19.01.2026 Im Video-Beitrag werden u.a. die Münchner Holzbausiedlung “Prinz Eugen Park” und die City of Wood in Bad Aibling vorgestellt. “Dürre und Borkenkäfer machen dem Wald schwer zu schaffen. Das anfallende Schadholz hat den Holzpreis abstürzen lassen. Die hiesigen Waldbesitzer machen Minusgeschäfte, obwohl das Käferholz als Bauholz tausende Kilometer nach China und Amerika exportiert wird. Was könnte die Lösung für die Holzmisere sein? Und könnte mehr Holzbau bei uns auch ein Ausweg aus der Klimakrise sein?” https://www.br.de/mediathek/video/dokthema-politische-doku-mit-holzbau-aus-der-klimakrise-av:5fc4eef079e399001321634d

Europe Sustainable Development Report 2020

Meeting the Sustainable Development Goals in the face of the COVID-19 pandemic

Dec 08, 2020

The Europe Sustainable Development Report 2020 is the second edition of our independent quantitative report on the progress of the European Union and its member states towards Sustainable Development Goals (SDGs). The report was prepared by teams of independent experts at the Sustainable Development Solutions Network (SDSN) and the Institute for European Environmental Policy (IEEP).

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Neue Bücher und Studien, News-Blog Europa (ohne DE), SDG 2030, Umweltpolitik


Klimaschutzstiftung Baden-Württemberg startet

29.12.20 CO2-Kompensationen der Landesverwaltung fließen in Stiftung

Das Land Baden-Württemberg geht als Vorbild beim Klimaschutz voran: Bis spätestens 2040 soll die Landesverwaltung klimaneutral arbeiten. Die neue Klimaschutzstiftung unterstützt sie dabei, indem sie mit der Verzinsung ihres Grundkapitals die Forschung und Entwicklung sowie Bildungsprojekte im Bereich Klimaschutz fördert. Außerdem können das Land, Kommunen, Unternehmen und alle Bürgerinnen und Bürger über Kompensationszahlungen ihre CO2-Emissionen ausgleichen und so klimaneutral werden. Kooperationspartner wird die gemeinnützige Klimaschutzorganisation myclimate Deutschland.

Stuttgart, 29. Dezember 2020 – Am 1. Januar 2021 wird die neue Klimaschutzstiftung unter dem Dach der Baden-Württemberg Stiftung offiziell ihre Arbeit aufnehmen. Die Klimaschutzstiftung Baden-Württemberg ist mit einem Kapital von 49,5 Millionen Euro ausgestattet und unterstützt die Landesverwaltung bei ihrem Ziel der Klimaneutralität bis 2040. Dabei kompensiert sie den CO2-Ausstoß der dienstlich veranlassten Flugreisen der Landesministerien, der nachgeordneten Behörden und der Hochschulen. Auch Unternehmen, Landkreise und Kommunen sowie alle Bürgerinnen und Bürger können Kompensationszahlungen an die Stiftung leisten. Zur einfachen Berechnung und direkten Kompensation von CO2-Emmissionen lässt das Land derzeit unter Federführung des Innenministeriums eine landeseigene App entwickeln. Das Vermögen der Klimaschutzstiftung wird im Rahmen der Vermögensverwaltung der Baden-Württemberg Stiftung durch das Finanzministerium Baden-Württemberg nachhaltig angelegt. Weitere Informationen inklusive der Stiftungssatzung gibt es auf Klimaschutzstiftung BadenWürttemberg – BW Stiftung.

„Ich freue mich sehr, dass wir mit der Klimaschutzsstiftung Baden-Württemberg jetzt an den Start gehen können. Wir dürfen die internationalen Klimaziele auch in Zeiten der Corona-Pandemie nicht vernachlässigen – und leisten mit der Klimaschutzstiftung einen wichtigen Beitrag für Baden-Württemberg“, sagt Christoph Dahl, Geschäftsführer der Baden-Württemberg Stiftung. „Das Land nimmt damit eine Vorreiterrolle ein, denn kein anderes Bundesland kann eine vergleichbare Stiftung vorweisen.“

