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Bundesweit soll das Bauen mit Holz für Gebäude bis an die Hochhausgrenze einfacher und die Musterbauordnung (MBO) entsprechend angepasst werden. Das hat die Bauministerkonferenz (BMK) zum Abschluss der zweitägigen Konferenz in Norderstedt verabschiedet. Neben dem klimafreundlichen Bauen mit Schwerpunkt Holz stand auch das Thema „bezahlbarer Wohnraum“ auf der Agenda.
Viereinhalb Jahre nach der gesetzlichen Gleichstellung des Holzbaus in der LBO Baden-Württemberg und fast ein halbes Jahr nachdem mit Bremen das sechste Bundesland aus der breiten Phalanx der „Holzbaubehinderer“ ausgebrochen ist, reift nun bundesweit die Erkenntnis, dass Holz ein besonders umweltschonender und klimaverträglicher Baustoff ist, mit dem vielfältige Bauaufgaben gut und kostengünstig gelöst werden können.
Links
Abschluss der Bauministerkonferenz: Holzhäuser für mehr Klimafreundlichkeit
27. September 2019
www.sat1regional.de/abschluss-der-bauministerkonferenz-holzhaeuser-fuer-mehr-klimafreundlichkeit/
Bauministerkonferenz beschließt mehr Klimaschutz (4.10.2019):
www.bfsb-online.de/bauministerkonferenz-beschliesst-mehr-klimaschutz/
Schlagworte:
Baustoffe / Konstruktion, DE-News, Holzbau, Kommunen, News-Blog Baden-Württemberg, News-Blog Berlin, News-Blog Bremen, News-Blog Hamburg, News-Blog NRW, News-Blog RLP, Stadt, Wohnbau, Wohnbau-Politik, Ökologie
Vor 200 Jahren baute Karl Freiherr von Drais das erste Fahrrad – eine Erfindung mit weitreichenden Folgen. Ein Loblied auf das schlaueste Verkehrsmittel.
Beitrag lesen in der Süddeutschen Zeitung vom 13.11.2016
Schlagworte:
Bike-/Velo-City, DE-News, Klimaschutz, Mobilität, Transition-Town, Ökologie
Mainz, 12.3.2019 Luftverschmutzung wird als Gesundheitsgefahr deutlich unterschätzt, auch wenn es derzeit eine hitzige Diskussion über Stickoxide, Feinstaub und Dieselfahrverbote gibt. Ein Wissenschaftlerteam um Jos Lelieveld, Direktor am Max-Planck-Institut für Chemie und Thomas Münzel, Professor an der Universitätsmedizin Mainz hat nun ermittelt, dass Luftverschmutzung die durchschnittliche Lebenserwartung der Europäer um rund 2 Jahre verringert. Weltweit sterben laut der Studie jährlich etwa 120 Menschen pro 100.000 Einwohner vorzeitig an den Folgen von verschmutzter Luft, in Europa sogar 133 und damit mehr als im globalen Durchschnitt. In mindestens der Hälfte der Fälle sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen die Todesursache.
Schlechte, insbesondere mit Feinstaub belastete Luft führt zu Atemwegs- und Herzkreislauferkrankungen und stellt offenbar ein größeres Gesundheitsrisiko dar als bislang angenommen. Denn mit ihrer Studie, die in der aktuellen Ausgabe des European Heart Journals veröffentlicht wird, aktualisierten die Mainzer Forscher jüngste Berechnungen des Global Burden of Disease (GBD), einer weltweiten Gesundheitsstudie und auch Ergebnisse eigener früherer Untersuchungen : Bis vor Kurzem gingen sie von einer globalen Sterblichkeitsrate durch Luftverschmutzung von rund 4,5 Millionen Menschen pro Jahr aus. Der neu berechnete Wert liegt bei 8,8 Millionen pro Jahr. Allein in Europa sterben demnach jährlich knapp 800.000 Menschen vorzeitig an den Folgen von Luftverschmutzung.
