Archive: Blog-Beiträge


Video-Podcast (40 min., 2020) Eine Bewohnerin der autofreien Siedlung berichtet

40 min., Interview vom 15. Oktober 2020 von Katja Diehl (She Drives Mobility) mit der Bewohnerin Levke, die in der Autofreien Siedlung “Saarlandstraße” in Hamburg aufgewachsen ist. Hier gibt es weitere Infos und Fotos der Autofreien Wohnsiedlung: https://sdg21.eu/db/autofreie-siedlung-saarlandstrasse Weitere Infos über Autofreie Siedlungen: www.autofreie.siedlungen.eu

Ab Februar 2021 in Bayern: Holzbau für alle Gebäudeklassen

Am 1. Februar 2021 trat die Novelle der Bayerischen Bauordnung in Kraft. Der Baustoff Holz kann künftig in allen Gebäudeklassen verwendet werden. Die gesetzlichen Änderungen machen das Bauen in Bayern einfacher und schneller, flächensparender und kostengünstiger.

Weitere Informationen: www.bauenmitholz.de/bayerischen-bauordnung-bauen-in-bayern-wird-einfacher-und-schneller/150/81844/



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Holzbau, News-Blog Bayern, Wohnbau-Politik


BR-Reportage (44 Min., 2021) “Mit Holzbau aus der Klimakrise?”

Online bis 19.01.2026 Im Video-Beitrag werden u.a. die Münchner Holzbausiedlung “Prinz Eugen Park” und die City of Wood in Bad Aibling vorgestellt. “Dürre und Borkenkäfer machen dem Wald schwer zu schaffen. Das anfallende Schadholz hat den Holzpreis abstürzen lassen. Die hiesigen Waldbesitzer machen Minusgeschäfte, obwohl das Käferholz als Bauholz tausende Kilometer nach China und Amerika exportiert wird. Was könnte die Lösung für die Holzmisere sein? Und könnte mehr Holzbau bei uns auch ein Ausweg aus der Klimakrise sein?” https://www.br.de/mediathek/video/dokthema-politische-doku-mit-holzbau-aus-der-klimakrise-av:5fc4eef079e399001321634d

Klimaschutzstiftung Baden-Württemberg startet

29.12.20 CO2-Kompensationen der Landesverwaltung fließen in Stiftung

Das Land Baden-Württemberg geht als Vorbild beim Klimaschutz voran: Bis spätestens 2040 soll die Landesverwaltung klimaneutral arbeiten. Die neue Klimaschutzstiftung unterstützt sie dabei, indem sie mit der Verzinsung ihres Grundkapitals die Forschung und Entwicklung sowie Bildungsprojekte im Bereich Klimaschutz fördert. Außerdem können das Land, Kommunen, Unternehmen und alle Bürgerinnen und Bürger über Kompensationszahlungen ihre CO2-Emissionen ausgleichen und so klimaneutral werden. Kooperationspartner wird die gemeinnützige Klimaschutzorganisation myclimate Deutschland.

Stuttgart, 29. Dezember 2020 – Am 1. Januar 2021 wird die neue Klimaschutzstiftung unter dem Dach der Baden-Württemberg Stiftung offiziell ihre Arbeit aufnehmen. Die Klimaschutzstiftung Baden-Württemberg ist mit einem Kapital von 49,5 Millionen Euro ausgestattet und unterstützt die Landesverwaltung bei ihrem Ziel der Klimaneutralität bis 2040. Dabei kompensiert sie den CO2-Ausstoß der dienstlich veranlassten Flugreisen der Landesministerien, der nachgeordneten Behörden und der Hochschulen. Auch Unternehmen, Landkreise und Kommunen sowie alle Bürgerinnen und Bürger können Kompensationszahlungen an die Stiftung leisten. Zur einfachen Berechnung und direkten Kompensation von CO2-Emmissionen lässt das Land derzeit unter Federführung des Innenministeriums eine landeseigene App entwickeln. Das Vermögen der Klimaschutzstiftung wird im Rahmen der Vermögensverwaltung der Baden-Württemberg Stiftung durch das Finanzministerium Baden-Württemberg nachhaltig angelegt. Weitere Informationen inklusive der Stiftungssatzung gibt es auf Klimaschutzstiftung BadenWürttemberg – BW Stiftung.

„Ich freue mich sehr, dass wir mit der Klimaschutzsstiftung Baden-Württemberg jetzt an den Start gehen können. Wir dürfen die internationalen Klimaziele auch in Zeiten der Corona-Pandemie nicht vernachlässigen – und leisten mit der Klimaschutzstiftung einen wichtigen Beitrag für Baden-Württemberg“, sagt Christoph Dahl, Geschäftsführer der Baden-Württemberg Stiftung. „Das Land nimmt damit eine Vorreiterrolle ein, denn kein anderes Bundesland kann eine vergleichbare Stiftung vorweisen.“

Strategische Partnerschaft mit myclimate Deutschland Die Klimaschutzstiftung wird mit eigenem Team Klimaschutzprojekte aufbauen, in die die Kompensationen fließen können. Darüber hinaus wird die Stiftung eigene Bildungs- und Forschungsprojekte entwickeln. Strategischer Partner wird myclimate Deutschland, einer der führenden Anbieter für CO2-Kompensation und Klimaschutzberatung mit Sitz in Reutlingen. myclimate Deutschland unterstützt die Klimaschutzstiftung BadenWürttemberg vor allem durch strategische Beratung, bei der Berechnung von CO2- Emissionen sowie bei der Umsetzung der CO2-Kompensation. myclimate stellt CO2- Zertifikate aus Klimaschutzprojekten bereit, die nach strengsten Qualitätsstandards zertifiziert sind und unterstützt die Klimaschutzstiftung bei der Entwicklung und Umsetzung eigener Klimaschutzprojekte, sowohl regional als auch international.

Mehr Informationen unter
myclimate Deutschland – Ihr Partner für den Klimaschutz



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DE-News, Fördergelder, Klimaschutz, News-Blog Baden-Württemberg, Umweltpolitik


Arte-Filmbeitrag (26 min., 2017) über Schwedens EcoCity Malmö

26 Min., Verfügbar vom 31/12/2020 bis 07/03/2021, Film von 2017 “Neue Großbauprojekte und ökologische Innovationen sorgten dafür, dass Malmö heute ein Musterbeispiel für den direkten Übergang von der Industriemetropole zur nachhaltigen Eco City geworden ist. Das Geheimrezept: Die Stadt setzte nicht nur auf innovative Technologien, sondern vor allem auf die aktive Beteiligung der Bürger am Wandel.”

Hamburg beschließt Photovoltaik-Pflicht ab 2023

Der Senat hat am 22.12.2020 eine erste Rechtsverordnung zum Hamburgischen Klimaschutzgesetz beschlossen. Diese regelt die konkrete Umsetzung der Solardachpflicht und der Einbindung Erneuerbarer Energien beim Heizungstausch. Hamburg gehört mit diesen Regelungen bundesweit zu den Vorreitern beim Klimaschutz im Gebäudebereich.

Zusammen mit dem Klimaschutzgesetz wurde auch der Klimaplan beschlossen. Dieser umfasst mehr als 400 Einzelmaßnahmen und ist eines der wichtigsten Klima- und Konjunktur-Projekte der Stadt. Das Klimaschutzgesetz sieht u.a. eine Pflicht zur Installation von Photovoltaikanlagen ab 2023 auf Hamburgs Dächern im Neubau vor. Für Bestandsgebäude, bei denen die Dachhaut vollständig erneuert wird, greift die Pflicht ab 2025. Ab Mitte 2021 muss beim Heizungstausch ein Mindestanteil des Wärmeenergiebedarfs aus erneuerbaren Energien gedeckt werden. Die Details und Ausnahmeregelungen zu den neuen Anforderungen sind in der gerade erlassenen Rechtsverordnung festgelegt. . Die BUKEA schätzt die mögliche Einsparung durch die Photovoltaik-Pflicht auf 60.000 Tonnen CO2 bis 2030 ein.

Auch für die Dächer gilt der Grundsatz der Wirtschaftlichkeit: Solarenergie soll sich amortisieren, dafür legt die Umweltbehörde für Photovoltaik-Anlagen einen Amortisationszeitraum von 20 Jahren zugrunde. Falls im Einzelfall die Amortisation länger dauern sollte, entfällt die Pflicht. Die Umweltbehörde geht aber davon aus, dass sich viele Anlagen in ein einem deutlich kürzeren Zeitraum amortisieren und zusätzlich länger als 20 Jahre laufen werden.  Ausnahmen sind vorgesehen für Einzelfälle, in denen die Installation einer Photovoltaik-Anlage technisch unmöglich ist oder mit anderen unvermeidbaren Nutzungen konkurriert.

Eine Mindestgröße für die Photovoltaik-Anlage wurde nicht festgelegt, damit die Verpflichteten eine Anlage wählen können, die ihren wirtschaftlichen Interessen entspricht und ein Miteinander mit anderen Dachnutzungen ermöglicht wie zum Beispiel die Kombination mit einer Dachbegrünung.

Jens Kerstan, Senator für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft : „Die EU, der Bund und auch Hamburg müssen zur Erreichung der Klimaziele aus dem Pariser Abkommen große Anstrengungen unternehmen. Die öffentliche Hand ist hier genauso gefragt wie Industrie, Gewerbe und Privatleute. Einen wesentlichen Beitrag können und müssen wir alle bei den Gebäuden über erneuerbaren Strom und klimafreundliche Wärme erreichen. Gerade im dicht bebauten städtischen Bereich gilt es, geeignete Flächen zu nutzen, am besten mehrfach.

Hamburgs Dächer bieten ein enormes Potenzial zum Ausbau der Solarenergie. Die Technik ist ausgereift, erprobt und seit 20 Jahren immer wirtschaftlicher und effizienter geworden. Bei anspruchsvolleren Bauvorhaben gehört sie mittlerweile zum Standard. Mit dem Klimaschutzgesetz haben wir die Pflicht eingeführt, dass das Sonnenenergiepotenzial auf den Dächern unserer Stadt genutzt wird. Die Wärme für Gebäude muss bei einem Heizungstausch künftig zu mindestens 15 Prozent aus Erneuerbarer Energien produziert werden – mit der heute vom Senat beschlossenen Rechtsverordnung legen wir die inhaltliche Ausgestaltung der gesetzlichen Kriterien fest.

Mit Unterstützung renommierter Gutachter haben wir nun eine Rechtsverordnung mit Augenmaß und nachvollziehbaren Kriterien für die Bewertung von Ausnahmen. Diese gilt es nun mit allen Beteiligten in die Umsetzung zu bringen. Dabei wird das Handwerk in der Stadt eine wichtige Rolle spielen. Beim Mindestanteil von 15 Prozent Erneuerbaren Energien in neuen Heizungsanlagen setzen wir auf zuverlässige und erprobte Technologien wie etwa der Nutzung von Biomasse, Solarthermie und Umweltwärme, aber künftig auch auf technische Innovationen wie Brennstoffzellentechnik.

