Thema: Bestandssanierung

Neben dem Einsatz von Holz und Nachwachsenden Baustoffen ist ein effizienter Weg Graue Energie zu dekarbonisieren, den Gebäudebestand und deren Rohbaukonstruktion möglichst lange zu erhalten. Um Gebäude dauerhaft zu nutzen sind von Zeit zu Zeit Anpassungen, Umbauten oder Sanierungen erforderlich. Die Art und Weise wie das erfolgt, kann ökobilanziell zu deutlichen Unterschieden führen.

In dieser Auflistung sind Beispiele aufgeführt, bei denen Bestandssanierungen unter weitergehenden ökologischen und/oder sozialen Aspekten im Siedlungs- oder Quartiersmaßstab realisiert wurden.


Gartenstadt Falkenberg

12524 Berlin: Bruno Tauts “Tuschkastensiedlung”. 128 Wohnungen in 48 Etagenwohnungen in sechs Mietshäusern und 80 Einfamilienhäuser in Reihe oder als Doppelhaushälften mit 1 bis 5 Zimmer; Bruttogeschossfläche: 14.051 m². Instandsetzung / Sanierung / Erweiterung: 1992 bis 2002; seit 2001 Erweiterung und seit 2011 Neubau von Mehrfamilien- und Reihenhäusern. Erstellung: 1913 bis 1916


Soziales Wohnprojekt “Aegidienhof” in Lübeck

23552 Lübeck: der Aegidienhof war seinerzeit das größte soziale Wohnprojekt in Schleswig-Holstein. Hier wohnen und arbeiten Jung und Alt, Menschen ohne und mit Behinderungen, Alleinstehende und Familien, zusammen in einer neuen urbanen Mischung. Der bau- und kulturgeschichtlich bedeutende Komplex um den Aegidienhof wurde von dem Architekturbüro Meyer Steffens Architekten+Stadtplaner BDA zwölf unterschiedliche alte Stadthäuser um einen gemeinsamen großen Innenhof behutsam saniert und umgebaut. Entstanden sind dabei 65 Wohnungen, sowie 9 Ateliers, Praxen, Büros, Werkstätten und ein Cafe. Fertigstellung (Modernisierung): 2003


Platensiedlung in Frankfurt-Ginnheim

Frankfurt a.M. Ginnheim: die 342 Bestandswohnungen der 19 dreigeschossigen Zeilenbauten werden energetisch saniert (Dämmung und neue Fenster) und mit 2 Geschossen aufgestockt. Insgesamt entstehen rund 680 neue, vor allem kleinere Wohnungen. 300 Wohnungen entstehen in 15 Neubauten in sogenannten Tor- und Brückenhäusern. Architektur: Stefan Forster (Frankfurt). Baubeginn war 2017. Fertigstellung der Auftockungen: Ende 2019. Fertigstellung der Neubauten (Nachverdichtungen): 2023


Stegerwaldsiedlung, Köln

Foto: EnergieAgentur.NRW51063 Köln-Mülheim: Das Land Nordrhein-Westfalen hat die Stegerwaldsiedlung im Kölner Stadtteil Mülheim als 87. Klimaschutzsiedlung ausgezeichnet. Mit 968 kWp verfügt sie über die größte dachintegrierte PV-Anlage auf einer Siedlung in NRW und die drittgrößte in Deutschland. 689 Wohneinheiten der Kölner Siedlung aus den 1950er-Jahren wurde energetisch saniert und die Energieerzeugungsanlagen erneuert. Fertigstellung: 2019


PV-Wohnsiedlung mit 825 kWp in Gelsenkirchen-Schaffrath

45897 Gelsenkirchen-Schaffrath: bis 2018 war es die größte deutsche Solarwohnsiedlung mit einer Spitzenleistung von 825 kWp. Die 71 Bestandsgebäude mit insgesamt 422 Wohnungen und 27.420 m² Wohnfläche wurden energetisch saniert. Betreiber: THS Wohnen GmbH (heute: VIVAWEST Wohnen GmbH). Fertigstellung: 2008


Allmende Wulfsdorf

22926 Ahrensburg: Grundstücksfläche: 6,4 ha; 15 Häuser mit 1 – 14 Wohnungen mit hohem ökologischem Standard (110 WE); 40% der bebauten Fläche Gewerbenutzung. Größte Wohnprojekt mit Wohnen und Arbeiten in Schleswig-Holstein. Fertigstellung: 2012


Wohnprojekt “buntStift”

44892 Bochum: Mehrgenerationen-Wohnprojekt in Bochum
Fertigstellung: 2011
Größe: 21 WE

Innovative Elemente:
• Umwandlung eines leerstehenden Gebäudes in ein Mehrgenerationenhaus
• Ökologisch nachhaltiges bauliches Konzept und barrierefreies Wohnen
• Aktive Förderung des nachbarschaftlichen Zusammenlebens