Strategische Partnerschaft mit myclimate Deutschland Die Klimaschutzstiftung wird mit eigenem Team Klimaschutzprojekte aufbauen, in die die Kompensationen fließen können. Darüber hinaus wird die Stiftung eigene Bildungs- und Forschungsprojekte entwickeln. Strategischer Partner wird myclimate Deutschland, einer der führenden Anbieter für CO2-Kompensation und Klimaschutzberatung mit Sitz in Reutlingen. myclimate Deutschland unterstützt die Klimaschutzstiftung BadenWürttemberg vor allem durch strategische Beratung, bei der Berechnung von CO2- Emissionen sowie bei der Umsetzung der CO2-Kompensation. myclimate stellt CO2- Zertifikate aus Klimaschutzprojekten bereit, die nach strengsten Qualitätsstandards zertifiziert sind und unterstützt die Klimaschutzstiftung bei der Entwicklung und Umsetzung eigener Klimaschutzprojekte, sowohl regional als auch international.

Mehr Informationen unter
myclimate Deutschland – Ihr Partner für den Klimaschutz



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Arte-Filmbeitrag (26 min., 2017) über Schwedens EcoCity Malmö

26 Min., Verfügbar vom 31/12/2020 bis 07/03/2021, Film von 2017 “Neue Großbauprojekte und ökologische Innovationen sorgten dafür, dass Malmö heute ein Musterbeispiel für den direkten Übergang von der Industriemetropole zur nachhaltigen Eco City geworden ist. Das Geheimrezept: Die Stadt setzte nicht nur auf innovative Technologien, sondern vor allem auf die aktive Beteiligung der Bürger am Wandel.”

Hamburg beschließt Photovoltaik-Pflicht ab 2023

Der Senat hat am 22.12.2020 eine erste Rechtsverordnung zum Hamburgischen Klimaschutzgesetz beschlossen. Diese regelt die konkrete Umsetzung der Solardachpflicht und der Einbindung Erneuerbarer Energien beim Heizungstausch. Hamburg gehört mit diesen Regelungen bundesweit zu den Vorreitern beim Klimaschutz im Gebäudebereich.

Zusammen mit dem Klimaschutzgesetz wurde auch der Klimaplan beschlossen. Dieser umfasst mehr als 400 Einzelmaßnahmen und ist eines der wichtigsten Klima- und Konjunktur-Projekte der Stadt. Das Klimaschutzgesetz sieht u.a. eine Pflicht zur Installation von Photovoltaikanlagen ab 2023 auf Hamburgs Dächern im Neubau vor. Für Bestandsgebäude, bei denen die Dachhaut vollständig erneuert wird, greift die Pflicht ab 2025. Ab Mitte 2021 muss beim Heizungstausch ein Mindestanteil des Wärmeenergiebedarfs aus erneuerbaren Energien gedeckt werden. Die Details und Ausnahmeregelungen zu den neuen Anforderungen sind in der gerade erlassenen Rechtsverordnung festgelegt. . Die BUKEA schätzt die mögliche Einsparung durch die Photovoltaik-Pflicht auf 60.000 Tonnen CO2 bis 2030 ein.

Auch für die Dächer gilt der Grundsatz der Wirtschaftlichkeit: Solarenergie soll sich amortisieren, dafür legt die Umweltbehörde für Photovoltaik-Anlagen einen Amortisationszeitraum von 20 Jahren zugrunde. Falls im Einzelfall die Amortisation länger dauern sollte, entfällt die Pflicht. Die Umweltbehörde geht aber davon aus, dass sich viele Anlagen in ein einem deutlich kürzeren Zeitraum amortisieren und zusätzlich länger als 20 Jahre laufen werden.  Ausnahmen sind vorgesehen für Einzelfälle, in denen die Installation einer Photovoltaik-Anlage technisch unmöglich ist oder mit anderen unvermeidbaren Nutzungen konkurriert.

Eine Mindestgröße für die Photovoltaik-Anlage wurde nicht festgelegt, damit die Verpflichteten eine Anlage wählen können, die ihren wirtschaftlichen Interessen entspricht und ein Miteinander mit anderen Dachnutzungen ermöglicht wie zum Beispiel die Kombination mit einer Dachbegrünung.