Wo immer die Möglichkeit besteht, sich an ein Wärmenetz anzuschließen, das Wärme mit einem entsprechenden Anteil Erneuerbarer Energien liefern kann, kann und soll auch diese einfache Möglichkeit genutzt werden. Der Ausbau der Wärmenetze und der Wärmeproduktion mit mehr erneuerbaren Energien ist dabei ein weiterer wichtiger Baustein der Wärmewende in Hamburg. Mit Blick auf die finanziellen Auswirkungen für Eigentümer und Mieter in dieser Stadt  knüpfen wir die Pflicht an die Wirtschaftlichkeit der Maßnahmen. Mit dem Einsatz von mehr Erneuerbaren Energien soll auch langfristig die Steigerung der Kosten für Strom- und Wärme  in Hamburg vermieden werden. Die Wohnungswirtschaft kann ihren Mietern sogenannte Mieterstromangebote machen und so die Mieterinnen und Mieter an der Energiewende teilhaben lassen. Dies lässt schon das Klimaschutzgesetz ausdrücklich zu, im Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) des Bundes wurden gerade die Bedingungen für Mieterstrommodelle erheblich verbessert. Hamburg zählt mit diesen Regelungen bundesweit zu den Vorreitern beim Klimaschutz.“

Dr. Veit Bürger, stv. Leiter des Bereichs Energie & Klimaschutz (Freiburg) beim Öko-Institut hat die Umweltbehörde bei der Erstellung der Rechtsverordnung gutachterlich beraten und erklärt: „Die Nutzungspflicht für Erneuerbare Energien ist ein wichtiger Schritt für den Hamburger Klimaschutz. Die Wärmewende wird nur gelingen, wenn in bestehenden Gebäuden mehr erneuerbare Wärmeenergien eingesetzt werden. Unsere Berechnungen zeigen, dass es für jeden der untersuchten Gebäudetypen verschiedene Varianten gibt, mit denen ein Hauseigentümer die neue Verpflichtung auf wirtschaftliche Weise erfüllen kann.“

Gerhard Stryi-Hipp, Leiter der Gruppe Smart Cities am Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme in Freiburg und ebenfalls Gutachter für die Rechtsverordnung, sagt zur Hamburger Photovoltaikpflicht: „Mit der so ausgestalteten PV-Pflicht hat Hamburg ein gut fundiertes Regelwerk geschaffen, das den notwendigen Ausbau der Solarenergie stimuliert, ohne die Verpflichteten zu überfordern.“

Mit Blick auf die wirtschaftlichen und konjunkturellen Folgen der Corona-Pandemie bietet ein verstärkter Ausbau von Solaranlagen und von Anlagen für erneuerbare Wärme eine große Chance, um die lokale und regionale Wirtschaft und Wertschöpfung zu stärken und gleichzeitig die Energiewende noch schneller voranzubringen. Das betrifft die gesamte Wertschöpfungskette von der Planung bis hin zur Montage durch die Handwerkerinnen und Handwerker. Jeder Neubau und jede Gebäudesanierung bietet eine Chance für die Wirtschaft und den Klimaschutz. Die Umweltbehörde wird die Umsetzung der neuen Pflichten mit begleitenden Informationsmaterialien und Beratungsangeboten unterstützen.

Infos im Netz:

Hintergrundinfos zum Klimaschutzgesetz: www.hamburg.de/klimaschutzgesetz
Rechtsverordnung zum Klimaschutzgesetz: t.hh.de/14762816
Hamburgisches Klimaschutzgesetz (HmbKliSchG)

Quelle: PM der Stadt Hamburg vom 22. Dezember 2020



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DE-News, Erneuerbare, Klimaschutz, Kommunen, News-Blog Hamburg, PV, Transition-Town, Umweltpolitik, Wohnbau


Beliebte Projekte und Fotogalerien in 2020

Im Jahr 2020 gab es insgesamt 61.000 Seitenaufrufe. Diese Übersicht zeigt die jeweils 10 häufigsten aufgerufenen Projekte, Fotogalerien und Einzelseiten der sdg21.Webdatenbank.

Die 10 am häufigsten aufgerufenen Projekte

(Januar bis Dezember 2020)

  1. Ökosiedlung Bielefeld-Waldquelle (1.700 Views)
  2. Baumhäuser von Frei Otto in Berlin-Tiergarten (865 Views)
  3. Nachhaltiger Modellstadtteil Vauban (827 Views)
  4. Stellwerk 60 Köln-Nippes (598 Views)
  5. Französisches Viertel Tübingen (477 views)
  6. Holzbausiedlung im Prinz Eugen Park (404 Views)
  7. Gemeinschaftssiedlung “Alte Gärtnerei” in Kiel (397 Views)
  8. ESA-Studierendenwohnheim Kaiserslautern (392 Views)
  9. Wohnsiedlung “Gut Buchholz” in Berlin-Pankow (350 Views)
  10. Permakultur-Siedlung „EVA Lanxmeer“ in Culemborg (300 Views)

 

Die 10 am häufigsten aufgerufenen Fotogalerien

(Januar bis Dezember 2020)

  1. Fotogalerie 2020 Holzbausiedlung “Prinz-Eugen-Park” München (153 Views)
  2. Fotogalerie 2016 Alte Weberei Tübingen-Lustnau (149 Views)
  3. Fotogalerie 2017 GWL Terrein, Amsterdam Westerpark (147 Views)
  4. Fotogalerie 2016 Französisches Viertel Tübingen (129 Views)
  5. Fotogalerie 2016 Ökodorf Sieben Linden (105 Views)
  6. Fotogalerie 2019 Studierendenwohnanlage „Siepenfeld“ in Bochum (93 Views)
  7. Fotogalerie 2019 Woodie Hamburg (81 Views)
  8. Fotogalerie 2016 Ökosiedlung Köln Blumenberg (75 Views)
  9. Fotogalerie 2020 Grasdachsiedlung Hannover Bothfeld (74 Views)
  10. Fotogalerie 2002 Prisma Nürnberg (73 views)

Die 10 am häufigsten aufgerufenen Einzelseiten

(Januar bis Dezember 2020)

  1. oekosiedlungen.eu (3.9k views)
  2. Ökosiedlung Bielefeld-Waldquelle (1.7k views)
  3. Baumhäuser von Frei Otto in Berlin-Tiergarten (865 views)
  4. Nachhaltiger Modellstadtteil Vauban (827 views)
  5. www.autofreie.siedlungen.eu (630 views)
  6. Stellwerk 60 Köln-Nippes (598 views)
  7. Projekte (571 views)
  8. NRW (508 views)
  9. Deutschland (505 views)
  10. Siedlungen und -Quartiere in Holzbauweise (487 views)

Weitere Abrufzahlen

Die aktuellsten Abrufzahlen finden Sie hier: https://sdg21.eu/beliebte-webseiten
Abrufzahlen 2019: https://sdg21.eu/blog/beliebte-nachhaltige-siedlungen-und-quartiere-in-2019
Abrufzahlen 2018: https://sdg21.eu/blog/beliebte-nachhaltige-siedlungen-2018
Abrufzahlen 2017: https://sdg21.eu/blog/die-beliebtesten-nachhaltigen-siedlungen-2017



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„Bonn4Future“: Stadt und Bonn im Wandel unterzeichnen Kooperationsvertrag

Wie kann Bonn bis 2035 klimaneutral werden? Diese Frage möchte das Mitwirkungsprojekt „Bonn4Future – Wir fürs Klima!“ zusammen mit Bonner Bürgerinnen und Bürgern in den kommenden zwei Jahren diskutieren. Seit Mitte 2019 gilt in Bonn der Klimanotstand; im November 2019 hat der Rat beschlossen, dass Bonn bis 2035 klimaneutral werden soll. Die Stadt und der gemeinnützige Verein Bonn im Wandel haben nun einen Kooperationsvertrag unterzeichnet und damit „Bonn4Future“ an den Start gebracht.

Ganz wichtig ist bei „Bonn4Future“ eine neue Kultur des gegenseitigen Zuhörens und der guten Zusammenarbeit. Alle Beteiligten suchen Lösungen, wie die Klimaneutralität für unsere Stadt gelingen kann. Alle übernehmen Verantwortung und leisten ihren Beitrag.

„Um Klimaneutralität in Bonn bis 2035 erreichen zu können, kommt es neben der richtigen Weichenstellung auf internationaler und nationaler Ebene auch auf uns alle hier vor Ort an“, so Oberbürgermeisterin Katia Dörner. „Auf Politik, Verwaltung, Unternehmen und die Bonnerinnen und Bonner mit ihren Ideen und Entscheidungen. Mit ihnen wollen wir im Mitwirkungsverfahren ‚Bonn4Future‘ ins Gespräch kommen, denn nur so kann dieser große Transformationsprozess für Bonn gelingen. Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit Bonn im Wandel und unserer engagierten Stadtgesellschaft!“

Projektbausteine: Maßnahmen entwickeln und umsetzen

Beim Klimatag – der je nach Pandemie-Lage noch terminiert und geplant wird – sind Bürgerinnen und Bürger eingeladen, einen gemeinsamen Klimavisions- und Aktionsplan für ein klimaneutrales Bonn zu erarbeiten. Die Ideen und Erkenntnisse aus diesem Klimatag fließen ein in insgesamt vier geplante Klimaforen – das erste soll noch in der ersten Jahreshälfte 2021 stattfinden. Dort erarbeiten 100 zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger zusammen mit Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Vereinen, Kultur, Verwaltung und Politik Strategien und konkrete Vorschläge für den Weg zu Klimaneutralität 2035.

Ergebnisse und Ideen aus den Foren werden in die Verwaltung und in die Politik gespiegelt. Sie dienen zur Orientierung und Unterstützung bei der Weiterentwicklung der bereits vorhandenen Klimaschutz-Maßnahmenkataloge.

Ein Projekt-Beirat und eine begleitende wissenschaftliche Evaluation sorgen für eine hohe Qualität des Mitwirkungsverfahrens.

„Der Klimawandel beschäftigt die Menschen in Bonn, das merken wir in unserer Arbeit jeden Tag“, so Dr. Gesa Maschkowski, Vorstand des Vereins Bonn im Wandel. „Viele Menschen wollen etwas tun und wünschen sich wirksame Maßnahmen. Jetzt bringen wir sie zusammen. Die Bürgerinnen und Bürger, Menschen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und dem sozialen Bereich sowie Politikerinnen und Politiker aller Parteien. Denn wir müssen jetzt planen und handeln, wenn Bonn spätestens 2035 klimaneutral sein soll.“

Eine möglichst breite Beteiligung soll in den nächsten zwei Jahren konstruktive Ideen und Ergebnisse hervorbringen. Zum Auftakt können Bürgerinnen und Bürger sich bereits heute auf dem städtischen Portal  www.bonn-macht-mit.de über das Verfahren informieren und ihre Ideen dazu einbringen, wie der Prozess gut gelingen kann.

Gemeinsam zum Ziel

„Bonn4Future – Wir fürs Klima!“ erfuhr schon vor dem offiziellen Projektstart viel Unterstützung von mehr als 50 Bonner Initiativen. Den Macherinnen und Machern ist es aber wichtig, Menschen aus allen Bereichen der Bürgerschaft mit ins Boot zu nehmen. Das Verfahren soll von allen gesellschaftlichen Gruppen mitgetragen werden.

Ein begleitendes Kommunikations- und Bildungskonzept widmet sich dem Aufbau eines Kommunikationsnetzwerkes. So werden Multiplikatorinnen und Multiplikatoren gewonnen und dafür Sorge getragen, dass „Bonn4Future“ Gesprächsthema bleibt und viele Menschen zum Mitwirken motiviert werden.

Ein wichtiges Kommunikationsinstrument ist auch die stadtweite, interaktive Nachhaltigkeitsplattform. Sie wird Initiativen, Aktivitäten und Termine zum Thema klimaneutrale Stadt, Engagement für Nachhaltigkeit und Bürgerbeteiligung im Kontext der Nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) sichtbar machen.

Hintergrund

Dem jetzt geschlossenen Kooperationsvertag war ein Bürgerantrag zur Beteiligung an der Zielerreichung der Klimaneutralität vorangegangen. Diesen haben Bonn im Wandel und die Klimawache Bonn Anfang des Jahres eingebracht. Mittlerweile wird das Mitwirkungskonzept von rund 50 Initiativen, Unternehmen und Organisationen unterstützt. Der Bürgerausschuss stimmte diesem zu. Bonn im Wandel hat daraufhin mit Unterstützung von Experten für Bürgerbeteiligung ein Konzept für das mehrstufige Verfahren erarbeitet und in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung weiterentwickelt.

Mit einem Beschluss im September 2020 beauftragte schließlich der Rat der Stadt Bonn die Verwaltung, mit Bonn im Wandel einen Kooperationsvertrag zur Koordination und Umsetzung des zweijährigen Verfahrens abzuschließen. Dafür werden bis Ende 2022 Mittel in Höhe von bis zu 719.000 Euro bereitgestellt. Die Umsetzung des Projektes erfolgt im „Bonn4Future“-Projektbüro. Hier arbeiten vier erfahrene Expertinnen und Experten für Kommunikation und Beteiligung auf 2,4 Stellen, unterstützt durch das Bonn im Wandel-Kernteam. Von Seiten der Stadtverwaltung wird das Vorhaben durch eine halbe Stelle koordiniert und begleitet. Es gibt außerdem eine enge Anbindung an das Bürgerbeteiligungsportal „Bonn macht mit“. Das Partizipationsportal bündelt sämtliche Informationen zu Beteiligungsangeboten der Stadt Bonn und stellt Möglichkeiten der direkten Beteiligung bereit.

