Kreativquartier in Holzbauweise für München


© Abb.: „Teleinternetcafe” / “Treibhaus“

80335 München: auf der Fläche der ehemaligen Luitpoldkaserne und angrenzenden Gebieten sollen insgesamt rund 900 Wohnungen und Räume für 770 Arbeitsplätze in einem neuen nutzungsgemischten Stadtquartier entstehen. Nach einem Beschluss am 20.5.2020 im Planungsausschuss der Stadt Münchner sollen 370 Wohneinheiten im “Kreativfeld”, einem Teil des Kreativquartiers, in Holzbauweise errichtet werden. Das urbane Stadtquartier zwischen Dachauer-, Loth-, Schwere-Reiter-, Heß- und Infanteriestraße wird Wohnen und Arbeiten mit Kunst, Kultur und Wissen verknüpfen. Es sollen zwölf Bauquartiere sowie ein Mischgebiet entstehen. Die Ausschreibungen für Baugenossenschaften und Bauträger sollen auf dem “Kreativfeld” demnächst beginnen (Stand: 4. Juni 2020). Fertigstellung (1.BA Kreativfeld): ~2024

Adresse: Dachauer Straße, Schwere-Reiter-Straße

Holzbausiedlung
Stadtbaurätin Professorin Elisabeth Merk: „Nachdem in Deutschlands größter Holzbausiedlung im Prinz-Eugen-Park nach und nach alle Wohnungen bezogen werden, hat der Stadtrat nun ein weiteres Holzbauprojekt auf den Weg gebracht. Die Wohnbebauung ist ein wichtiges Bindeglied zum benachbarten Kreativlabor und der angrenzenden Schule, in der eine KiTa integriert ist, und wird den Rohstoff Holz sicher einmal gut repräsentieren. Mit dem heutigen Beschluss wird nicht nur die ökologische Bauweise festgesetzt. Insbesondere können bezahlbare Wohnungen für die unterschiedlichsten Haushalte entstehen.”

Städtebau
Das 20 Hektar große Areal befindet sich 2,5 Kilometer nordwestlich der Altstadt, nahe des Olympiaparks, und liegt in den Bezirken Neuhausen-Nymphenburg und Schwabing West. Neben kulturellen, kreativwirtschaftlichen, sozialen und gewerblichen Nutzungen sind in vier Teilquartieren mindestens 820 Wohnungen, eine Grundschule, ein Hochschul-Neubau und öffentliche Grün- und Freiflächen vorgesehen. Die denkmalgeschützten Industriebauten Jutier- und Tonnenhalle werden zukünftig das kulturelle und kreativwirtschaftliche Zentrum im Kreativpark bilden. Im nördlichen Teil hat sich eine lebendige Kunst- und Kulturszene etabliert, deren Potenzial aufgegriffen und zur Identitätsbildung des neuen Quartiers beitragen soll.

Der Rahmenplan entstand 2014 auf der grundlage des prämierten Wettbewerbsentwurfs der Büros Teleinternetcafe und TH Treibhaus Landschaftsarchitektur. Der Rahmenplan wurde um einen Gestaltungsleitfaden und ein Regelwerk ergänzt.

© Abb.: „Teleinternetcafe” / “Treibhaus“

Laut Rahmenplan wird das Areal in die vier Bereiche Kreativpark, Kreativplattform, Kreativfeld und Kreativlabor unterteilt, die zwar miteinander vernetzt sind, aber unabhängig voneinander entwickelt werden können:

  • Kreativlabor: In dem Teilquartier am Leonrodplatz wird ein urbaner Nutzungsmix aus Kultur, Kreativwirtschaft, Wohnen, Soziales, Gewerbe und Einzelhandel in alten und neuen Gebäuden angestrebt. Entstehen sollen im ersten Schritt 79 Wohnungen – für weitere gibt es Potential – und ein Haus für Kinder. Zur Stärkung und Erweiterung des bestehenden Nahbereichszentrums am Leonrodplatz sieht der Rahmenplan im Kreativlabor einen neuen Einzelhandelsstandort vor – vor allem mit Waren des täglichen Bedarfs.
  • Kreativpark: Der zentrale öffentliche Raum des Quartiers verbindet die Heßstraße mit der Dachauer Straße. Hier befinden sich auch die denkmalgeschützten Industriebauten Jutier- und Tonnenhalle, die momentan leerstehen und künftig kulturell und kreativwirtschaftlich genutzt werden sollen. Südwestlich der Tonnenhalle ist ein Gründer- und Innovationszentrum geplant.
  • Kreativplattform: In dem südlichen Teilquartier wird die Hochschule für angewandte Wissenschaften um einen Campus Nord erweitert. Außerdem entstehen neue Gebäude mit etwa 340 Wohnungen und ein Haus für Kinder.
  • Kreativfeld: grüner Wohn-, Arbeits- und Grundschulstandort – auf dem Areal der ehemaligen Luitpoldkaserne sollen neben zirka 385 Wohnungen eine Grundschule und ein Haus für Kinder entstehen.

Wohnungsmix
Auf den städtischen Flächen werden 30 Prozent des neu zu schaffenden Wohnbaurechts als EOF-Wohnungen und 20 Prozent als München-Modell-Wohnungen vergeben.

Fassade eines der Bestandsgebäude im Baugebiet. Foto: Johann Hartl

 

Links / Quellen
Infos bei der Stadt München:
www.muenchen.de/…Kulturreferat/Kreativquartier.html
www.muenchen.de/…Referat-fuer-Stadtplanung-und-Bauordnung/Projekte/Dachauerstrasse-Werkstattgespraech.html
Städtebaulicher Entwurf http://teleinternetcafe.de/kreativquartier-muenchen-staedtebaulicher-entwurf/?c=true
SZ vom 21. Mai 2019: www.sueddeutsche.de/muenchen/muenchen-kreativquartier-dachauer-strasse-1.4456377
Beschluss der Holzbausiedlung vom 20.5.2020: www.ris-muenchen.de/…5958784

 



Zuletzt aktualisiert: 12. April 2021

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