Thema: Historische Projekte ab 1980


Soziales Wohnprojekt “Aegidienhof” in Lübeck

23552 Lübeck: der Aegidienhof war seinerzeit das größte soziale Wohnprojekt in Schleswig-Holstein. Hier wohnen und arbeiten Jung und Alt, Menschen ohne und mit Behinderungen, Alleinstehende und Familien, zusammen in einer neuen urbanen Mischung. Der bau- und kulturgeschichtlich bedeutende Komplex um den Aegidienhof wurde von dem Architekturbüro Meyer Steffens Architekten+Stadtplaner BDA zwölf unterschiedliche alte Stadthäuser um einen gemeinsamen großen Innenhof behutsam saniert und umgebaut. Entstanden sind dabei 65 Wohnungen, sowie 9 Ateliers, Praxen, Büros, Werkstätten und ein Cafe. Fertigstellung (Modernisierung): 2003


Kubistische Baumhäuser in Rotterdam

NL – Rotterdam: die Würfel- oder Baumhaus-Siedlung mit 38 Wohnungen wurde vom Architekten Piet Blom entworfen und ist ein Architekturklassiker geworden. Die Geschossfläche beträgt ohne Stamm circa 100 m², ein Kubus hat eine Kantenlänge von 7,5 Metern. Die Außenwände der Wohnungen sind in Holzskelettbauweise aus Kiefernholz realisiert worden, das Tragwerk und die Geschossplatten bestehen aus Ortbeton. Fertigstellung: 1984


Baumhäuser von Frei Otto in Berlin-Tiergarten

baumhaus_berlin10787 Berlin-Tiergarten: 26 WEs, Baumhäuser des Architekten Frei Otto (Stuttgart); entstanden im Rahmen der IBA 1987. Die Idee des individuellen, gestapelten Einfamilienhauses wird hier in vielfältiger Architektur umgesetzt. Fertigstellung: 1991


IBA-Block 6

panorama_pp_kl10963 Berlin-Kreuzberg: “Internationale Bau-Ausstellung”, 106 WEs, Fertigstellung 1987 / Optimierung und Umgestaltung 2006, Grauwasserrecyclinganlage für 250 Mieter, die 3 Millionen Liter Frischwasser jährlich einspart.


Hamburg Hafenstrasse

20359 Hamburg: Altbauinstandsetzung und ökologische Alltagsgestaltung in einem der bekanntesten ehemals besetzten Häuser in Europa.


Ökosiedlung Allermöhe

0121035 Hamburg-Allermöhe: 36 realisierte WE in Doppel- und Reihenhausbebauung, eine der älteren Öko-Siedlungen in Deutschland; weitegehnd erstellt von 1985- 96, das letzte Haus entstand 2003. Komposttoiletten, Schilfkläranlage, Baubiologische Materialien. „Interessengemeinschaft Ökologisches Bauen Allermöhe“, Planung/Bauleitung: J. Lupp Architekt; Vollbracht und Bäumer Architekten; T. Keidel, M. Uhlenhaut, Hamburg; Cordes, Rotenburg/ Wümme. Auszeichnungen Holzbaupreis Norddeutschland 1988.


Modellprojekt Autofreies Wohnen Bremen-Hollerland

28357 Bremen-Hollerland: 200 WE (nicht realisiert); Modellfotos, gut analysierte Studie zum Scheitern des Projektes. Die wichtigsten Gründe: “zu sterile Architektur; zu teuer obwohl kostengünstiges Bauen versprochen wurde; zu weit außerhalb der Stadt; das die Stadtbahn doch nicht in den neuen Stadtteil geführt wurde; insg. schlechte Baukonjunktur; großer Arbeitgeber in Bremen ging Konkurs.” Das Hollerland-Projekt sorgte allerdings für viel Medienrummel und gilt als Vorbild für viele andere Projekte, die mittlerweile realisiert wurden, wie z.B. “Bremen-Grünenstrasse” allerdings nicht in Stadtrandlage sondern in der Innenstadt.