Bonn im Wandel versteht sich als Ideen- und Projektlabor für eine nachhaltige Stadt. Der Verein bringt ein großes Netzwerk sowie neun Jahre Erfahrung in der Initiierung und Organisation von zivilgesellschaftlichen Projekten und Veränderungsprozessen in das Verfahren mit ein.

Weitere Informationen unter  www.bonn-macht-mit.de und  www.bonnimwandel.de

Quelle: PM der Stadt Bonn vom



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Bonn, Kommunen, SDG 2030, Transition-Town, Umweltpolitik


A4F-Webinar “Gebäudebewertung mit dem Resource-Score” (11/2020)

1 h 03 min., veröffentlicht: 18.11.2020 Klaus Dosch (Faktor X Agentur + ResScore GmbH) stellt mit dem Resource-Score ein pragmatisches und allgemeinverständliches Label für ressourcen- und klimafreundliches Bauen vor. Bauprojekte bzw. mehr Infos zum Thema: www.faktor-x.siedlungen.eu

Bewerbungsschluss auf den 12.2.2021 verlängert! Ideenaufruf: 6,5 Mio. € für kommunalen Holzbau in Baden-Württemberg

Abb.: Holzbau-Offensive Baden-Württemberg

Forstminister Peter Hauk MdL: „Mit unserem Ideenaufruf wollen wir den kommunalen Holzbau im Land weiter vorantreiben und unsere bundesweite Stellung als Holzbauland Nr. 1 weiter festigen“.
Für den Ideenaufruf kommunaler Holzbau-Konzepte stehen insgesamt rund 6,5 Millionen Euro an Fördermitteln der Holzbau-Offensive Baden-Württemberg zur Verfügung.

Der Online Bewerbungsschluss ist am 12. Februar 2020.


„Mit Blick auf die weltweite Klimaentwicklung führt an einem verstärkten Einsatz des nachwachsenden und klimafreundlichen Bau- und Dämmstoffs Holz kein Weg vorbei. Nur Gebäude mit einem hohen Holzanteil können größere Mengen Kohlenstoffs über Jahrhunderte einspeichern. Mit unserem Ideenaufruf wollen wir den kommunalen Holzbau im Land weiter vorantreiben und unsere bundesweite Stellung als Holzbauland Nr. 1 weiter festigen“, sagte der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk MdL, am Freitag (13. November) in Stuttgart. Ziel sei es, Baden-Württemberg als Vorbild einer klimabewussten Baukultur zu etablieren. Die Bauprojekte des Landes würden soweit möglich in Holz- und Holzhybridbauweise umgesetzt. Nun unterstützt das Land auch die Kommunen bei der Entwicklung hin zu einem klimafreundlichen Bauen mit Holz.
„Im Fokus des Ideenaufrufs stehen vor allem kommunale Konzepte und Wege im Städtebau die zur Umsetzung von Holzbauprojekten führen. Gesucht werden neue innovative Ansätze zum Beispiel bei eigenen Liegenschaften, der Quartiersentwicklung oder der Schaffung ganzer Siedlungen“, erklärte Minister Hauk. Hierzu bedürfe es engagierter und innovativer Kommunen, die als Trendsetter vorangehen. Der Ideenwettbewerb solle hierfür Anreize setzen. „Wer mit dem nachwachsenden Rohstoff Holz baut, schont das Klima und stärkt regionale Wirtschaftskreisläufe. Die Holz- und Holzmischbauweisen eignen sich beispielsweise optimal um bestehende Bebauungen aufzustocken, Baulücken zu schließen oder Bestandsbauten zu sanieren“, erklärte der Minister. Zahlreiche Projekte würden schon heute belegen, dass eine hochwertige und nachhaltige Weiterentwicklung urbaner und ländlicher Räume mit Holz wirtschaftlich ist und einen Mehrwert für die Bevölkerung mit sich bringen.
Das Land setzt sich daher mit der Holzbau-Offensive Baden-Württemberg für ein höheres Klimabewusstsein im Bauwesen ein. Holz ist der einzige relevante Baustoff, der eine günstige CO2-Bilanz aufweist und einen unmittelbaren Speichereffekt erzielt. Durch die innovative Weiterverarbeitung mit niedrigem Energieeinsatz findet Holz in verschiedensten Formen Verwendung und kann mit architektonischen Akzenten zu einer nachhaltigen Baukultur beitragen.

Hintergrundinformationen:

Die Kommunen sind aufgefordert, Ansätze zum Planen und Bauen mit Holz im Hochbau einzureichen. Dabei kann es sich um erste Ideen handeln, die einer der folgenden vier Kategorien zugeordnet werden müssen:
1. Entwicklung und Konzeption des Baus und der Sanierung eigener Liegenschaften,
2. Instrumente und Ansätze der Stadtplanung /-entwicklung,
3. Information, Beratung und Aufklärung Bauwilliger durch die Kommunen (Kommunikation)

4. Sonstiges/Sonderweg.

Die Einreichung von Ideen zur Planung von Einzelobjekten, als auch Quartiers- und Siedlungsansätze, Beratungs- und Qualifizierungsangebote (intern wie extern), Kommunikationsstrategien und Öffentlichkeitsarbeit, aber auch andere Formate im kommunalen Planungskontext sind denkbar.

Der Aufruf ist niedrigschwellig angelegt um viele Kommunen anzusprechen. In einem zweistufigen Bewerbungsverfahren wird zunächst ein Grobkonzept in Form einer kurzen Ideenskizze online eingereicht. Nach einer Bewertung durch eine Expertengruppe haben ausgewählte Kommunen die Chance, die Projektidee zu vertiefen und für die Umsetzung vorzubereiten. Eine finanzielle Unterstützung mit jeweils bis zu 20.000 Euro steht hierfür zur Verfügung (1. Stufe). Nach positiver Bewertung besteht in der zweiten Stufe die Möglichkeit eine weitere Förderung in Höhe von bis zu 400.000 Euro für die Umsetzung ihrer Projektidee zu erhalten (2. Stufe).

Bewerbungsschluss für die Einreichung einer kurzen Ideenskizze über den Online-Antrag ist der 12. Februar 2021 (1. Stufe). Nähere Informationen finden interessierte Kommunen auf der Website der Holzbau-Offensive unter www.holzbauoffensivebw.de

 



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Fördergelder, Holzbau, News-Blog Baden-Württemberg, Quartiere, Umweltpolitik, Wohnbau


Was bedeutet das CO2-Reduktionsziel der EU für die deutsche Energiewende?

Bei Photovoltaik und Wind ist bis 2030 ein jährlicher Zubau von 10-14 GW bzw. 9 GW notwendig, um genügend CO2-frei erzeugten Strom für Deutschland zur Verfügung zu stellen. © Abb.: Fraunhofer ISE

Die EU-Zielverschärfungen auf dem Weg zur Klimaneutralität sehen im Kontext des Green Deal eine Reduktion der CO2-Emissionen um 55% bis 2030 und 100% bis 2050 vor. Vor dem Hintergrund dieser verschärften Parameter stellt sich die Frage nach der Auswirkung auf die Energiewende in Deutschland. Das Fraunhofer ISE hat auf Basis seines Energiesystemmodells REMod die Konsequenzen der neuen EU-Ziele für den Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland berechnet und stellt die Ergebnisse nun in einer Kurzstudie vor.


Im Februar 2020 hatte das Fraunhofer ISE die Studie »Wege zu einem klimaneutralen Energiesystem – Die Energiewende im Kontext gesellschaftlicher Verhaltensweisen« vorgelegt, die den Einfluss gesellschaftlicher Verhaltensweisen auf mögliche Transformationspfade des deutschen Energiesystems hin zu einer nahezu vollständigen Reduktion der energiebedingten CO2-Emissionen im Jahr 2050 aufzeigt. Den mit dem Energiesystemmodell REMod durchgeführten Berechnungen waren die zum Zeitpunkt der Erstellung anvisierten Ziele der Bundesregierung zugrunde gelegt, d.h. eine Reduktion der deutschen CO2-Emissionen um 55% im Jahr 2030 und 95% im Jahr 2050 gegenüber dem Jahr 1990.

Als Reaktion auf die im Rahmen des European Green Deal nun erfolgte Verschärfung der europäischen Ziele von 40% auf 55% bis zum Jahr 2030 hat das Institut neu gerechnet. Die in der Februar-Studie betrachteten Transformationspfade für Deutschland wurden mit Blick auf eine Reduktion der deutschen CO2-Emissionen von 65% im Jahr 2030 und eine vollständige Klimaneutralität des Energiesystems im Jahr 2050 aktualisiert. Die Freiburger Wissenschaftler berechneten dabei alle Szenarien ihrer Studie aus dem Februar neu (Referenz, Beharrung auf konventionellen Technologien, Inakzeptanz von großen Infrastrukturmaßnahmen, Suffizienz). Als zusätzlichen Aspekt fügten sie eine Untersuchung der Sensitivität für Importpreise grünen Wasserstoffs und synthetischer Brennstoffe hinzu. Die Kurzstudie betrachtet hauptsächlich das Referenzszenario, um auf die durch die Zielverschärfung hervorgerufenen Veränderungen näher eingehen zu können. Die Studie nennt aber auch Korridore für den Ausbau einer Vielzahl von Technologien, die sich aus verschiedenen Szenarien ableiten lassen. Bei Photovoltaik und Wind sind es bis zum Jahr 2030 ein jährlicher Zubau von 10-14 GW bzw. 9 GW, die notwendig sind, um genügend CO2-frei erzeugten Strom für Deutschland zur Verfügung zu stellen.

»Das Update unserer Energiewendestudie zeigt, dass das Erreichen der Klimaschutzziele, auch mit einer stärkeren Reduzierung der Treibhausgasemissionen als bisher angenommen, aus technischer und systemischer Sicht machbar ist, wenn auch mit größeren Anstrengungen«, sagt Dr. Christoph Kost, Leiter der Gruppe Energiesysteme und Energiewirtschaft und Autor der Kurzstudie. »Eine Zielverschärfung der energiebedingten CO2-Emissionen führt zu einer höheren direkten oder indirekten Nutzung von erneuerbar erzeugtem Strom in den Verbrauchssektoren. Dies wiederum erfordert einen deutlich stärkeren Ausbau von Anlagen zur Stromerzeugung aus Wind und Sonne.« Weiterhin zeige die Kurzstudie, dass der Ausbau fluktuierender erneuerbarer Energien einen starken Ausbau von Systemflexibilität bedingt.

Will man die Reduktion der CO2-Emissionen um 65% bis 2030 erreichen, müssen beispielsweise im Mobilitätssektor batterieelektrische Fahrzeuge 30–35% des Personenverkehrs ausmachen. In einem dann 2050 klimaneutralen Energiesystem werden neben dem PKW-Verkehr auch im Lastgüterverkehr nahezu keine konventionellen Verbrennungsmotoren mehr betrieben.

»Wärmepumpen – eingesetzt in Haushalten oder zur Versorgung von Fernwärmenetzen – müssen ab sofort zu einer Schlüsseltechnologie für die Wärmeversorgung werden«, fasst Institutsleiter Prof. Dr. Hans-Martin Henning die Ergebnisse für den Gebäudesektor zusammen. Mit Blick auf die CO2-Vermeidungskosten ergänzt er: »Die hier zugrunde gelegte Zielverschärfung führt zu einer Erhöhung der CO2-Vermeidungskosten. Diese hängen allerdings wesentlich von der Entwicklung des Endenergiebedarfs ab.«

Detailliertere Ausführungen zu den zentralen Aussagen der neu gerechneten Transformationspfade der Energiewende in Deutschland sind auf der Website des Fraunhofer ISE zu finden: »Wege zu einem klimaneutralen Energiesystem 2050 – Die Energiewende im Kontext gesellschaftlicher Verhaltensweisen – Update unter einer Zielvorgabe von 65% CO2-Reduktion in 2030 und 100% in 2050«.