Die Aktualisierung der Berechnungen wurde notwendig, da eine kürzlich veröffentlichte Studie die krankheitsspezifischen Gefährdungsraten gegenüber den Werten des GBD deutlich höher ansetzt. „Da die GBD-Studie 41 umfangreiche Fallgruppenstudien aus 16 Ländern, inklusive China, berücksichtigt, bietet sie die beste derzeit verfügbare Datengrundlage“, sagt Jos Lelieveld, Direktor am Max-Planck-Institut für Chemie.
Verschmutzte Außenluft fordert mehr Opfer als Rauchen
Laut der Neuberechnung der Mainzer Forscher reiht sich schlechte Luft damit in die Liste der bedeutendsten Gesundheitsrisiken wie Bluthochdruck, Diabetes, Übergewicht und Rauchen. Zum Vergleich: Die Weltgesundheitsorganisation WHO schätzt die Mortalitätsrate durch Tabakrauch auf 7,2 Millionen Menschen pro Jahr – inklusive Passivrauchen. Somit ist verschmutzte Außenluft ein ähnlich großer Risikofaktor. Rauchen ist jedoch individuell vermeidbar, Luftverschmutzung hingegen nicht.
Die Forscher betonen, dass Feinstaubteilchen mit einem Durchmesser kleiner als 2,5 Mikrometer (PM2,5) die Hauptursache für Atemwegs- und Herzkreislauferkrankungen sind, was die hohen Sterberaten erklärt, die schlechter Luft zugeordnet werden. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass der Europäische Grenzwert für Feinstaub, der für den Jahresdurchschnitt bei 25 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft liegt, viel zu hoch ist“, sagt Thomas Münzel, Direktor des Zentrums für Kardiologie der Universitätsmedizin Mainz. Der Wert liegt weit über der Richtlinie der WHO von 10 Mikrogramm pro Kubikmeter.
Für ihre Berechnungen ermittelten die Wissenschaftler aus Mainz zunächst die regionale Belastung mit Schadstoffen wie Feinstaub und Ozon mit Hilfe eines etablierten, datengestützten Atmosphärenchemiemodells. Diese Expositionswerte verknüpften sie mit krankheitsspezifischen Gefährdungsraten aus epidemiologischen Daten, sowie Bevölkerungsdichte und Todesursachen in einzelnen Ländern.
Feinstaubbelastung sollte gesenkt werden
„Unsere Ergebnisse zeigen eine viel höhere Krankheitsbelastung durch Luftverschmutzung als bisher angenommen“, sagt Münzel, der auch Initiator der Stiftung Mainzer Herz ist. „Luftverschmutzung muss als wichtiger kardiovaskulärer Risikofaktor anerkannt werden, da sie im Körper zusätzliche Schäden durch Diabetes, Bluthochdruck und hohe Cholersterinwerte verursacht . Jetzt ist es noch dringlicher geworden, die Belastung durch Feinstaub weiter zu senken und die Grenzwerte anzupassen. Zudem muss Feinstaub als Verursacher von Herzkreislauferkrankungen stärker in den Leitlinien der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie in den Vordergrund gerückt werden.“
Ersatz fossiler Brennstoffe durch saubere Energiequellen kann die Sterberate um mehr als die Hälfte reduzieren
Da ein Großteil des Feinstaubs und anderer Luftschadstoffe aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe stammt, plädieren die Wissenschaftler für den Ersatz fossiler Energieträger zur Energiegewinnung. „Wenn wir saubere, erneuerbare Energien einsetzen, erfüllen wir nicht nur die in Paris getroffenen Vereinbarungen zur Eindämmung der Folgen des Klimawandels“, sagt Jos Lelieveld, der auch Professor an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz und am Cyprus Institute in Nikosia ist. „Wir können damit auch die von Luftverschmutzung verursachte Sterberate in Europa bis zu 55 Prozent verringern.“
1 Age-dependent health risk from ambient air pollution: a modelling study of childhood mortality in middle and low-income countries
Jos Lelieveld, Andy Haines, Andrea Pozzer; The Lancet Planetary Health, 2. Juli 2018; pre-publication 29 June 2018
2 Global estimates of mortality associated with long-term exposure to outdoor fine particulate matter
Burnett et al.: Proceedings of the National Academy U S A. 115(38):9592-9597, doi: 10.1073/pnas.1803222115, 2018
3 Effects of gaseous and solid constituents of air pollution on endothelial function.
Munzel T, Gori T, Al-Kindi S, Deanfield J, Lelieveld J, Daiber A, Rajagopalan S. Eur Heart J 2018;39(38):3543-3550.
