Energiewende: Mehr Geld für Forschung und Bauen


Gleich mehrere Bundesministerien starteten im April neue Förderprogramme und Forschungsinitiativen. Gemeinsames Ziel ist, bezahlbares und klimafreundliches Bauen um die Energiewende durch energieeffiziente und klimafreundliche Gebäude voranzubringen.

Auf den Gebäudebereich entfallen rund 40 Prozent des deutschen Endenergieverbrauchs und etwa ein Drittel der CO2-Emissionen. Gleichzeitig sind die Potenziale zur Energie- und CO2-Einsparung groß.

150 Millionen Euro für die Forschung

Die Bundesministerien für Wirtschaft und Energie (BMWi) und Bildung und Forschung (BMBF) stellen für die Forschungsinitiative “Solares Bauen/Energieeffiziente Stadt” 150 Millionen Euro im Rahmen ihres Energieforschungsprogramms bereit. Über die Dauer von bis zu fünf Jahren sollen mit diesen Mitteln Technologien entwickelt werden, die den Ausbau der Energieeffizienz und die Integration erneuerbarer Energien beschleunigen.

Die Initiative berücksichtigt neben den technologischen Aspekten auch Fragen des demografischen Wandels unserer Gesellschaft und widmet sich dem Thema nachhaltiges und bezahlbares Wohnen. Darüber hinaus ist sie ein Beitrag zur Umsetzung des Vorhabens “Leitlinie Zukunftsstadt” des BMBF. Mit dieser Leitlinie will das Bundesforschungsministerium Innovationen für die nachhaltige Stadt fördern.

Neue Förderrunde für innovative Bauprojekte

Die Forschungsinitiative “Zukunft Bau” des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) legt in der neuen Förderrunde ihren Schwerpunkt auf den kostengünstigen Wohnungsbau, die Energieeffizienz und die erneuerbaren Energien im Gebäude- und Quartiersbereich. Auch nachhaltiges Bauen und Bauqualität, demografischer Wandel und neue Materialien und Techniken stehen im Fokus. Dafür stellt das BMUB 2016 Fördermittel in Höhe von 18,7 Millionen Euro für rund 50 Projekte zur Verfügung.

Letzter Abgabetermin von Förderanträgen ist der 30. Juni 2016. Bewerben können sich alle Institutionen und Unternehmen, die sich mit innovativen Projekten auf dem Gebiet des Bauwesens befassen.

Seit der Gründung der Forschungsinitiative “Zukunft Bau” im Jahr 2006 wurden bereits über 1.000 Forschungsprojekte mit fast 115 Millionen Euro Bundesmitteln gefördert.

Förderhöchstbetrag für Bauherren verdoppelt

Seit Anfang 2016 müssen Neubauten strengere energetische Anforderungen erfüllen. Der jährliche Energiebedarf muss seitdem 25 Prozent unter dem vorher gültigen Wert liegen. Durch den Einsatz von moderner Heiztechnik und erneuerbaren Energien lassen sich die höheren Anforderungen nachhaltig umsetzen.

Um Bauherren größere Investitionen in energieeffiziente Gebäude zu ermöglichen, hat die KfW zum 1. April 2016 das Programm “Energieeffizient Bauen” erneuert. Der Förderhöchstbetrag pro Wohneinheit beträgt nun 100.000 Euro, vorher waren es 50.000 Euro. Zusätzlich wird neben der 10-jährigen Zinsverbilligung eine neue Variante mit 20-jähriger Zinsbindung angeboten. Darüber hinaus hat der Bauherr einen verbindlichen Anspruch auf einen Baubegleitungszuschuss. Hierbei erhält er 50 Prozent (max. 4.000 Euro) der Kosten für die energetische Fachplanung und Baubegleitung durch einen unabhängigen Experten.

Neben den weiter bestehenden Standards KfW-Effizienzhaus 55 und 40 wird der neue Standard “KfW-Effizienzhaus 40 Plus” eingeführt. Dieser gilt für Gebäude, die Energie nachhaltig erzeugen und speichern und so den verbleibenden, geringen Energiebedarf überwiegend selbst decken.
Die neuen Tilgungszuschüsse im Einzelnen:
KfW-Effizienzhaus 40 Plus: 15 Prozent der Darlehenssumme, bis zu 15.000 Euro für jede Wohneinheit
KfW-Effizienzhaus 40: 10 Prozent der Darlehenssumme, bis zu 10.000 Euro für jede Wohneinheit
KfW-Effizienzhaus 55: 5 Prozent der Darlehenssumme, bis zu 5.000 Euro für jede Wohneinheit

Das Programm “Energieeffizient Bauen” ist Teil des durch das Bundeswirtschaftsministerium geförderten CO2-Gebäudesanierungsprogramms. Mit dem Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz (NAPE) wurden die Mittel für das CO2-Gebäudesanierungsprogramm bis 2018 auf jährlich 2 Milliarden Euro aufgestockt.

Quelle: www.bundesregierung.de/…mehr-geld-fuer-forschung-und-bauen.html
(Abruf: 23.5.2016)


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