Link zur Studie »Wege zu einem klimaneutralen Energiesystem – Die Energiewende im Kontext gesellschaftlicher Verhaltensweisen«, Februar 2020, Update Dezember 2020:

www.ise.fraunhofer.de/de/veroeffentlichungen/studien/wege-zu-einem-klimaneutralen-energiesystem.html



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DE-News, Erneuerbare, Klimaschutz, Neue Bücher und Studien, PV, Umweltpolitik


EEG-Novelle 2021: Verbesserungen für Quartierslösungen

Beim EEG-Entwurf sind im Segment der PV-Dachanlagen etliche Änderungen vorgesehen. Nach Informationen des pv magazine ist eine Befreiung von der Gewerbesteuer geplant und es sollen Quartierslösungen möglich werden.

Fazit BSW-Solar: „Die Bundesregierung muss dringend nachbessern, ansonsten steuern wir weiterhin in hohem Tempo auf eine Klimaschutz- und Stromerzeugungslücke. Die Kompromissvorlage ist viel zu verzagt, gleichzeitig werden zu viele wichtige Punkte vertagt. Unzumutbar sind die geplanten Einschränkungen bei der Förderung neuer größerer Solardächer“, erklärte Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar.

Auch anderen Solarverbänden geht die EEG-Novelle trotz kleiner Verbesserungen nicht weit genug:
www.pv-magazine.de/2020/12/14/eeg-novelle-2021-spd-verkuendet-durchbruch-enttaeuschung-bei-solarbranche/



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Bau- und Betriebskosten, Bürgerenergie, DE-News, Erneuerbare, Klimaschutz, PV, Plusenergiehaus-/siedlung, Umweltpolitik


Auslobung “Vorbildliche Bauten im Land Hessen 2020”

Fristverlängerung! Anstatt 31.12.2020 endet die Projekteinreichung bis einschließlich Freitag, 22.01.2021.

Preis für Architektur und Städtebau

Das Land Hessen, vertreten durch das Hessische Ministerium der Finanzen und die Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen loben gemeinsam im Turnus von drei Jahren die Auszeichnung unter einem spezifischen Themenschwerpunkt aus. Das Thema für 2020 ist „Nachhaltigkeit“.

Es werden innovative Projekte und Planungen auf dem Gebiet des nachhaltigen Planen und Bauens gesucht, die in den letzten fünf Jahren in Hessen realisiert worden sind beziehungsweise sich in Realisierung befinden.

Das Auszeichnungsverfahren ist zweistufig und richtet sich an Planerinnen und Planer aus dem In- und Ausland aus den Bereichen Architektur, Innenarchitektur, Landschaftsarchitektur und des Städtebaus sowie an private und öffentliche Bauherrinnen und Bauherren.

Die Projekte können bis einschließlich 22. Januar 2020 unter
www.akh.de/vorbildliche-bauten eingereicht werden.

Eine international besetzte Fachjury wird in Phase 1 eine Short-List nominieren und in Phase 2, nach einer Vor-Ort-Besichtigung, die Preisträgerinnen und Preisträger in vier Preiskategorien auswählen. Die Preisverleihung ist für Mai 2021 angedacht.



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Germanwatch: Klimagipfel bringt Welt langsam auf Kurs Richtung Pariser Klimaziele

– doch mangelnde Unterstützung für Globalen Süden wird zu Riesen-Hürde

Zum Teil deutlich verbesserte Emissionsziele zeigen Wirksamkeit des Pariser Abkommens / Doch zu wenig Zusagen für Finanzierung von Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel in ärmeren Ländern / Kanzlerin Merkel muss internationalen Prozess für zusätzliche Klimafinanzierung zügig starten

Berlin/Bonn (12. Dez. 2020). Die Entwicklungs- und Umweltorganisation Germanwatch zieht eine gemischte Bilanz des UN-Sonderklimagipfels: Sie begrüßt die heute angekündigten höheren Klimaziele vieler Länder, kritisiert allerdings fehlende längerfristige Zusagen zur Klimafinanzierung. Beim virtuellen Sondergipfel zum fünfjährigen Jubiläum des Pariser Abkommens waren die Staaten aufgefordert, ihre verbesserten Zusagen zum Handeln gegen die globale Klimakrise vorzustellen. Dabei legte eine Reihe von Staaten aus Nord und Süd deutlich verbesserte Emissionsziele vor – darunter Kolumbien, Jamaika und die EU. Allerdings gab es kaum Ankündigungen zu mehr Unterstützung für Klimaschutz und Anpassung an die Folgen des Klimawandels in Ländern des globalen Südens.

„Es ist sehr enttäuschend, dass heute fast nichts dazu zu hören war, wie endlich das notwendige Geld für Klimaschutz und Anpassung im Globalen Süden zusammen kommen soll“, sagt David Eckstein, Experte für Klimafinanzierung bei Germanwatch. „Viele der ärmsten und vom Klimawandel am stärksten betroffenen Länder haben heute Mut bewiesen und sich zu ehrgeizigerem Klimaschutz verpflichtet, obwohl sie wirtschaftlich von der Corona-Krise hart getroffen sind. Die reichen Länder dürfen die Ärmsten und Verletzlichsten jetzt nicht im Regen stehen lassen – weder bei der Umsetzung ihrer Klimaschutzzusagen noch bei der Bewältigung der bereits unabwendbaren Folgen des Klimawandels“, so Eckstein weiter.

Die von Deutschland angekündigten rund 500 Millionen Euro seien lediglich ein kleiner Lichtblick. “Die Ankündigung der Bundesregierung ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Wirkungsvoller wäre eine Zusage der Bundeskanzlerin gewesen, die gesamte deutsche Klimafinanzierung in den kommenden fünf Jahren auf mindestens 8 Milliarden Euro jährlich zu verdoppeln. Immerhin hat die Kanzlerin aber angekündigt, einen internationalen Prozess für zusätzliche Klimafinanzierung zu starten – dieser muss nun schnell beginnen.“

Auch 2020 gehört wieder zu den wärmsten Jahren seit Beginn der Aufzeichnungen. Extremwetterereignisse nehmen in Anzahl und Stärke zu. Sie treffen die Menschen im Globalen Süden inmitten einer Pandemie doppelt hart. „Beim UN-Anpassungsgipfel im Januar müssen die Länder dringend klarstellen, was ambitionierte Klimaanpassungsmaßnahmen für sie bedeuten. Und es muss endlich auch über die Hilfe bei der Bewältigung der Schäden und Verluste verhandelt werden, die schon jetzt nicht mehr abwendbar sind. Auch dafür tragen die Industrienationen die Hauptverantwortung”, sagt Rixa Schwarz, Leiterin des Teams Internationale Klimapolitik bei Germanwatch.

Ziele des Pariser Abkommens rücken in Sichtweite – aber Tempo reicht noch nicht
Neben vielen kleineren Ländern des Globalen Südens haben heute auch mehrere große Emittenten aus Nord und Süd verbesserte Klimaziele bis 2030 oder Klimaneutralitätsziele bis Mitte des Jahrhunderts vorgestellt. „Heute hat sich gezeigt, wie wirksam das Paris-Abkommen ist. Und auch die globale Klimabewegung ist stark gewachsen und trägt einen großen Teil dazu bei, die Regierungen weltweit zu ehrgeizigerem Klimaschutz zu treiben“, so Schwarz. „Die Temperaturziele des Pariser Abkommens kommen langsam in Sichtweite. Aber um sie zu erreichen, müssen die kurz- und mittelfristigen politischen Instrumente sowie das Tempo deutlich erhöht werden. Die langfristigen Ziele zur Klimaneutralität sind nur erreichbar, wenn die Regierungen nun sofort mit konkreten Maßnahmen beginnen die Emissionen drastisch zu senken.“ (weitere Infos unter der PM bei “Hinweis für Redaktionen”)

Eine Reihe großer Emittenten – wie etwa Australien, Brasilien und Saudi-Arabien – war heute nicht vertreten und hat nur noch wenig Zeit, die Vorgabe des Paris-Abkommens umzusetzen, 2020 eine Nachbesserung ihrer Klimaziele bei den Vereinten Nationen einzureichen. Rixa Schwarz: „Der Druck auf diese Staaten ist durch die neu vorgelegten Emissionsziele vieler anderer Länder heute massiv gestiegen.” Internationale Unterstützung für fossile Technologien breche vielen Ländern bereits weg. So kündigte Großbritannien als erstes Land den Ausschluss von Entwicklungs- und Exportfinanzierung für Gas, Öl und Kohle an. „Der Ausschluss von mit Steuergeldern geförderten Gas-, Öl- und Kohle-Projekten im Ausland ist schon länger überfällig. Die Bundesregierung als Anteilseignerin der KfW und diverser multilateraler Entwicklungsbanken muss dem britischen Beispiel schnellstmöglich mit Ausschluss von jeglicher Finanzierung fossiler Energieträger folgen.“

Hinweis für Redaktionen: Eine neue Analyse des Climate Action Tracker zeigt, dass bei Umsetzung aller Klimaneutralitätsziele inkl. des von Joe Biden angekündigten Neutralitätsziels der USA die globale Erwärmung auf etwa 2,1°C stabilisiert werden könnte. Dafür fehlen aber noch die kurz- und mittelfristigen politischen Instrumente, um die Ziele umzusetzen. Auf Grundlage der derzeitigen Klimapolitiken ist immer noch eine Erwärmung von etwa 2,9°C zu erwarten: www.climateactiontracker.org/publications/global-update-paris-agreement-turning-point

Weitere Informationen:
– Klimaschutz-Index 2021 von Germanwatch und NewClimate Institute: www.ccpi.org
– Germanwatch zum neuen EU-Klimaziel: www.germanwatch.org/de/19695



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DGNB-Gespräch über “Genossenschaftlich getragene Quartiersentwicklung” mit Dr. Stephan Anders (DGNB)

28:21 min., Aufnahme vom 29.10.2020, veröffentlicht: 30.11.2020 Thomas Pfohl führt das Gespräch des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverband e.V. mit Dr. Stephan Anders (DGNB). Es geht darin um Aufgaben und Tätigkeitsfelder der jeweiligen Organisationen im Bereich der Quartiersentwicklung zur fachlichen Unterstützung der am Projekt beteiligten Initiativen sowie um deren Einschätzungen im Hinblick auf die Umsetzung von Quartiers-Projekten in der Rechts- und Unternehmensform der eingetragenen Genossenschaft. Weiterführende Links Zur BWGV Mini-Roadshow (extern): www.youtube.com/channel/… DGNB-BlogNews auf sdg21: https://sdg21.eu/blog-kategorie/auszeichnungen/zertifzierung-labels/dgnb DGNB-Projekte auf sdg21: https://sdg21.eu/thema/auszeichnung/dgnb

EU-Klimaziele: 55% weniger Treibhausgase statt bisher 40%

Die EU hat sich heute auf strengere Klimaziel geeinigt. Demnach sollen nun die Treibhausgase bis 2030 um mindestens 55 Prozent unter den Wert von 1990 reduziert werden. Bisher waren im gleichen Zeitraum 40% angestrebt. In den EU-Berechnungen werden erstmals auch die Klimagase eingerechnet, die in Wäldern und anderen “Senken” gespeichert werden.

“Dafür sind Milliardentöpfe geplant: ein Modernisierungsfonds, der aus Einnahmen aus dem Emissionshandel gespeist wird; ein Fonds für gerechten Wandel, aber auch der 750 Milliarden schwere Corona-Aufbaufonds, der zu mindestens 30 Prozent zur Umsetzung der Klimaziele genutzt werden soll.” (zdf.de s.u.)

Laut Umweltorganisation Greenpeace bräuchte es allerdings 65 Prozent weniger Treibhausgase in der EU, um das 1,5 Grad-Ziel des Pariser Klimaabskommens von 2015 zu erreichen. Sven Giegold (Grüne im EU-Parlament) kritisierte insbesondere, dass die EU-Staaten keine nationalen Klimaziele festlegten.