Grasdachsiedlung “Laher Wiesen” in Hannover

30659 Hannover-Bothfeld: Planung: Bookhoff und Rentrop, 69 WE, sehr hoher Eigenleistungsanteil, Grasdach, Baukosten: 550 Euro/m² (ohne Eigenleistungsanteil), Gesamtbaukosten: 950 Euro/m², Bezug: 1984 bis 1987


Lebensgarten Steyerberg

dscn1246_cs31595 Steyerberg: der Lebensgarten Steyerberg e. V. ist eine Siedlungsgemeinschaft mit 62 Reihenhäusern, die 1984 gegründet wurde und die durch die spirituelle Findhorn-Gemeinschaft in Schottland inspiriert ist. Die Siedlungsgemeinschaft verbindet der Wunsch nach einem harmonischen Zusammenleben miteinander und mit der umgebenden Natur. Unweit von Hannover war es ein Expo 2000-Projekt.


Documenta Urbana, Kassel-Dönche

134134 Kassel: 137 WE; verschiedene Architekten u.a. Baufrrösche, Roland Rainer, Otto Steidle. Erstellung: 1980- 82. es gab bisher nur eine Bauaustellung “documenta urbana”, die im Rahmen der “documenta 7” 1982 entstanden war.


Ökosiedlung Köln-Blumenberg

köln_250827 Köln-Blumenberg: Architekt: Reimund Stewen, mit passiver Solarnutzung, natürliche Bautechnik (Holzskelettbauweise mit 20% Lehm- und 80% Strohausfachung), sparsamer Umgang mit Grund und Boden, soziale Vielfalt und Kostenersparnis durch gemeinschaftliches Bauen, Einsatz von ökologischer Haustechnik, Müllsammlung, Recycling, Einrichtung von Privatgärten. Fertigstellung: 1989


Haus-Heyden-Hof

oekosiedlung_haus_heydenhof52134 Herzogenrath-Kohlscheid: zeitgleich mit der baubiologischen Siedlung “Schafbrühl” in Tübingen entstanden, gelten diese beiden Siedlungen als die ersten ökologischen Siedlung in Deutschland. Der “Haus Heydenhof” liegt in direkter Nachbarschaft zur “Alten Windkunst“. Fertigstellung: 1985


Selbsthilfeprojekt “Arminiusstrasse”

die-ii-ansicht-strasse-163128 Dietzenbach-Steinberg: “Arminiusstrasse” Architektur: Baufrösche (Kassel), Reihenhäuser in Selbsthilfe mit hohem Eigenleistungsanteil; experimenteller Wohnungsbau, 1984-88; 35 WE


“1. Passivhaus” Darmstadt-Kranichstein

Foto: Holger Wolpensinger64289 Darmstadt-Kranichstein: “Passivhaus”, Passivhaus IWU (Inst. für Wohnen und Umwelt) Darmstadt; Prof. Bott/ Ridder/ Westermeyer, exakte Nord-Südorientierung. Fertigstellung: 1991


ESA-Studierendenwohnheim Kaiserslautern

267659 Kaiserslautern: ESA (Energiesparendes Studierenden-Wohnheim): geplant und gebaut mit Studierenden, “Haus im Haus”-Prinzip (in Anlehnung an Bengt Warns “Naturhuset”), 20 Zimmer eine Küche und weiter Aufenthaltsräume, vielfältige Bepflanzung des Wintergartens, Recyclingbaustoffe, Solaranlage für Warmwasser, jedes Zimmer hat auch eine Privat-Terasse oder Sitzplatz im Gewächshaus


Studierendenwohnheim als Erdhügelhäuser

1170599 Stuttgart-Hohenheim: Planung: H. Schmitges, N. Kaiser, G. Minke, 3-4 geschossig, 158 WG-Zimmer in 6 Häusern, Lüftungs-Wärmerückgewinnung, Wandstrahlungsheizung, Bezug: 1983


Baubiologische Siedlung „Schafbrühl“

372074 Tübingen: mit 111 Wohnungen ist es die erste große Ökosiedlung in Deutschland, GFZ 0,9, Freiraumgestaltung nach H. Kügelhaus, Baubiologie, Holzdecken, Naturkostladen, Naturheilkundepraxis, sozialer Wohnungsbau, Planungsteam: Eble, Sambeth, Oed, Häfele, die erste große Ökologische Siedlung in Europa. Seit 2018 steht die Pioniersiedlung unter Denkmalschutz. Fertigstellung: 1985