Jens Kerstan, Senator für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft : „Die EU, der Bund und auch Hamburg müssen zur Erreichung der Klimaziele aus dem Pariser Abkommen große Anstrengungen unternehmen. Die öffentliche Hand ist hier genauso gefragt wie Industrie, Gewerbe und Privatleute. Einen wesentlichen Beitrag können und müssen wir alle bei den Gebäuden über erneuerbaren Strom und klimafreundliche Wärme erreichen. Gerade im dicht bebauten städtischen Bereich gilt es, geeignete Flächen zu nutzen, am besten mehrfach.

Hamburgs Dächer bieten ein enormes Potenzial zum Ausbau der Solarenergie. Die Technik ist ausgereift, erprobt und seit 20 Jahren immer wirtschaftlicher und effizienter geworden. Bei anspruchsvolleren Bauvorhaben gehört sie mittlerweile zum Standard. Mit dem Klimaschutzgesetz haben wir die Pflicht eingeführt, dass das Sonnenenergiepotenzial auf den Dächern unserer Stadt genutzt wird. Die Wärme für Gebäude muss bei einem Heizungstausch künftig zu mindestens 15 Prozent aus Erneuerbarer Energien produziert werden – mit der heute vom Senat beschlossenen Rechtsverordnung legen wir die inhaltliche Ausgestaltung der gesetzlichen Kriterien fest.

Mit Unterstützung renommierter Gutachter haben wir nun eine Rechtsverordnung mit Augenmaß und nachvollziehbaren Kriterien für die Bewertung von Ausnahmen. Diese gilt es nun mit allen Beteiligten in die Umsetzung zu bringen. Dabei wird das Handwerk in der Stadt eine wichtige Rolle spielen. Beim Mindestanteil von 15 Prozent Erneuerbaren Energien in neuen Heizungsanlagen setzen wir auf zuverlässige und erprobte Technologien wie etwa der Nutzung von Biomasse, Solarthermie und Umweltwärme, aber künftig auch auf technische Innovationen wie Brennstoffzellentechnik.

Wo immer die Möglichkeit besteht, sich an ein Wärmenetz anzuschließen, das Wärme mit einem entsprechenden Anteil Erneuerbarer Energien liefern kann, kann und soll auch diese einfache Möglichkeit genutzt werden. Der Ausbau der Wärmenetze und der Wärmeproduktion mit mehr erneuerbaren Energien ist dabei ein weiterer wichtiger Baustein der Wärmewende in Hamburg. Mit Blick auf die finanziellen Auswirkungen für Eigentümer und Mieter in dieser Stadt  knüpfen wir die Pflicht an die Wirtschaftlichkeit der Maßnahmen. Mit dem Einsatz von mehr Erneuerbaren Energien soll auch langfristig die Steigerung der Kosten für Strom- und Wärme  in Hamburg vermieden werden. Die Wohnungswirtschaft kann ihren Mietern sogenannte Mieterstromangebote machen und so die Mieterinnen und Mieter an der Energiewende teilhaben lassen. Dies lässt schon das Klimaschutzgesetz ausdrücklich zu, im Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) des Bundes wurden gerade die Bedingungen für Mieterstrommodelle erheblich verbessert. Hamburg zählt mit diesen Regelungen bundesweit zu den Vorreitern beim Klimaschutz.“

Dr. Veit Bürger, stv. Leiter des Bereichs Energie & Klimaschutz (Freiburg) beim Öko-Institut hat die Umweltbehörde bei der Erstellung der Rechtsverordnung gutachterlich beraten und erklärt: „Die Nutzungspflicht für Erneuerbare Energien ist ein wichtiger Schritt für den Hamburger Klimaschutz. Die Wärmewende wird nur gelingen, wenn in bestehenden Gebäuden mehr erneuerbare Wärmeenergien eingesetzt werden. Unsere Berechnungen zeigen, dass es für jeden der untersuchten Gebäudetypen verschiedene Varianten gibt, mit denen ein Hauseigentümer die neue Verpflichtung auf wirtschaftliche Weise erfüllen kann.“