Weiterführende Links
www.sueddeutsche.de/politik/klima-eu-2030-1.5144482
www.zdf.de/nachrichten/politik/eu-gipfel-klimaziel-100.html

Die Grünen im Bundestag kommentierten den Beschluss in einer Pressemitteilung am 11.12.2020 folgendermaßen:

Neues EU-Klimaziel kann nur ein erster Schritt sein

Zur Einigung des EU-Rates auf neue Klimaziele erklärt Lisa Badum, Sprecherin für Klimaschutz:

Die Einigung zum EU-Klimaziel 2030 auf -55 Prozent ist sehr wichtig und reicht doch nicht aus. Das ist kein gerechter Beitrag Europas im internationalen Klimaschutz und wird ihrer Verantwortung und dem Pariser Klimaabkommen nicht gerecht. Es ist gut, dass die EU rechtzeitig zum fünften Jahrestag des Paris-Abkommens ihr Klimaziel liefert, aber die Rechentricks über natürliche Senken sind ein sehr gefährlicher Fehler und schmälern das Ziel deutlich. Es bleibt abzuwarten, was das Europäische Parlament in der Verhandlungen zum EU-Klimagesetz noch rausholen kann. Im besten Fall ist ein höheres Klimaziel nachträglich möglich, nötig ist es in jedem Fall.

Der Green Deal hat uns die Klima-Revolution in Europa versprochen, das muss jetzt angepackt werden. Der Wiederaufbau aller Staaten und ganz besonders Deutschland kann nur funktionieren, wenn das Geld in emissionsfreie Produktion und Wirtschaftsweisen fließt. Der europäische Emissionshandel muss Leitinstrument werden und flankiert von starken Flottengrenzwerten, Anreizprogrammen und CO2-Grenzausgleich den EU-Binnenmarkt komplett emissionsfrei machen. Die Einigung zur gemeinsamen Agrarpolitik muss dringend unter diesem neuen Klimaziel neu verhandelt werden, alles andere wäre widersprüchlich.

Die Bundesregierung hat als deutsche Ratspräsidentschaft auf den letzten Metern ihre Klima-Blockade etwas gelöst. Es ist bemerkenswert, wie die Kanzlerin in Brüssel ein Klimaziel verhandelt, von dem ihre Energie- und Klimapolitik zu Hause Lichtjahre entfernt ist. Das ganze Klimapaket, der CO2-Preis, Kohleausstieg, EEG-Novelle und die Energieeffizienz müssen jetzt sofort nachgebessert werden. Dieses Ziel impliziert einen deutlich früheren deutschen Kohleausstieg. Die Bundesregierung muss hier nachbessern. Jetzt brauchen wir dringender denn je den massiven Ausbau erneuerbarer Energien. Die EEG-Novelle liegt noch auf dem Tisch im Bundeskabinett und kann fit fürs neue Klimaziel gemacht werden. Die Bundesregierung muss zeigen, dass sie ihre selbst gesetzten Klimaziele ernst nimmt.

***

Hier außerdem die Pressemitteilung von Germanwatch vom 11.12.2020:

Klima-Einigung beim Gipfel: Ein großer Schritt für die EU, aber noch nicht ausreichend für globales Klimaziel 
Neues EU-Klimaziel für 2030 trägt zur Begrenzung der Erderhitzung auf zwei Grad bei – reicht aber noch nicht für den notwendigen Klimaschutz weltweit / Germanwatch fordert Umsetzung mit Klima-Prüfung für öffentliche Investitionen sowie mehr Engagement der EU für internationale Partnerschaften

Brüssel/Berlin (11. Dez. 2020). Die Entwicklungs- und Umweltorganisation Germanwatch begrüßt grundsätzlich die Einigung der Staats- und Regierungschefs auf das neue EU-Klimaziel von mindestens 55 Prozent Emissionsminderung bis 2030. Sie kritisiert jedoch, dass durch die Einbeziehung von CO2-Senken wie Wäldern die reale Emissionsminderung um einige Prozentpunkte niedriger liegen dürfte und vermisst ausreichendes Engagement, weltweit mehr erreichen zu wollen: “Die Einigung beim Klimaziel ist trotz einiger Schwächen ein großer Schritt Richtung Klimaneutralität in der EU. Für Deutschland bedeutet dieses Ziel etwa, dass der Kohleausstieg nun bis 2030 vollzogen werden muss. Noch vor zwei Jahren wäre eine solche Einigung zwischen allen EU-Staaten kaum denkbar gewesen. Diesen Erfolg haben wir all den Menschen zu verdanken, die sich in den letzten Jahren für mehr Klimaschutz eingesetzt haben“, sagt Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer von Germanwatch.

Germanwatch fordert die Bundesregierung auf, sich nun in der EU für ein starkes Regelwerk einzusetzen, das dem neuen 2030-Klimaziel schnell gerecht wird. “Besonders wichtig ist die Frage, wie die EU und die Mitgliedsstaaten künftig ihr Geld ausgeben. Der Gipfelbeschluss fordert, das EU-Budget und die Corona-Hilfspakete so zu nutzen, dass sie das Erreichen der Klimaziele unterstützen”, erklärt Bals. “Dafür müssen die EU-Institutionen jetzt klare Prüfmechanismen festlegen, damit dort, wo Klimaschutz drauf steht, auch Klimaschutz drin ist. Der Prüfrahmen für nachhaltige Investitionen ‒ die sogenannte EU-Taxonomie – schützt uns vor technologischen Irrwegen und muss der Maßstab für den gesamten EU-Haushalt und die Konjunkturpakete werden.”

Die Staats- und Regierungschefs haben in ihrem Beschluss Schlupflöcher gelassen, die in den anstehenden Schlussberatungen über das europäische Klimagesetz von EU-Parlament, Kommission und den Umweltministerinnen und -ministern geschlossen werden müssen. „Das Klimaziel wird verwässert, wenn die nötigen Emissionsreduktionen künftig mit der natürlichen Entnahme von CO2 aus der Luft durch Wälder, Moore und Landwirtschaft einfach verrechnet werden dürfen. Zur Stärkung dieser natürlichen Senken braucht es ein eigenes Ziel mit einem Unterziel für Landwirtschaft und einen Mechanismus zur Zielerreichung. Aber dieses Ziel sollte zusätzlich zu einem reinen Emissionsminderungsziel gesetzt werden“, so Bals. „Zwar kann sich die EU morgen beim UN-Gipfel zum Jubiläum des Pariser Abkommens mit diesem Klimaziel sehen lassen. Aber gemessen am Ziel des Pariser Abkommens, die globale Erwärmung möglichst auf 1,5 Grad zu begrenzen, ist es noch zu wenig. Wir vermissen mehr Engagement für Klimapartnerschaften mit wichtigen Schwellenländern, um einen ambitionierten Klimaschutz zum Beispiel in Indien, Südafrika und Indonesien über technologische und finanzielle Zusammenarbeit zu ermöglichen.”

Weitere Informationen:
– Germanwatch zu EU-Klimazielen: www.germanwatch.org/de/18934
– Germanwatch zum European Green Deal: www.germanwatch.org/de/european-green-deal



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Niedersachsen verabschiedet Klimaschutzgesetz

Der Niedersächsische Landtag hat am Mittwoch, 9.12.2020 ein – so Niedersachsens Umwelt- und Klimaschutzminister Olaf Lies – „ganz wichtiges und wegweisendes“ Gesetz verabschiedet: Mit dem niedersächsischen Klimagesetz wird das Thema Klimaschutz in der Landesverfassung verankert, der landesweite Energiebedarf soll bis zum Jahr 2040 komplett durch Erneuerbare Energien abgedeckt werden und Niedersachsen verpflichtet sich zur Klimaneutralität bis 2050. Lies: „Damit haben wir ein Gesetz, das der Bedeutung des Klimaschutzes als der zentralen gesellschaftlichen Aufgabe für die nächsten Jahre und Jahrzehnte gerecht wird. Es stellt wichtige Weichen für die Zukunft. Realistische Ziele in den Blick nehmen, die auch umsetzbar sind – dafür steht diese Landesregierung samt der sie tragenden Fraktionen. Wir setzen Maßstäbe und haben damit wahrscheinlich das ehrgeizigste Klimagesetz in ganz Deutschland! Wir gehen unseren Weg, Niedersachsen zum Klimaschutzland Nr. 1 zu machen konsequent weiter. Energieland Nr. 1 sind wir schon, beim Klimaschutz werden wir das auch schaffen!“ Weiterlesen

Bündnis für mehr Klimaschutz im Bausektor: Bundesregierung muss Einsparpotenziale beim Bauen und Entsorgen angehen

  • Breites Bündnis aus Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Wirtschaft und Praxis fordert,
    gesamten Lebenszyklus beim Bauen in den Blick nehmen
  • Neben dem Energieverbrauch in der Nutzungsphase muss die Klimawirksamkeit
    von Baustoffen sowie der Errichtung und Entsorgung von Gebäuden
    berücksichtigt werden
  • Nationale Klimaziele können nur erreicht werden, wenn alle Einsparpotenziale des
    Bausektors genutzt werden

Ein breites Bündnis von Akteuren aus Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Wirtschaft und Praxis fordert die Bundesregierung auf, die klimafreundliche Errichtung, Erhaltung sowie den Rückbau von Gebäuden zu forcieren. Bisher wird bei der staatlichen Förderung von Gebäuden und im Gebäude-Energie-Gesetz ausschließlich die Nutzungsphase von Gebäuden betrachtet. Vorgaben und eine Betrachtung zur Klimawirksamkeit von Baustoffen und der Errichtung und Entsorgung von Gebäuden fehlen gänzlich – und das, obwohl der Bausektor mit seinen vor- und nachgelagerten Prozessen mit circa 8 Prozent zu den deutschen Treibhausgas-Emissionen beiträgt.

Den heute veröffentlichten Aufruf „Den ganzen Lebenszyklus beim Bauen in den Blick nehmen – eine Schlüsselfrage für den Klimaschutz“ haben bereits über 60 Unterstützerinnen und Unterstützer unterzeichnet.  Mit dem Aufruf fordert das Bündnis in der Bundesförderung effiziente Gebäude und im Gebäudeenergiegesetz Anforderungen an den gesamten Lebenszyklus des Gebäudes zu stellen.

Dr. Ulrich Wischnath, geschäftsführender Vorstand der Bauwende erläutert: “Die Bedeutung der vor- und nachgelagerten Prozesse beim Bauen ist erheblich. Ein typischer Neubau hat heutzutage die Hälfte seines Energieverbrauchs und seiner CO2-Emissionen schon vor der ersten Nutzung verursacht. Diese Umweltbelastungen können wir nur senken, wenn sich die gesetzlichen Anforderungen für Gebäude auch schon auf den Bau und die Baustoffe beziehen.

Barbara Metz, Stellvertretende Bundesgeschäftsführerin der Deutschen Umwelthilfe ergänzt: „Für wirksamen Klimaschutz müssen wir den gesamten Lebenszyklus von Gebäuden in den Blick nehmen. Es gibt ein großes Potenzial zur Reduktion von Klimagasen aus Bau und Baustoffen – dies droht jedoch wegen fehlender Vorgaben verschwendet zu werden. Deshalb muss auch die staatliche Förderung für Sanierung und Bauen an Kriterien geknüpft werden, die rundum nachhaltiges Bauen garantieren.“

„Je schneller die Rahmenbedingungen gesetzt werden, desto schneller startet die Umsetzung und desto mehr Häuser werden mit dem verbesserten Klimastandard errichtet. Das ist nicht nur gut für´s Klima. Nachhaltige Bauweisen und Materialien schonen auch Ressourcen und reduzieren weitere Umweltwirkungen des Bausektors“, stellt Danny Püschel, Referent Energiepolitik und Klimaschutz beim NABU fest.

Die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner des Aufrufs weisen darauf hin, dass nach über 30 Jahren Forschung und mehr als einem Jahrzehnt praktischer Erprobung etablierte Verfahren für eine am Lebenszyklus von Gebäuden orientierte Bewertung vorliegen. Die Bundesregierung muss mit der zum Jahresbeginn startenden „Bundesförderung für effiziente Gebäude“ nachhaltiges Bauen in die Breite tragen. Auch muss das Gebäude-Energie-Gesetz so überarbeitet werden, dass es Anforderungen an Gebäude formuliert, die sich auf die Umweltwirkungen über den gesamten Lebenszyklus beziehen. Nur so können die enormen Einsparpotenziale beim Bauen und Entsorgen zielgerecht angegangen werden.