Hundertwasser-Siedlung “Wohnen unterm Regenturm”

hunterwasser-plochingen73207 Plochingen: nach Hundertwasser gestaltetes Wohnanlage, Dachbegrünung, Wasserspiele, Wohnhof, viele Touristen. 62 Wohnungen, 16 gewerbliche Einheiten, 2.300 qm Fläche für einen Einkaufsmarkt. 1,5 ha Grundstücksfläche. Bauzeit: 1991-1994


Matzinger-Wohnhöfe Offenau

74254_Offenau74254 Offenau: Wohnhöfe nach dem Konzept von Fritz Matzinger Österreich; 2 x 8 WE um zwei Wohnhöfe (31 Erwachsene/ 30 Kinder), 200 m² großer Wohnhof mit komplett zu öffnendem Dach, Gemeinschaftsräume: Spielecke, Spielplatz, gemeinschaftlicher Wintergarten, Fahrradabstellräume, Besucherzimmer, Sauna, Gemeinschaftswerkstatt; Naturarztpraxis; Architekturbüro; Buchhaltungsservice; Bezug: 1986. Karl Kübel Preis 1996


Wohnbebauung “Tränkematte”

79098 Freiburg: “Wohnbebauung Lindenmatte/ Tränkematte”, 15 WE. Freiburgs erste Baugruppe. Bezug: 1986. Grundstück in Erbpacht. Architekt: Rainer Probst.


Erdhügelhaus “Ökostation” Freiburg

79110 Freiburg-Seeparkgelände: Architektur: Möhrle (Freiburg), entstanden im Rahmen der Landesgartenschau; heute als BUND-Zentrum für Kinder- und Jugendarbeit (Umweltbildung) genutzt. Naturgarten, Solaranlagen, Regenwassernutzung, Erdhügel-Holzbauweise “Hogan” (Indianer); ökologische Inneneinrichtung (Vollholzmöbel, ressourcensparende Haushaltsgeräte, …), Fertigstellung: 1986


Solarsiedlung “Am Schlierberg”


79100 Freiburg-Vauban: 59 WE. Architektur: Rolf Disch; Plusenergiehäuser mit 81 bis 210 m2 und variabler Grundrissgestaltung; Kostenersparnis beim Bau durch Vormontage haustechnischer Systeme und der Holzelemente; Ausrichtung nach Süden; Hauptfassaden-Verglasung Gesamt-k-Wert o,5; BHKW zur Energieversorgung; Expo 2000-Projekt. Fertigstellung: 2006


Energieautarkes Solarhaus

2_Ansicht79114 Freiburg: Modellprojekt des Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme (FhG ISE); der komplette Energieverbrauch des Einfamilienhaushaltes wird über die Sonnenstrahlung, die auf das Gebäude trifft gedeckt. Besonderheit ist ein Solar- Wasserstoffgasherd und eine Brennstoffzelle, sowie einige weitere Neuentwicklungen. Fertigstellung: 1992


Moorwiesensiedlung Kiel-Hassee

24113 Kiel-Hassee: Werkgemeinschaft für Architektur und Städtebau (Heidrun Buhse, H.Schulze, u.a.), 21 WE, Schilfkläranlage, Kompost-Toiletten, BHKW mit Nahwärmenetz, Planung von Architektinnen, Genossenschaft, Partizipation, Gemeinschaftshaus, Kindergarten, Architekturbüro, organische Bauform. Fertigstellung: 1992


Alte Windkunst

352134 Herzogenrath-Kohlscheid: Architektur: Birgit Siebenmorgen, eine der ersten “Öko”-Siedlungen in Deutschland, im Schnitt 150 m² Wohnfläche, Grasdächer, Holzskelettbauweise, Kalksandsteinbrandwände als Schotten


Plusenergiehaus “Heliotrop”

heliotrop_freiburg79100 Freiburg: das Haus dreht sich der Sonne nach und produziert mehr Solarenergie als es im Jahresmittel verbraucht. Das Haus des Architekten Rolf Disch, ein Pionier der Solararchitektur, ist vermutlich eines der ersten und bekanntesten Plusenergiehäuser weltweit. Das Heliotrop ist eines der wenigen Wohnhäuser in Europa das über eine gebäudeintegrierte zweiachsig nachgeführte PV-Anlage verfügt. Fertigstellung: 1994