Gerhard Stryi-Hipp, Leiter der Gruppe Smart Cities am Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme in Freiburg und ebenfalls Gutachter für die Rechtsverordnung, sagt zur Hamburger Photovoltaikpflicht: „Mit der so ausgestalteten PV-Pflicht hat Hamburg ein gut fundiertes Regelwerk geschaffen, das den notwendigen Ausbau der Solarenergie stimuliert, ohne die Verpflichteten zu überfordern.“

Mit Blick auf die wirtschaftlichen und konjunkturellen Folgen der Corona-Pandemie bietet ein verstärkter Ausbau von Solaranlagen und von Anlagen für erneuerbare Wärme eine große Chance, um die lokale und regionale Wirtschaft und Wertschöpfung zu stärken und gleichzeitig die Energiewende noch schneller voranzubringen. Das betrifft die gesamte Wertschöpfungskette von der Planung bis hin zur Montage durch die Handwerkerinnen und Handwerker. Jeder Neubau und jede Gebäudesanierung bietet eine Chance für die Wirtschaft und den Klimaschutz. Die Umweltbehörde wird die Umsetzung der neuen Pflichten mit begleitenden Informationsmaterialien und Beratungsangeboten unterstützen.

Infos im Netz:

Hintergrundinfos zum Klimaschutzgesetz: www.hamburg.de/klimaschutzgesetz
Rechtsverordnung zum Klimaschutzgesetz: t.hh.de/14762816
Hamburgisches Klimaschutzgesetz (HmbKliSchG)

Quelle: PM der Stadt Hamburg vom 22. Dezember 2020



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Beliebte Projekte und Fotogalerien in 2020

Im Jahr 2020 gab es insgesamt 61.000 Seitenaufrufe. Diese Übersicht zeigt die jeweils 10 häufigsten aufgerufenen Projekte, Fotogalerien und Einzelseiten der sdg21.Webdatenbank.

Die 10 am häufigsten aufgerufenen Projekte

(Januar bis Dezember 2020)

  1. Ökosiedlung Bielefeld-Waldquelle (1.700 Views)
  2. Baumhäuser von Frei Otto in Berlin-Tiergarten (865 Views)
  3. Nachhaltiger Modellstadtteil Vauban (827 Views)
  4. Stellwerk 60 Köln-Nippes (598 Views)
  5. Französisches Viertel Tübingen (477 views)
  6. Holzbausiedlung im Prinz Eugen Park (404 Views)
  7. Gemeinschaftssiedlung “Alte Gärtnerei” in Kiel (397 Views)
  8. ESA-Studierendenwohnheim Kaiserslautern (392 Views)
  9. Wohnsiedlung “Gut Buchholz” in Berlin-Pankow (350 Views)
  10. Permakultur-Siedlung „EVA Lanxmeer“ in Culemborg (300 Views)

 

Die 10 am häufigsten aufgerufenen Fotogalerien

(Januar bis Dezember 2020)

  1. Fotogalerie 2020 Holzbausiedlung “Prinz-Eugen-Park” München (153 Views)
  2. Fotogalerie 2016 Alte Weberei Tübingen-Lustnau (149 Views)
  3. Fotogalerie 2017 GWL Terrein, Amsterdam Westerpark (147 Views)
  4. Fotogalerie 2016 Französisches Viertel Tübingen (129 Views)
  5. Fotogalerie 2016 Ökodorf Sieben Linden (105 Views)
  6. Fotogalerie 2019 Studierendenwohnanlage „Siepenfeld“ in Bochum (93 Views)
  7. Fotogalerie 2019 Woodie Hamburg (81 Views)
  8. Fotogalerie 2016 Ökosiedlung Köln Blumenberg (75 Views)
  9. Fotogalerie 2020 Grasdachsiedlung Hannover Bothfeld (74 Views)
  10. Fotogalerie 2002 Prisma Nürnberg (73 views)

Die 10 am häufigsten aufgerufenen Einzelseiten

(Januar bis Dezember 2020)

  1. oekosiedlungen.eu (3.9k views)
  2. Ökosiedlung Bielefeld-Waldquelle (1.7k views)
  3. Baumhäuser von Frei Otto in Berlin-Tiergarten (865 views)
  4. Nachhaltiger Modellstadtteil Vauban (827 views)
  5. www.autofreie.siedlungen.eu (630 views)
  6. Stellwerk 60 Köln-Nippes (598 views)
  7. Projekte (571 views)
  8. NRW (508 views)
  9. Deutschland (505 views)
  10. Siedlungen und -Quartiere in Holzbauweise (487 views)