Die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner des Aufrufs bilden ein breites Spektrum ab: Von Baustoffherstellern über Energieberater-Verbände und andere Baufachleute bis hin zu großen Umweltverbänden und den Architects for Future.

Der Aufruf ist noch bis Ende Januar zur Mitzeichnung offen. Anschließend wird er im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung vorgestellt und mit Vertreterinnen und Vertreternn der Politik diskutiert. Wenn Sie den Aufruf unterzeichnen möchten, wenden Sie sich an wischnath@bauwende.de

Kontakt
Dr. Ulrich Wischnath, Geschäftsführender Vorstand, Bauwende
0176 64059904, wischnath@bauwende.de

Constantin Zerger, Leiter Energie und Klimaschutz, Deutsche Umwelthilfe
0160 433 40 14, zerger@duh.de

Danny Püschel, Referent Energiepolitik und Klimaschutz
03028 49 84-15 21, Danny.Pueschel@NABU.DE



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Baustoffe / Konstruktion, DE-News, Wohnbau-Politik, Ökobilanz


“Wohnen in neuen Stadtquartieren” Wohnbund Informationen 12/2020 erschienen

In der aktuellen Publikation wirft der wohnbund einen Blick auf die Entwicklung neuer Stadtquartiere. Zurück – mit der Frage was aus den Zielen wurde, die einzelnen Projekten auf den Weg gegeben wurden. Ins Heute – auf die Konzepte, die als Antwort auf die aktuellen Herausforderungen umgesetzt werden. Darin wird über mindestens zehn Neubausiedlungen und -quartiere ausführlicher geschrieben, von denen Fünf (Freiburg Vauban, das Französisches Viertel, Hannover Kronsberg, Ackermannbogen München und die Bahnstadt Heidelberg) in der sdg21.Webdatenbank gelistet sind.

Einen Eindruck der 88-seitigen Broschüre bietet das
Inhaltsverzeichnis mit Leseprobe

Die Publikation ist für € 20.- plus Porto zu bestellen unter info@wohnbund.de



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Bike-/Velo-City, Cohousing, DE-News, Kasernenumnutzung, Kommunen, Naturnahe Freiraumgestaltung, Neue Bücher und Studien, Nutzungsmischung, Partizipation, Preiswertes Wohnen, Quartiere, Siedlungen, Wohnbau-Politik, Wohnprojekte, Ästhetik / Architektur / Baukultur


Reportage (2020) über die erste Ökosiedlung im Saarland

b6 5:18 min, Erstausstrahlung: 19.11.2020, Verfügbar bis 20.11.2021 Wir im Saarland – Das Magazin ∙ SR Fernsehen “Vor einem Vierteljahrhundert suchte Bernd Janes gleichgesinnte Mitstreiter und gründete am Ortsrand von Kohlhof eine ökologisch ausgerichtet Wohnsiedlung. Vom Umfeld wurden die neuen Nachbarn zunächst – kritisch beäugt. Kein Wunder, denn die Häuser entstanden in Holzbauweise, vier Familien teilten sich ein Haus und die Gärten waren nicht mit Zäunen voneinander abgegrenzt, sondern gingen nahtlos ineinander über.” Link zum Beitrag: www.ardmediathek.de/…pioniere-die-erste-oekosiedlung-im-saarland-19-11-2020/… Projektinfos: https://sdg21.eu/db/holzbausiedlung-kleiner-hirschberg

Neuer DGNB Report zu den Sustainable Development Goals

Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen – DGNB e.V. hat einen neuen Report veröffentlicht, der erklärt, wie Gebäude einen Beitrag zu den globalen Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen leisten können. Den 17 Sustainable Development Goals (SDGs) stellt die Publikation die Einflussmöglichkeiten einer nachhaltigen Planung und Bauweise gegenüber. Architekten und Planer genauso wie Bauherren und Kommunen erhalten so eine Orientierung, wie sie im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung sinnvoll aktiv werden können. Der Report bietet zudem einen Abgleich der SDGs mit den Kriterien verschiedener DGNB Zertifizierungssysteme. Dieser zeigt: Bis zu 15 der 17 SDGs werden im Rahmen der DGNB Zertifizierung eines Bauprojekts angesprochen.

Die SDGs sind Bestandteil der Agenda 2030, die im September 2015 von allen Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen verabschiedet wurde. Mit den Zielen setzt sich die Staatengemeinschaft für eine sozial, wirtschaftlich und ökologisch nachhaltige Entwicklung ein. “In vielen Ländern werden die SDGs aktiv gelebt und als gemeinsame Kommunikationsgrundlage genutzt”, sagt Dr. Christine Lemaitre, Geschäftsführender Vorstand der DGNB. “In Deutschland und im Speziellen auch in der Bau- und Immobilienwirtschaft haben wir dagegen noch deutlich Nachholbedarf. Und das, obwohl der Sektor eine Schlüsselrolle zur Erreichung der Ziele spielt.”

Fast alle SDGs werden beim Bauen angesprochen

Mit dem neuen Report will die DGNB dazu beitragen, dass sich die Bekanntheit der SDGs im Bausektor erhöht und diese als Orientierung und Mehrwert in Planung und Kommunikation verstanden werden. “Wir wollten das Thema so aufbereiten, dass die unmittelbare Verknüpfung der SDGs zu einer nachhaltigen Bauweise einfach verständlich vermittelt wird”, so Lemaitre.

Die Publikation führt den Leser in die Themen der Agenda 2030 ein, nennt konkrete Wirkungsbereiche und gibt Impulse, wie jeder Einzelne einen Beitrag zu den SDGs leisten kann. Darüber hinaus zeigt sie auf, warum die Baubranche für die Zielerreichung von besonderer Bedeutung ist und welche 15 SDGs konkret angesprochen werden. Zudem wirft der Report einen genaueren Blick auf die sechs für den Gebäudesektor besonders relevanten SDGs:

  • Gesundheit und Wohlergehen (SDG 3)
  • Bezahlbare und saubere Energie (SDG 7)
  • Nachhaltige Städte und Gemeinden (SDG 11)
  • Nachhaltige/r Konsum und Produktion (SDG 12)
  • Maßnahmen zum Klimaschutz (SDG 13)
  • Partnerschaften zur Erreichung der Ziele (SDG 17)

DGNB Zertifizierung als Instrument zur Umsetzung der SDGs

Ein spezieller Fokus der Veröffentlichung liegt auf der Verzahnung der SDGs mit verschiedenen Varianten des DGNB Systems. Hierfür wurden die unterschiedlichen Kriterien der DGNB Zertifizierung von Neubauten, Gebäude im Betrieb und Quartieren auf deren Verlinkung zu den Zielen der UN überprüft.

“Das DGNB System überführt die SDGs in die Baupraxis und schließt die Lücke zwischen den großen, globalen Zielen und der realen Umsetzung”, erklärt Lemaitre. “Mit dem neuen Report können Interessierte jetzt auf einen Blick erkennen, zu welchen SDGs ein zertifiziertes Projekt einen Beitrag leistet”, so Lemaitre. “Die Zertifizierung eignet sich damit auch als Kommunikationsmittel für alle Bauherren und kann in die Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen und Kommunen integriert werden.”

 

Publikation über die DGNB Website erhältlich

Der neue DGNB Report “Bauen für eine bessere Welt” ist in einer digitalen Fassung über www.dgnb.de/publikationen kostenfrei verfügbar. In Kürze wird es zudem die Möglichkeit geben, die Publikation in gedruckter Form kostenlos zu bestellen. Zudem ist eine englische Version geplant.



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Transferplattform energiewendedörfer.de

Nahwärmeversorgung aus Biomasse und Solarthermie im Bioenergiedorf Mengsberg, Quelle: Bioenergiegenossenschaft Mengsberg eG

Mit dem Portal https://energiewendedörfer.de stellen die Universität Kassel und die Georg-August-Universität Göttingen erste Ergebnisse aus dem Verbundprojekt „Innovative Konzepte und Geschäftsmodelle für zukunftsfähige Bioenergiedörfer – klimafreundlich, demokratisch, bürgernah“  vor.  Insbesondere werden Konzepte für Bioenergie- bzw. Biogasanlagen entwickelt, die einen weiteren wirtschaftlichen Betrieb im Anschluss an die bisherige 20-jährige EEG-Phase ermöglichen können.

Mit Handlungsempfehlungen aus den Bereichen Reststoffnutzung, alternative Energiepflanzen, Optimierung der Wertschöpfung durch Kreislaufwirtschaft, zukünftige Stromvermarktung, effiziente Wärmenetze und Sektorenkopplung der Bioenergie mit anderen erneuerbare Energien werden Bioenergiedörfern bzw. Betreibern von Energieanlagen möglich neue Geschäftsmodelle aufgezeigt. Die Forscher arbeiten dazu in sogenannten Reallaboren mit den Bioenergiedörfern Krebeck/Wollbrandshausen und Altenmellrich/Anröchte zusammen, um die neuen Modelle unter Praxisbedingungen auf ihre Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit untersuchen zu können.

Die Plattform https://energiewendedörfer.de bietet neben Handlungsempfehlungen auch Informationen zu Biomasse- bzw. Reststoffpotenzialen und eine GIS-Karte, die die Bioenergiedörfer in Deutschland und deren Maßnahmen und Technologien vorstellt. Diese ermöglicht u. a. eine gezielte Suche nach eingesetzten Brennstoffen bzw. Substraten und den angewandten Technologien. Sie richtet sich an alle Interessenten, die sich in ihren Orten bzw. Kommunen für eine Energie- und Wärmewende engagieren.

Die im Jahr 2021 beginnende CO2-Bepreisung fossiler Energieträger schaffen verbesserte Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Wärme- und Stromversorgung auf Grundlage erneuerbarer Energien, zudem unterstützen attraktive Förderprogramme und das Gebäudeenergiegesetz Kommunen beim Umstieg auf eine erneuerbare Wärmeversorgung. Umfangreiche Informationsangebote auf energiewendedörfer.de sowie die Leitfäden, Marktübersichten und sonstigen Serviceangebote der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) bieten die nötigen Hilfen, um die Energiewende in Kommunen voranzubringen.

Das Verbundprojekt „Innovative Konzepte und Geschäftsmodelle für zukunftsfähige Bioenergiedörfer – klimafreundlich, demokratisch, bürgernah“ wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) über den Projektträger FNR gefördert. Informationen zum Projekt stehen auf https://energiewendedörfer.de und in der FNR-Projektdatenbank auf www.fnr.de unter den Förderkennzeichen „22405817“ und „22405218“ zur Verfügung.

Links

Quelle: PM der FNR vom 1.12.2020



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Innovationspreis Berlin Brandenburg für den Lumenion-Hochtemperatur-Stahlspeicher für erneuerbare Energien

1:47 min., Datum: 27.11.2020 Mit dem Innovationspreis würdigen die Wirtschaftsverwaltungen der beiden Länder Berlin und Brandenburg jährlich innovatives und herausragendes Schaffen aus der Region. Mit der Einbindung von Wirtschaftsunternehmen und weiteren Institutionen als private Partner war und ist der Preis auch ein Preis der Wirtschaft für die Wirtschaft. Seit erstmaliger Auslobung im Jahr 1984 (seit 1992 gemeinsam mit Brandenburg) gab es mehr als 160 Preisträgerinnen und Preisträger und über 4.000 Bewerbungen. 2020 stieg die Zahl der Bewerbungen auf 221. Noch einmal ein Plus im Vergleich zum Vorjahr, trotz erschwerter Bedingungen durch die Corona-Situation – ein deutliches Zeichen für das große Innovationspotenzial der beiden Länder. Lumenion GmbH: Um nachhaltig erneuerbare Energien zu erzeugen, entwickelte das Unternehmen den Lumenion-Speicher. Er speichert Strom als Wärme bei 650°C. Die gespeicherte thermische Energie kann dann zeitversetzt und kostengünstig als Prozesswärme für die Industrie oder als Fernwärme genutzt werden. Weitere Infos https://lumenion.com/ www.solarserver.de/…hochtemperatur-stahlspeichertechnologie-fuer-gruene-prozesswaerme

Neue Leipzig-Charta zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Anlässlich des Treffens der EU-Minister:innen für Stadtentwicklung und Territoriale Kohäsion zur „Neuen Leipzig-Charta“ erklärt Daniela Wagner, Sprecherin für Stadtentwicklung der BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Deutschen Bundestag:

Die „Neue Leipzig-Charta“ begrüßen wir. Denn ohne die Transformationskraft der Städte und die Ideen und Tatkraft ihrer Bewohner:innen werden wir die Herausforderungen der Klimakrise nicht bewältigen. Dennoch enthält die Charta erhebliche Leerstellen. Es fehlt das Leitbild der resilienten Stadt. Dabei ist die Entwicklung zu robusten und widerstandsfähigen Städten wichtig, um Risiken besser einschätzen sowie Gefahren rechtzeitig erkennen und vorbeugen zu können. Auch wird das Leitbild der gesunden Stadt nicht benannt – trotz der Hitzewellen aufgrund der Klimakrise, eines nie versiegenden Stroms an Luftschadstoffen aus fossilen Verbrennungsmotoren und der aktuellen Herausforderung einer globalen Pandemie.