Originalpublikation
Cardiovascular disease burden from ambient air pollution in Europe reassessed using novel hazard ratio functions.
J. Lelieveld, K. Klingmüller, A. Pozzer, U. Pöschl, M. Fnais, A. Daiber und T. Münzel
European Heart Journal (2019), 00, 1–7
DOI: 10.1093/eurheartj/ehz135
Schlagworte:
Akteure, Mobilität, News-Blog Europa (ohne DE), Umweltpolitik
Mit einem Leitfaden zum Einreichen von Skizzen und Anträgen für Vorhaben aus dem Themenkreis des Waldklimafonds unterstützt die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) potenzielle Interessenten beim Beantragen von Fördermitteln. Der Leitfaden liegt gedruckt und zum Download vor.
Die 58-seitige Broschüre im A5-Format liefert komprimierte Informationen zum Förderverfahren und erklärt zügig die Nutzung des Internetportals easy-Online zum Einreichen von Projektskizze und Projektantrag. Merkblätter und beihilferechtliche Erläuterungen ergänzen die Förderrichtlinie.
Der „Leitfaden für das Einreichen von Skizzen und Anträgen im Rahmen der gemeinsamen Förderlinie Waldklimafonds von BMEL und BMU“ richtet sich neben Forschungseinrichtungen und Forschungsverbünden unter anderem an Landesforstanstalten, Kommunen, forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse und weitere Vereinigungen sowie an Privatpersonen, deren Vorhaben bei einem der fünf Schwerpunkte der Förderrichtlinie Waldklimafonds angesiedelt sind.
Fördermittel aus dem vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) gemeinsam finanzierten Waldklimafonds können für Vorhaben mit einer Laufzeit von maximal 5 Jahren beantragt werden.
Weitere Informationen: www.waldklimafonds.de
Hintergrund:
Die Förderrichtlinie Waldklimafonds wurde als Bestandteil des Energie- und Klimafonds 2013 gemeinsam von BMEL und BMU aufgelegt.
Förderpotenzial haben wald- und landschaftsbauliche Projekte zur Anpassung der Wälder an den Klimawandel und zur Sicherung der Kohlenstoffspeicherung und Erhöhung der CO2-Bindung von Wäldern, Vorhaben zur Erhöhung des Holzproduktspeichers sowie der CO2-Minderung und Substitution durch Holzprodukte, solche zu Forschung und Monitoring sowie Projekte zur Information und Kommunikation. Das Förderverfahren ist zweistufig, das heißt Antragsteller reichen zunächst eine Projektskizze und nach erfolgreicher Prüfung des Projektträgers FNR und Abstimmung mit den Ministerien BMU und BMEL wird zu einem Projektantrag aufgefordert.
Die FNR ist seit 1993 als Projektträger des BMEL für das Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe aktiv. Sie unterstützt außerdem Forschungsthemen in den Bereichen nachhaltige Forstwirtschaft und innovative Holzverwendung. Seit dem 1.1.2019 erfolgt auch die Projektträgerschaft für die Förderrichtlinie Waldklimafonds. Das Kompetenz- und Informationszentrum Wald und Holz (KIWUH) ist eine Abteilung der FNR.
Schlagworte:
Baustoffe / Konstruktion, DE-News, Forschung, Fördergelder, Holzbau, Klimaschutz, NaWaRohs, Neue Bücher und Studien, Umweltpolitik, Wärmedämmung, Ökologie