Weitere Abrufzahlen

Die aktuellsten Abrufzahlen finden Sie hier: https://sdg21.eu/beliebte-webseiten
Abrufzahlen 2019: https://sdg21.eu/blog/beliebte-nachhaltige-siedlungen-und-quartiere-in-2019
Abrufzahlen 2018: https://sdg21.eu/blog/beliebte-nachhaltige-siedlungen-2018
Abrufzahlen 2017: https://sdg21.eu/blog/die-beliebtesten-nachhaltigen-siedlungen-2017



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„Bonn4Future“: Stadt und Bonn im Wandel unterzeichnen Kooperationsvertrag

Wie kann Bonn bis 2035 klimaneutral werden? Diese Frage möchte das Mitwirkungsprojekt „Bonn4Future – Wir fürs Klima!“ zusammen mit Bonner Bürgerinnen und Bürgern in den kommenden zwei Jahren diskutieren. Seit Mitte 2019 gilt in Bonn der Klimanotstand; im November 2019 hat der Rat beschlossen, dass Bonn bis 2035 klimaneutral werden soll. Die Stadt und der gemeinnützige Verein Bonn im Wandel haben nun einen Kooperationsvertrag unterzeichnet und damit „Bonn4Future“ an den Start gebracht.

Ganz wichtig ist bei „Bonn4Future“ eine neue Kultur des gegenseitigen Zuhörens und der guten Zusammenarbeit. Alle Beteiligten suchen Lösungen, wie die Klimaneutralität für unsere Stadt gelingen kann. Alle übernehmen Verantwortung und leisten ihren Beitrag.

„Um Klimaneutralität in Bonn bis 2035 erreichen zu können, kommt es neben der richtigen Weichenstellung auf internationaler und nationaler Ebene auch auf uns alle hier vor Ort an“, so Oberbürgermeisterin Katia Dörner. „Auf Politik, Verwaltung, Unternehmen und die Bonnerinnen und Bonner mit ihren Ideen und Entscheidungen. Mit ihnen wollen wir im Mitwirkungsverfahren ‚Bonn4Future‘ ins Gespräch kommen, denn nur so kann dieser große Transformationsprozess für Bonn gelingen. Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit Bonn im Wandel und unserer engagierten Stadtgesellschaft!“

Projektbausteine: Maßnahmen entwickeln und umsetzen

Beim Klimatag – der je nach Pandemie-Lage noch terminiert und geplant wird – sind Bürgerinnen und Bürger eingeladen, einen gemeinsamen Klimavisions- und Aktionsplan für ein klimaneutrales Bonn zu erarbeiten. Die Ideen und Erkenntnisse aus diesem Klimatag fließen ein in insgesamt vier geplante Klimaforen – das erste soll noch in der ersten Jahreshälfte 2021 stattfinden. Dort erarbeiten 100 zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger zusammen mit Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Vereinen, Kultur, Verwaltung und Politik Strategien und konkrete Vorschläge für den Weg zu Klimaneutralität 2035.

Ergebnisse und Ideen aus den Foren werden in die Verwaltung und in die Politik gespiegelt. Sie dienen zur Orientierung und Unterstützung bei der Weiterentwicklung der bereits vorhandenen Klimaschutz-Maßnahmenkataloge.

Ein Projekt-Beirat und eine begleitende wissenschaftliche Evaluation sorgen für eine hohe Qualität des Mitwirkungsverfahrens.

„Der Klimawandel beschäftigt die Menschen in Bonn, das merken wir in unserer Arbeit jeden Tag“, so Dr. Gesa Maschkowski, Vorstand des Vereins Bonn im Wandel. „Viele Menschen wollen etwas tun und wünschen sich wirksame Maßnahmen. Jetzt bringen wir sie zusammen. Die Bürgerinnen und Bürger, Menschen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und dem sozialen Bereich sowie Politikerinnen und Politiker aller Parteien. Denn wir müssen jetzt planen und handeln, wenn Bonn spätestens 2035 klimaneutral sein soll.“

Eine möglichst breite Beteiligung soll in den nächsten zwei Jahren konstruktive Ideen und Ergebnisse hervorbringen. Zum Auftakt können Bürgerinnen und Bürger sich bereits heute auf dem städtischen Portal  www.bonn-macht-mit.de über das Verfahren informieren und ihre Ideen dazu einbringen, wie der Prozess gut gelingen kann.