Hinzu kommt, dass zwischen den Ansprüchen der „Neuen Leipzig-Charta“ und dem Handeln der Bundesregierung, die die Charta immerhin mitentwickelt hat, eine riesige Lücke klafft. Dabei wäre es schön, wenn sich der Inhalt der Charta ansatzweise in der Politik der Bundesregierung wiederfinden würde. So ist es schwer vermittelbar, wenn in dem Papier von der Reduzierung der Flächeninanspruchnahme zu lesen ist, die Bundesregierung aber das genaue Gegenteil tut und den umwelt- und wohnungspolitisch höchst fragwürdigen Flächenfraß-Paragraphen 13b im Baugesetzbuch wieder aufnimmt oder den Bau uralter Planungen aus dem Bundesverkehrswegeplan durchdrückt.

Wenn es die Bundesregierung ernst meint, dass bezahlbarer und gut gestalteter Wohnraum grundlegend für die Stadtentwicklungspolitik ist, dann sollte sie endlich für mehr bezahlbaren Wohnraum sorgen, die Bundesmittel für den sozialen Wohnungsbau verdoppeln und die Neue Wohngemeinnützigkeit einführen. Es sollte endlich die Energiewende im Gebäudebestand vorangebracht werden. Wir haben mit dem Aktionsplan „Faire Wärme“ ein Maßnahmenpaket vorgelegt, das Investitionen in energetische Modernisierung von Wohnraum mit Energieeinsparung und den Umstieg auf erneuerbare Wärme finanziell anreizt und die Hürden für die Investitionen erheblich senkt.

Auch die Feststellung in der Charta, dass Stadtverkehrs- und Mobilitätssysteme effizient, klimaneutral und multimodal sein sollten, ist richtig. Leider hapert es erheblich an der Umsetzung der Verkehrswende. Was die Bundesregierung hinsichtlich der Stärkung von Bus und Bahn bislang unternommen hat, verblasst im Vergleich zu den Milliardenzuschüssen für die Automobilbranche. Gleichzeitig bremst die Bundesregierung den Ausbau der Elektromobilität aus und hat das Thema Ladestellennetz auf dem Standstreifen geparkt.

Quelle: PM von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Deutschen Bundestag vom 30.11.2020



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Boden & Flächenverbrauch, DE-News, Nutzungsmischung, Ressourceneffizienz, SDG 2030, Stadt, Umweltpolitik, Wohnbau-Politik


Beratung zu Steckersolargeräten von Verbraucherzentrale und DGS

Die Deutsche Gesellschaft für Sonnenergie e.V. (DGS) und die Energieberatung der Verbraucherzentrale kooperieren seit dem 1. Dezember 2020 miteinander. Dabei werden Verbraucheranfragen beider Institutionen von den Energieberaterinnen und -beratern der Verbraucherzentrale beantwortet. Im Gegenzug schult die DGS die Berater der Verbraucherzentrale im Themengebiet der Steckersolargeräte.

Die DGS, allen voran die Arbeitsgruppe PVplug, erreichen regelmäßig Anfragen von Verbraucherinnen und Verbrauchern, die eine Beratung zum Themenfeld steckbare Solartechnik wünschen. Auch in den Energieberatungsstellen der Verbraucherzentrale werden zunehmend Fragen zu diesem Thema gestellt, so dass die Idee einer Kooperation beider Verbände auf dem Gebiet der Steckersolargeräte nahelag. Im Rahmen dieser Kooperation kann nun die zunehmende Zahl an Anfragen beantwortet und die damit einhergehenden Beratung zeitnah durch die Energieberatung der Verbraucherzentrale geleistet werden. Darüber hinaus steht die DGS den Energieberatern der Verbraucherzentrale als fachlicher Ansprechpartner zur Verfügung.

„In der Kooperation ergänzen wir uns fachlich und strukturell und können dadurch den Ratsuchenden ein hohes Maß an Beratungsqualität bieten“ erläutert Schekeb Rezazada, Referent für Kooperationen und Netzwerkarbeit der Energieberatung der Verbraucherzentrale. Ratsuchende können ihre individuellen Fragen zu Steckersolargeräten einem Energieberater der Verbraucherzentrale stellen. Die Beratung kann persönlich, telefonisch oder online stattfinden.

Das wachsende Interesse von Verbrauchern und Medien an diesen Strom erzeugenden Haushaltsgeräten, die auch Mieter und Wohnungseigentümer an der Energiewende und preiswertem Solarstrom teilhaben lassen, motiviert uns zu dieser vielversprechenden Zusammenarbeit mit den Verbraucherzentralen, die auch bisher schon in einzelnen Bundesländern erfolgreich stattfindet“, erklärt Thomas Seltmann, einer der Gründer der Arbeitsgruppe PVplug bei der DGS und Referent Photovoltaik bei der Verbraucherzentrale NRW.

„Nur gemeinsam werden wir die Herausforderungen der Energiewende meistern können. Diese Kooperation unserer Verbände ist ein wichtiger Schritt auf diesem Weg“, betont Bernhard Weyres-Borchert, Präsident der DGS.

Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie e.V. (DGS)
Die DGS wurde 1975 in München gegründet und vertritt als gemeinnütziger Verein bundesweit die Interessen von Verbrauchern und Anwendern für die Solarenergie. Ihr Markenzeichen sind Unabhängigkeit, Produktneutralität und Verbrauchernähe. Sie vernetzt Wissenschaftler, Ingenieure, Architekten und engagierte Menschen für die Energiewende hin zu 100 Prozent Erneuerbare Energien und gibt die älteste deutschsprachige Fachzeitschrift für Erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Energiewende, die „Sonnenenergie“ heraus.

Internet: www.dgs.de | www.sonnenenergie.de


PVplug
Engagierte Experten gründeten im Jahr 2016 die Arbeitsgruppe PVplug in der DGS, um Steckersolargeräte für Verbraucher einfacher und sicherer zu machen. Dazu entwickelte das Team auch einen speziellen DGS-Sicherheitsstandard, nach dem Anbieter ihre Produkte bei der DGS zertifizieren lassen können. Für ihr ehrenamtliches Engagement bei der Neuformulierung von elektrotechnischen Normen erhielt die Arbeitsgruppe im Jahr 2018 den Georg-Salvamoser-Preis.

Informationen unter www.pvplug.de

Energieberatung der Verbraucherzentrale
Die Bundesförderung für Energieberatung der Verbraucherzentrale bietet das größte interessenneutrale Beratungsangebot zum Thema Energie in Deutschland. Seit 1978 begleitet sie private Verbraucher mit derzeit rund 600 Energieberatern und an mehr als 900 Standorten in eine energiebewusste Zukunft. Jedes Jahr werden mehr als 140.000 Haushalte zu allen Energie-Themen unabhängig und neutral beraten, beispielsweise Energiesparen, Wärmedämmung, moderne Heiztechnik und Erneuerbare Energien. Die durch die Beratungen eines Jahres bewirkten Energieeffizienzmaßnahmen führen zu einer Einsparung an Energie, die einem Güterzug von 85 km Länge voller Steinkohle entspricht. Die Bundesförderung für Energieberatung der Verbraucherzentrale wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

Quelle: PM von DGS vom 1.12.2020



Schlagworte:
Bürgerenergie, DE-News, Erneuerbare, Klimaschutz, PV, Selber Bauen


Buchbesprechung “Wohnquartier in Holz – Mustersiedlung in München” DBU Bauband 4

Herausgeberin: Deutsche Bundesstiftung Umwelt / Sabine Djahanschah

Die ökologische Mustersiedlung “Prinz Eugen Park” auf einem ehemaligen Kasernengelände in München setzt neue Maßstäbe im Holzbau. Verschiedene Holzbauweisen und Gebäudetypen bis zu sieben Geschossen werden dort an acht Bauprojekten nebeneinander erprobt mit dem Ziel einer abschließenden wissenschaftlichen Bewertung. So kommen Holzskelett-, Holzrahmen- und Holzhybridbauweisen zum Einsatz.

Die enge Kooperation mit der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) und Forschungsaufträge der Ruhr Universität Bochum (RUB) und der Technischen Universität München (TUM) gewährleisten eine fundierte Auswertung der baubegleitenden Monitorings. Das Projekt leistet über die Realisierung von Wohnraum hinaus einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz und zu einer nachhaltigen Stadtentwicklung.

Das neue Quartier wird, eingebettet in die umgebende Parklandschaft, auch ein attraktives Angebot an sozialer, kultureller und kommerzieller Infrastruktur bieten. Bauband 4 stellt die acht Gebäudetypen vor und untersucht im Detail die Potenziale der unterschiedlichen Bauweisen.

Autoren: Zeno Dietrich, Sabine Djahanschah, Annette Hafner, Wolfgang Huß, Ulrike Klar, Wolf Opitsch, Arnim Seidel und Michael Storck

Erstauflage: 2020
Format: 112 Seiten, Deutsch, 21 x 27 cm, Schweizer Broschüre
Verlag: Detail Business Information GmbH, München

Informationen und Fotos Europas größter Holzbausiedlung:
https://sdg21.eu/db/oekologische-siedlung-im-prinz-eugen-park

Leseprobe und Bestellmöglichkeit beim Verlag:
https://shop.detail.de/de_de/dbu-bauband-4-wohnquartier-in-holz



Schlagworte:
Baustoffe / Konstruktion, DE-News, Forschung, Holzbau, Kasernenumnutzung, Klimaschutz, Kommunen, NaWaRohs, Neue Bücher und Studien, News-Blog Bayern, Siedlungen, Wohnbau, Wohnhof, Wohnprojekte, Ökobilanz


Buchbesprechung “Gewerbebauten in Lehm und Holz – Mehrwert durch Material” DBU BauBand 3

Herausgeberin: Deutsche Bundesstiftung Umwelt / Sabine Djahanschah

Lehm und Holz im Gewerbebau sind heute die Ausnahme. Aber warum? Denn gerade hier versprechen diese ökologischen Baustoffe viele Vorteile. Die in dieser Publikation vorgestellten Beispiele haben eines gemeinsam: Sie generieren durch das jeweils eingesetzte Material einen enormen Mehrwert. Mal stehen Flexibilität und Vorfertigung im Vordergrund, mal das Raumklima bzw. Behaglichkeitsfaktoren, mal die Beständigkeit, die Nutzerzufriedenheit, die CO2-Bilanz, die Recyclingfähigkeit – und manchmal alles zusammen.

Die beiden Lehrstühle von Prof. Thomas Auer und Prof. Hermann Kaufmann von der TU München haben gemeinsam verschiedene Projektbeispiele untersucht und den Einsatz “ungewohnter” Materialwahl für Gewerbebauten hinterfragt.