Gemeinsam zum Ziel

„Bonn4Future – Wir fürs Klima!“ erfuhr schon vor dem offiziellen Projektstart viel Unterstützung von mehr als 50 Bonner Initiativen. Den Macherinnen und Machern ist es aber wichtig, Menschen aus allen Bereichen der Bürgerschaft mit ins Boot zu nehmen. Das Verfahren soll von allen gesellschaftlichen Gruppen mitgetragen werden.

Ein begleitendes Kommunikations- und Bildungskonzept widmet sich dem Aufbau eines Kommunikationsnetzwerkes. So werden Multiplikatorinnen und Multiplikatoren gewonnen und dafür Sorge getragen, dass „Bonn4Future“ Gesprächsthema bleibt und viele Menschen zum Mitwirken motiviert werden.

Ein wichtiges Kommunikationsinstrument ist auch die stadtweite, interaktive Nachhaltigkeitsplattform. Sie wird Initiativen, Aktivitäten und Termine zum Thema klimaneutrale Stadt, Engagement für Nachhaltigkeit und Bürgerbeteiligung im Kontext der Nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) sichtbar machen.

Hintergrund

Dem jetzt geschlossenen Kooperationsvertag war ein Bürgerantrag zur Beteiligung an der Zielerreichung der Klimaneutralität vorangegangen. Diesen haben Bonn im Wandel und die Klimawache Bonn Anfang des Jahres eingebracht. Mittlerweile wird das Mitwirkungskonzept von rund 50 Initiativen, Unternehmen und Organisationen unterstützt. Der Bürgerausschuss stimmte diesem zu. Bonn im Wandel hat daraufhin mit Unterstützung von Experten für Bürgerbeteiligung ein Konzept für das mehrstufige Verfahren erarbeitet und in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung weiterentwickelt.

Mit einem Beschluss im September 2020 beauftragte schließlich der Rat der Stadt Bonn die Verwaltung, mit Bonn im Wandel einen Kooperationsvertrag zur Koordination und Umsetzung des zweijährigen Verfahrens abzuschließen. Dafür werden bis Ende 2022 Mittel in Höhe von bis zu 719.000 Euro bereitgestellt. Die Umsetzung des Projektes erfolgt im „Bonn4Future“-Projektbüro. Hier arbeiten vier erfahrene Expertinnen und Experten für Kommunikation und Beteiligung auf 2,4 Stellen, unterstützt durch das Bonn im Wandel-Kernteam. Von Seiten der Stadtverwaltung wird das Vorhaben durch eine halbe Stelle koordiniert und begleitet. Es gibt außerdem eine enge Anbindung an das Bürgerbeteiligungsportal „Bonn macht mit“. Das Partizipationsportal bündelt sämtliche Informationen zu Beteiligungsangeboten der Stadt Bonn und stellt Möglichkeiten der direkten Beteiligung bereit.

Bonn im Wandel versteht sich als Ideen- und Projektlabor für eine nachhaltige Stadt. Der Verein bringt ein großes Netzwerk sowie neun Jahre Erfahrung in der Initiierung und Organisation von zivilgesellschaftlichen Projekten und Veränderungsprozessen in das Verfahren mit ein.

Weitere Informationen unter  www.bonn-macht-mit.de und  www.bonnimwandel.de

Quelle: PM der Stadt Bonn vom



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A4F-Webinar “Gebäudebewertung mit dem Resource-Score” (11/2020)

1 h 03 min., veröffentlicht: 18.11.2020 Klaus Dosch (Faktor X Agentur + ResScore GmbH) stellt mit dem Resource-Score ein pragmatisches und allgemeinverständliches Label für ressourcen- und klimafreundliches Bauen vor. Bauprojekte bzw. mehr Infos zum Thema: www.faktor-x.siedlungen.eu