– Innovativer Einsatz ökologischer Materialien im Gewerbebau
– Mehrwertanalyse der Gebäude
– Detaillierte Vorstellung der einzelnen Projektbeispiele als singuläre Einheit
– Untermauerung der Analyse durch Umfragen und/oder Monitorings

Autoren: Thomas Auer, Hermann Kaufmann, Marko Sauer und Holger König

Erstauflage: 2020
Format: 167 Seiten, Deutsch, 21 x 27 cm, Schweizer Broschüre
Verlag: Detail Business Information GmbH, München

Leseprobe und Bestellmöglichkeit:
https://shop.detail.de/de_de/dbu-bauband-3-gewerbebauten-in-lehm-und-holz



Schlagworte:
Baubiologie, Baustoffe / Konstruktion, DE-News, Gewerbe, Holzbau, Lehmbau, NaWaRohs, Nachhaltiges Wirtschaften, Neue Bücher und Studien, Ressourceneffizienz, Urbane Produktion, Ökobilanz


Land Niedersachsen startet Förderprogramm für Batteriespeicher

Das Land Niedersachsen hat ein neues Förderprogramm für Batteriespeicher aufgelegt. Die Förderrichtlinie wurde am 21.10. im niedersächsischen Ministerialblatt veröffentlicht. Anträge können ab sofort bei der NBank gestellt werden.

Die Zuschussförderung von bis zu 40 Prozent der Netto-Investitionskosten eines Batteriespeichers gilt in Verbindung mit dem Neu- oder Ausbau von PV-Anlagen (mindesten 4 kWp). Zuwendungsempfängerinnen und Zuwendungsempfänger können neben natürlichen Personen auch Unternehmen, juristische Personen, Kommunen und viele weitere sein.

Zusätzlich zu der Förderung können Boni gewährt werden für E- Ladepunkte, PV-Anlagenüber 10 kWp und die Überdachung von Parkflächen bzw. sonstigen baulichen Anlagen mit aufgeständerten PV-Anlagen.

Das Förderprogramm erfolgt als Unterstützungsprogramm für die Wirtschaft im Rahmen der Covid19 Pandemie. Die Zuwendungsempfänger sollen Investitionen tätigen und damit zur Wirtschaftsförderung beitragen. Das Programm ist deshalb befristet, Anträge können bis 30.9.2022 gestellt werden.

Zum Förderprogramm für Private Haushalte sowie für Unternehmen und Kommunen



Schlagworte:
Energiespeicher, Erneuerbare, Fördergelder, Klimaschutz, News-Blog Niedersachsen, PV


Reportage der Stadt Berlin “Ressourceneffizenter Bauen mit Beton, Gips, Ziegel und Holz”

19:09 Min., Veröffentlicht am: 18.11.2020

Schwindende Rohstoffe, knapper werdende Deponieräume und ambitionierte Klimaschutzziele machen es unerlässlich, den hohen Ressourceneinsatz im Bauwesen zu überwinden. Der Film zeigt, dass es schon heute viele Möglichkeiten gibt, Baustoffe im Kreislauf nachhaltig zu nutzen: Recycling-Beton, Recycling-Gips, die Wiederverwendung und das Recycling von Ziegeln sowie der nachwachsende Rohstoff Holz.

Rund 60 Prozent der in Berlin verwendeten Ressourcen werden in der Bauwirtschaft verarbeitet. Dem gegenüber stehen Millionen Tonnen Bauschutt und Baustellenabfälle. Jährlich werden in Berlin im Tief- und Hochbau bereits 2,2 Millionen Tonnen Primarrohstoffe durch den Einsatz gütegesicherter Sekundärrohstoffe eingespart. Dabei will Berlin aber nicht stehen bleiben. Bis 2030 sollen pro Jahr weitere 1,4 Millionen Tonnen Primärstoffe durch Sekundärrohstoffe ersetzt werden.

Video: Agentur Gretchen GmbH/EUMB Pöschk GmbH & Co. KG/Ute Czylwik
Herausgeberin: Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz



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Baustoffe / Konstruktion, DE-News, Filme, Filme 11 bis 45 Min, Holzbau, Kommunen, News-Blog Berlin, Recycling, Ressourceneffizienz


Höfken: „Kapital aus fossilen Bereichen abziehen – in grüne Zukunftstechnologien investieren“

Klimaschutzziele nur durch Investitionen in grüne Zukunftstechnologien und nachhaltige Anlagestrategien erreichbar / Energieagentur unterstützt Kommunen künftig bei Divestment-Strategien.

 

Monate einer Solaranlage

Monate einer Solaranlage; © Marina Lohrbach/Fotolia

„Um bis 2050 klimaneutral zu sein, müssen wir nicht nur zusätzliche Investitionen in grüne und innovative Zukunftstechnologien leisten. Wir brauchen vor allem auch ein Umsteuern von bestehenden Investitionen in ‚braune‘ Rohstoffe wie Kohle, Öl und Gas hin zu ‚grünen‘ klimafreundlichen Technologien. Der Ausstieg aus fossilen Energien muss dabei nach den Zielen der Weltklimakonferenz global und rasch erfolgen. Nur so können wir die Klimaschutzziele realistisch erreichen. Kirchen, Kommunen und auch Unternehmen setzen hier neue Maßstäbe und zeigen die Realisierbarkeit der Umsteuerung im ökologischen wie auch ökonomischen Sinne“, sagte Umweltministerin Ulrike Höfken heute bei der Veranstaltung „Divestment und Sustainable Finance“, die während der Klimaschutzwochen Rheinland-Pfalz stattfand.

Höfken diskutierte gemeinsam mit Saori Dubourg, Mitglied des Vorstandes der BASF SE und im Rat für nachhaltige Entwicklung, Oberkirchenrat Heinz Thomas Striegler, Leiter der Kirchenverwaltung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau und Vorsitzender des Arbeitskreises Kirchlicher Investoren der Evangelischen Kirche in Deutschland sowie Christoph Bals, politischer Geschäftsführer bei Germanwatch e.V. und Mitglied im Sustainable Finance-Beirat der Bundesregierung über neue nachhaltige Finanzierungsansätze.

Laut Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung hat gerade die Finanzwirtschaft kurzfristig einen der größten Wirkungshebel, um andere Wirtschaftszweige zu mehr Klimaschutz zu bewegen. Zentrales Werkzeug dabei sei das Divestment, ein Kapitalabzug von Märkten und Produkten, die Nachhaltigkeitskriterien verletzten, wie etwa fossil-intensive Branchen, so Höfken weiter. „Rheinland-Pfalz ist eines von sieben Bundesländern, das bereits einen Divestment-Beschluss gefasst hat: Das Sondervermögen des Landes und die Mittel von Landesstiftungen werden nach nachhaltigen Kriterien angelegt“, erläuterte die Ministerin. Die Energieagentur Rheinland-Pfalz werde Kommunen im Land künftig dabei unterstützen, Divestment-Ansätze zu etablieren, kündigte Höfken an. Hier stehe die Diskussion noch am Anfang und es sei eine weitere inhaltliche Entwicklung nötig.

Ob Kommunen, Kirchen oder Unternehmen: Es sind alle Akteure gefragt, ihre Anlagestrategien zu prüfen und in eine nachhaltige Zukunft zu investieren. Die Stadt Bonn ist mit ihrem Weg zur nachhaltigen Finanzanlage eine der Vorreiterstädte. Carsten Buschmann, Abteilungsleiter bei der Stadt Bonn, sagte: „Die Stadt Bonn verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz der weiter ausgebaut wird. Unsere Erfahrungen in Bonn haben gezeigt, dass nachhaltiges Investieren und Rendite sich nicht ausschließen.“

Klimaschutzwochen Rheinland-Pfalz:

Während der Klimaschutzwochen Rheinland-Pfalz vom 12. November bis 11. Dezember 2020 diskutieren Expertinnen und Experten über konkrete Instrumente und Maßnahmen gegen die Klimakrise. Vom klimaeffizienten Bauen über Klimafonds bis hin zu nachhaltigem Wirtschaften werden in den Veranstaltungen zahlreiche Lösungsansätze zur Erreichung der Klimaschutzziele aufgezeigt. Neben hochkarätigen Expertinnen und Experten wie zum Beispiel Prof. Hans Joachim Schellnhuber, Prof. Claudia Kemfert oder Christoph Bals, renommierten Unternehmen und Organisationen wie etwa BASF, Boehringer Ingelheim und die Europäische Investitionsbank, sind zahlreiche nationale wie internationale Politiker aus Deutschland, Luxemburg, Ruanda, Kanada und der EU vertreten.

Detaillierte Informationen zu den Klimaschutzwochen finden Sie
hier

Quelle: PM des MUEEF RLP vom 16.11.2020



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Erneuerbare, Klimaschutz, Nachhaltiges Wirtschaften, News-Blog RLP, Umweltpolitik


„Wem gehört die Stadt?“ Neue Studie zu Immobilieneigentum in Berlin

Die Hälfte der Stadt Berlin gehört Multimillionären. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Untersuchung der Rosa-Luxemburg-Stiftung mit dem Titel „Wem gehört die Stadt? Analyse der Eigentümergruppen und ihrer Geschäftspraktiken auf dem Berliner Immobilienmarkt“

Hierbei handelt es sich um die erste systematische Auswertung von Eigentumsverhältnissen im Immobilienbereich in Berlin und den verschiedenen dahinterstehenden Geschäftsmodellen. Sie öffnet die Blackbox der privaten Großgrundbesitzer, über die bisher wenig bekannt ist. Die Studie beschreibt bis dato unbekannte Eigentümer mit mehr als 3.000 Wohnungen genauso wie solche, die unterhalb dieser Grenze liegen und über die bisher kaum etwas bekannt ist.

„Die Studie räumt mit dem Mythos des netten kleinen Privatvermieters als Hauptakteur auf dem Immobilienmarkt genauso auf, wie mit dem Mythos, dass der Verkauf von Eigentumswohnungen an Selbstnutzer unter den jetzigen Bedingungen zu sozialer Absicherung und bezahlbarem Wohnraum beiträgt“, sagt Studienautor Christoph Trautvetter, Leiter des Projekts „Wem gehört die Stadt?“  der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

Die ungebrochenen Preissteigerungen auf dem Wohnungsmarkt bringen den Eigentümern immense leistungslose Renditen von teilweise über 20 Prozent im Jahr. Die Studie vergleicht zudem Geschäftszahlen und -praktiken der börsennotierten Wohnungsunternehmen mit den landeseigenen und genossenschaftlichen Gegenstücken.

„Der Ausverkauf der Stadt geht weiter, obwohl politisch vor allem von Rot-Rot-Grün dagegengehalten wird: zum Beispiel durch das kommunale Vorkaufsrecht, aber auch durch die Skandalisierung von Share-Deals und Initiativen für mehr Transparenz. Im Immobilienmarkt sind sowohl die finanziellen Ressourcen, als auch der Zugang zu Informationen sehr ungleich verteilt. Mit ihrer Studie zur Offenlegung der Eigentumsverhältnisse von Immobilien in Berlin leistet die Rosa-Luxemburg-Stiftung wichtige politische Bildungsarbeit und gibt damit Akteur*innen Rüstzeug an die Hand, mit dem sie sich informieren und gegen den Ausverkauf ihrer Stadt zur Wehr setzen können“, sagt Daniela Trochowski, Geschäftsführerin der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

Die Studie wird am 10. November 2020 um 18.00 Uhr via Livestream vorgestellt. Es nehmen teil: Christoph Trautvetter (Autor der Studie, Projektleiter „RLS-Cities – Wem gehört die Stadt?“), Daniela Trochowski (Geschäftsführerin der Rosa-Luxemburg-Stiftung), Carsten Schatz (Co-Fraktionsvorsitzender DIE LINKE im Abgeordnetenhaus von Berlin), Rouzbeh Taheri (Vertreter des IniForums Berlin und Sprecher „Deutsche Wohnen und Co. Enteignen“). Es moderiert Stefan Thimmel (Referent für Wohnungs- und Stadtpolitik der Rosa-Luxemburg-Stiftung).

Mieter*innen können zudem unter www.wemgehoertdiestadt.de mit wenigen Klicks in die Daten der Recherche eintauchen. Die Website enthält weitere Daten zu den in der Studie vorgestellten Eigentümer*innen und zu mehr als zweihundert weiteren Akteuren des Berliner Immobilienmarkts. Damit erleichtert sie Mieter*innen, anhand ihrer Adresse oder der ihnen bekannten Firma nach weiteren Anhaltspunkten zu den Hauseigentümer*innen zu suchen.

Quelle: PM der Rosa-Luxemburg-Stiftung vom 10.11.2020



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